Schöneberger und Röhrl im Audi S3

Das Goldene Lenkrad: Das sind Ihre Favoriten 2017

Interview: Im Auto mit Barbara Schoneberger

— 19.10.2013

"Ich reise nur nachts!"

Über Barbara Schönebergers Beziehung zum Auto könnte man viel sagen. Aber sie redet lieber selbst. Wie üblich. AUTO BILD hat sie im neuen Volvo XC60 getroffen.

"Neutral-schön und zweckmäßig": Frau Schöneberger wählte für das Interview den neuen Volvo XC 60.

Wenn es Menschen gibt, für die die Sprachsteuerung im Auto erfunden wurde, dann sie: Barbara Schöneberger. 43 Jahre alt, Mutter, Moderatorin, Münchnerin. Sie wohnt in Berlin, singt gelegentlich, besitzt einen alten Porsche. Und: ist recht redselig. Frau Schöneberger hat immer etwas zu sagen. Meistens etwas sehr Lustiges. Eine Spritztour im geliehenen Geländewagen durch Norditalien, wo die Tests für das Goldene Lenkrad stattfanden. Frau Schöneberger war auch 2017 wieder ein Mitglied der Jury.

AUTO BILD: Frau Schöneberger, was bedeuten Ihnen Autos? Barbara Schöneberger: Warte ma', da sind Bisamratten! Haben Sie die gesehen? Die sind ja so groß wie Menschen! Im Straßengraben hocken einige adipöse Nagetiere. Sie sind sich der Gefahr eines Verkehrsunfalls mit Frau Schöneberger zum Glück bewusst und bleiben dort hocken. Sie haben sich für das Gespräch einen Volvo ausgesucht. Warum? Ein Volvo ist ein neutral-schönes, zweckmäßiges Auto. Ich hatte mal so einen riesigen XC90. Der hatte irre viel Platz! Auf der anderen Seite habe ich mich gerade gegen einen neuen entschieden, weil der für Berlin einfach zu groß ist. Mal eben zum Bioladen oder in die Reinigung, dafür ist der einfach unpraktisch. Sie haben drei Autos in der Familie. Einen Mini, einen alten Porsche und, ganz neu, einen Kombi. Bekommen Sie Prominenten-Rabatt beim Kauf? Nein, ich habe keinen Vertrag mit irgendeinem Hersteller. Ich habe letztes Jahr für Mini, Audi und Mercedes gearbeitet. Und das geht nur, wenn du unabhängig bist.

Video: Schöneberger/Röhrl

Geht's noch, Frau Schöneberger?

Ist es schwieriger, bei Autoherstellern zu moderieren, als woanders? Auto ist schwer, weil die Autoindustrie männerlastig ist. Die lachen über andere Sachen als Frauen. Bei Kosmetikveranstaltungen stehen die morgens um 9 Uhr schon klatschend auf den Tischen.

Wie ist das, wenn Frau Schöneberger ein Autohaus betritt? Ganz ehrlich, ich war entsetzt, als ich den Kombi gekauft habe. Ich bin da rein und saß einem Typen gegenüber, der spitze, hochgebogene Schuhe und eine sehr schmale Krawatte trug. Und der einfach nur gesagt hat: Ich rechne es mal durch, Sie hören von mir. Und ich dachte: Das war’s jetzt? Das war das Wow-Erlebnis? Der war so unfassbar leidenschaftslos! Wenn ich für die Autohersteller arbeite, geht es immer um Experience, Emotionen, Leidenschaft, Passion. Die Emotionen dieses Verkäufers beschränkten sich darauf, dass er sich über meine Kinder beschwert hat. Ein Autohaus sei kein Spielplatz, hat er gesagt. Und Sie haben trotzdem dort gekauft? Ich wollte helfen. Die müssen ihre Diesel ja irgendwie loswerden. Was bedeutet Ihnen Autofahren? Ich gucke nicht aus dem Fenster und genieße dabei die Landschaft oder so etwas. Wenn ich von A nach B muss, hab ich nur B vor Augen und will, dass ich da schnell hinkomme. München-Berlin kann man auch schon mal in vier Stunden und 15 Minuten schaffen. Und wenn ich dann mal muss, denke ich immer: Das versaut mir den Schnitt.

