Formel 1: Interview

Interview mit Jacques Villeneuve

— 28.07.2009

"Das Alter ist kein Problem"

Jacques Villeneuve setzt mit 38 Jahren noch einmal alles daran, in die Formel 1 zurückzukehren. Im Interview verrät er, warum Williams Spaß machen würde und die neuen Teams gerade ihn brauchen.

AUTO BILD MOTORSPORT: Herr Villeneuve, Sie waren im F1-Fahrerlager von Ungarn auf Jobsuche. Wirklich Lust auf ein Comeback? Jacques Villeneuve: Es geht nicht darum, ob ich Lust habe. Die ist da. Ich bin hungrig und verspüre immer noch die Leidenschaft fürs Rennfahren. Im Moment fahre ich alles, das mir nach Spaß aussieht, zum Beispiel Kart und Motocross. Die Formel 1 bleibt für mich aber die Königsklasse. Und: Ich will, dass meine Söhne mich noch einmal in einem F1-Auto fahren sehen. Sie sollen das nicht nur von alten Fotos kennen. Gibt’s denn Möglichkeiten?
Ja, sonst wäre ich nicht hier. Sie sind nicht groß, aber sie sind vorhanden.
Ich habe gehört, Williams wäre eine Option.

Wow! Das würde Spaß machen! Allein wegen der Vergangenheit, die wir zusammen
haben (1997 gewann Villeneuve mit Williams den WM-Titel; d. Red.). Größere
Chancen sehe ich dennoch bei einem der neuen Teams. Die brauchen erfahrene
Piloten wie mich. Gerade in Zeiten wie diesen, wo Testen verboten ist und
die Teams immer weniger Geld für Entwicklungen ausgeben dürfen. Da ein Kind
ins Auto zu setzen, ist für niemanden gut.

Von sich überzeugt: Villeneuve glaubt, dass seine Erfahrung vor allem für die neuen F1-Teams wertvoll ist.

Sie sind Amerikaner, da läge US F1 nahe.
Naja, ich bin Kanadier! Aber wenn ich mich als Nordamerikaner verkaufen würde, könnte das funktionieren! Aber man kann ja noch nicht einmal sicher sagen, welche Teams tatsächlich fahren werden.
Nach drei Jahren Pause wäre ein Comeback aber kein Problem?
Das Alter ist kein Problem, eher, wie müde du bist. Wenn du 15 Jahre lang nur Rennen gefahren bist, wachst du morgens auf und hast keine Lust mehr darauf. Der Hunger fehlt, weil das Rennfahren Routine wurde. Ich hatte jetzt zwei Jahre Ferien und das Einzige, woran ich denke, ist schnelles Fahren. Ich saß das letzte Mal mit 14 Jahren auf einer Motocross-Maschine, habe in diesem Jahr aber auf Anhieb wieder die großen Sprünge gemacht. Das zeigt mir, dass ich noch verrückt genug bin für die Formel 1. Und da hätten Sie derzeit alles, was Sie immer wollten. Genau! Seit 1998 kämpfe ich um die Rückkehr der Slicks und das Verbot von zu ausgefeilter Elektronik. Ich habe auch immer gesagt, wir sollten das Nachtanken sein lassen. Diese Wünsche wurden mir jetzt alle erfüllt. Vielleicht habe ich ja noch was davon.

Autor: Bianca Garloff

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