Interview mit Jutta Kleinschmidt

Interview mit Jutta Kleinschmidt

Interview mit Jutta Kleinschmidt

— 10.12.2003

"Mein Ziel: heil ankommen"

Die Wüsten-Queen über die Chancen des neuen VW Race-Touareg bei der am 1. Januar startenden Rallye Dakar.

AUTO BILD motorsport: Drei Wochen lang haben Sie den VW Race-Touareg in der Wüste Marokkos getestet. Reicht das als Vorbereitung auf die Rallye Dakar 2004? Jutta Kleinschmidt: "Wir sind über 4000 km gefahren und hatten kein großes Problem. Das ist ein positives Ergebnis. Aber wir sind nicht so überheblich, beim ersten Start ein Spitzenergebnis zu erwarten."

Was ist machbar gegen Konkurrenten, die seit Jahren bei der Dakar antreten? "Unser Ziel ist es, mit beiden Autos ins Ziel zu kommen. Das wäre angesichts unseres sehr knappen Zeitplans in der Vorbereitung schon toll. Über Siegchancen denken wir erst für 2005 nach."

Zu einem Dakar-Erfolg gehört ein perfektes Team. Die Umstrukturierung von VW Motorsport im letzten Sommer war in diesem Punkt nicht sehr hilfreich ... "Die Rallye Dakar 2004 sehen wir als Lehrveranstaltung. Das Team, die gesamte Logistik muss erst zu einer Einheit werden. Wir nehmen etwa 50 Mann mit in die Sahara, davon hat immerhin die Hälfte Dakar-Erfahrung. Paco Crous, unser Logistikchef, hat die Rallye 16-mal mitgemacht."

Sie kennen Hauptgegner Mitsubishi aus eigener Erfahrung. Wo sehen Sie die Vorteile des Touareg? "Wir haben in einigen Bereichen – z. B. bei Anordnung von Motor und Nebenaggregaten – neue Wege beschritten. Auch mit dem Dieselmotor werden wir Vorteile haben. Der VW ist regelbedingt 75 kg leichter als der Mitsubishi. Zudem müssen wir ca. 200 Liter weniger tanken, was den Gewichtsvorteil noch einmal kräftig erhöht. Ich glaube, dass reduziert den Unterschied etwas. Aus Gründen der Zuverlässigkeit sind wir außerdem nicht an die Leistungsgrenze des Motors gegangen."

Ist die niedrige Sitzposition im Touareg nicht ein Nachteil, wenn man das Gelände vor dem Auto erkennen muss? "Die Motorhaube ist aus diesem Grund sehr flach gehalten. Ich werde meinen Sitz gegenüber dem Marokko-Test noch einige Zentimeter höher einbauen lassen."

Was erwarten Sie von der Strecke? "Es soll eine fahrerisch sehr anspruchsvolle Dakar werden, was mir entgegenkäme. Auf der anderen Seite sind Tagesetappen mit 700 km dabei, was für Highspeed spricht. Das finde ich nicht so gut."

Was bleibt bis zum Start noch zu tun? "Wir revidieren gerade das Testauto komplett und bauen ein zweites Fahrzeug neu auf. Beide werden noch einem kurzen Funktionstest unterzogen. Ansonsten bin ich froh, Weihnachten bei meiner Familie verbringen zu können."

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