Volvo XC60 (2017): Test

Dann stoppen Sie an der Raststätte und essen noch schnell eine Currywurst? Meistens muss ich im Freien! Irgendwo um den Grünstreifen, um Zeit zu sparen. Spart ja auch 70 Cent Sanifair-Gebühr! Stimmt! Wobei man da ja einen Gutschein bekommt. Ich will mir davon immer ein Snickers kaufen, vergesse aber regelmäßig, den einzulösen. Ärgerlich! Fahren Sie schnell? Nee, ich fahre so, dass ich die Kontrolle habe. Wobei: Ich bin mal an einem Tag dreimal geblitzt worden. Morgens in einem Berliner Tunnel, nachmittags in Cottbus, abends noch mal in dem gleichen Berliner Tunnel. Sie Verkehrsrüpel! Ich versuche eine Autofahrerin zu sein, die andere nicht stört, aber es selbst auch möglichst bequem hat. Wenn ich in zweiter Reihe parke, dann nur vor einem Paketauto, hinter dem sich der Verkehr eh schon staut. Dann sind die Leute auf den Paketboten sauer, nicht auf mich. Tsstss! Ich bin halt wahnsinnig faul. Bei mir um die Ecke ist ein Briefkasten, bei dem man vom Auto aus die Briefe einwerfen kann. Und wenn ich da mal nicht nah genug herankomme, fahr ich einfach weiter. Dann denk ich mir: Kannst den Brief ja auch morgen einwerfen. Letztens bin ich zu Ikea gefahren, um Servietten zu kaufen. An dem Tag war ich wirklich, wirklich müde. Da bin ich so nah wie möglich an den Eingang herangefahren. Es gab aber keine Parkplätze, also musste ich hin und her kurbeln, durch irgendwelche Einbahnstraßen. Am Ende bin ich ohne Servietten wieder nach Hause gefahren.

Video: Nissan GT-R Nismo

Schönebergers stumme Schreie (2)

Haben Sie zumindest ein schlechtes Gewissen in solchen Momenten? Ja, total. Schreiben Sie das bitte. Wie bekommt man Kinder dazu, im Auto nicht zu quengeln? Ich reise nur nachts. 18 Uhr los, 19 Uhr McDonald’s, ab 20 Uhr einen Film. Da ist ja auch weniger los auf den Straßen. Wenn Sie zusammen mit Ihrem Mann unterwegs sind – fahren Sie dann? Nein! Das ist doch widernatürlich! Bei uns ist die Welt noch in Ordnung. (lacht) Aber manchmal gibt es natürlich Situationen, in denen ich fahre. Nämlich? Bei Partys. Ich trinke so gut wie keinen Alkohol. Ich fahr dann nicht nur die eigene Familie, sondern auch alle anderen Betrunkenen nach Hause. Da kann man auf mich zählen! Was schätzen Sie am Autofahren? Das Gefühl, immer alles dabeizuhaben, was man braucht. Ich nehme immer Kaffee mit, schmiere Schnittchen, mache Obstschnitzel. Mein Traum ist ein Bulli, wo hinten  Matratzen und der Schlafsack drinliegen. Und was nervt Sie an modernen Autos? Ich will ein Navi, bei dem ich einfach nur Ort und Straße eintippen muss. Und idealerweise nicht immer extra wieder ‚Berlin‘ eingeben muss, wenn ich eh schon in Berlin bin. Ich will nicht wissen, wo das nächste Nagelstudio ist. Und ich will auch selbst bestimmen, wie schnell die Heckklappe aufgeht. Mir ist das alles zu viel. Ich verstehe auch nicht, warum es Drehzahlmesser gibt. Ganz ehrlich: Das Auto entscheidet doch sowieso alleine, wann es in den nächsten Gang schaltet.

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Das Goldene Lenkrad: Die Favoriten 2017
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