Interview mit Fernando Alonso

Interview mit Fernando Alonso

Interview mit Fernando Alonso

— 15.06.2004

"Ich habe nicht enttäuscht"

Formel-1-Pilot Fernando Alonso (Renault) persönlich: Mädchen, Spleen mit dem Haarband, die Probleme im Qualifying.

In der Qualifikation zickt der Renault



Pech für Renault-Pilot Fernando Alonso beim Großen Preis von Kanada in Montreal. Der Spanier schied mit defekter Antriebswelle in der 44. Runde aus. Nach dem Rennen stellte sich der 22-Jährige den Fragen von AUTO BILD MOTORSPORT.

Ihr zweiter Ausfall 2004. Was war los? Fernando Alonso: Das Auto lief sehr gut. Dann bekam ich Probleme mit der Antriebswelle. Wir hatten keine Chance gegen die Ferrari. Uns fehlt Leistung. Es wird schwer in Indy.

Vor dieser Saison hatten Sie angekündigt, Sie wollten Ferrari schlagen. Und nun ...? Ich weiß nicht, woher dieser Optimismus kommt oder was man mir da nachsagt. Vielleicht hatten wegen der guten Testzeiten im Winter alle das Gefühl, mich in die Rolle des Schumacher-Jägers hineinreden zu müssen. Dann waren nach Malaysia und Bahrain alle ein bisschen enttäuscht, weil es nicht so gut lief. Aber ich bin nicht von mir enttäuscht. Der diesjährige Renault ist besonders in der Qualifikation schwerer zu fahren als das Auto von 2003.

Was bedeutet das? Es ist schwer, bei diesem Auto das Limit zu definieren. Aber um maximal schnell zu sein, muss man ans Limit gehen. Wir fahren mit dem R24 drei bis vier Sekunden schneller. Aber das geht nur, weil wir aggressiv fahren.

"Mir fehlt in erster Linie Schumis Erfahrung"



Nicht nur Renault hat sich in den letzten Jahren verändert, sondern auch Sie: längere Haare, Stirnband, große Sonnenbrille Ich verändere mich konstant. Ich bin jemand, der sich auch innerlich immer wieder bewegt. Das dringt natürlich nach außen. Ich weiß nicht, ob ich mich dabei verbessere oder verschlechtere. Ich denke, das hat nichts mit der F1 zu tun, sondern mit mir. Ich amüsiere mich, wenn die Leute mich danach fragen und tiefere Gründe wissen wollen. Es gibt sie vielleicht, aber ich kenne sie nicht. Ich fühle mich besser, wenn ich mich verändere.

Warum trägt Trulli das Haarband? Es macht ihm Spaß. Ich trage es, weil meine Haare seit dem Winter länger sind. Irgendwie hat mich das aber gestört, deswegen kaufte ich mir in Australien das Band. Das Team mochte es. Da haben sie eines mit Sponsor-Logo angefertigt.

Apropos Haarschmuck: Hilft das bei den Mädchen? Nein, keine Verbesserung. Ein Wundermittel ist das nicht.

Wie gefällt es Ihrer Freundin? Ich bin seit sieben Monaten wieder solo.

Sie leben in England. Vermissen Sie Spanien? Ein bisschen, aber ich komme gut zurecht. Nur das englische Essen ist nicht mein Ding. Ich versuche selbst zu kochen. Wenn es nicht gelingt, gehe ich zum Italiener.

Was brauchen Sie, um Michael Schumacher zu schlagen? Ich bin erst 22 Jahre alt. Zuerst brauche ich seine Erfahrung. Dann wäre es notwendig, sein Vertrauen, das er zu Ferrari hat, auch mit Renault aufzubauen. Dafür muss ich länger mit dem Team zusammenarbeiten. Das ergibt unterm Strich, dass man um sich herum ein Top-Auto bauen kann. Das ist der Grund, warum es nicht einfach ist, ihn aus dem Stand zu schlagen. Jeder, der heute in der F1 fährt, muss das erkennen und vieles lernen, was Michael schon hinter sich hat.

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