Interview mit Olivier Panis

Interview mit Olivier Panis

— 01.07.2004

"Ralf kann kommen"

Klare Ansage von Olivier Panis zu seinem 150. GP: Wer wirklich die fnf besten Fahrer im Feld sind und wieso er sich seit 1996 rgert.

Nach wie vor extrem motiviert

Olivier Panis, ein Formel-1-Profi mit viel Erfahrung: Der Franzose wurde 1966 in Lyon geboren und lebt heute in Grenoble. Als Sohn eines Rennfahrers feierte er erste Erfolge ab 1988 (als Volant-Elf-Sieger), 1989 dann Formel-Renault-Meister, 1993 F-3000-Europameister, 1991 gab er schlielich sein Formel-1-Debt mit Ligier Renault. Von 1995 bis 1997 schaffte er es dreimal in die Top Ten der WM-Gesamtwertung. Bilanz: 150 GP, ein Sieg, dreimal Zweiter, einmal Dritter, zuletzt Fnfter in Indy.

AUTO BILD MOTORSPORT: Sie haben vor der Saison vom Siegen gesprochen. Jetzt fahren Sie mit Mhe in die Punkte, wenn es gut luft, wie zuletzt in Indianapolis als Fnfter. Was sind die Schwachpunkte des Autos? Olivier Panis: Da lagen wir nur etwas mehr als eine halbe Minute hinter dem Sieger im Ziel. Das richtige Resultat zu meinem 150. Grand Prix. Aber wir sollten jedes Rennen unter den ersten sechs beenden.

Warum klappt es denn so selten? Unserem Auto fehlt der Grip. Aber wir steigern uns von Rennen zu Rennen. Unser neuer technischer Direktor Chassis, Mike Gascoyne, ist fr die Entwicklung genau der richtige Mann.

Es heit, die japanische Zentrale verzgere das Projekt oftmals ... Der japanische Weg ist, Entscheidungen genau und przise zu berdenken. Hinzu kommt, dass Toyota als Team noch relativ unerfahren ist. Das wird sich ndern.

Wie schwer ist es, im Herbst seiner Karriere die Motivation aufrechtzuerhalten und meistens nur im Mittelfeld anzukommen? berhaupt nicht schwer, weil ich nach wie vor extrem motiviert bin. Es macht mir extrem viel Spa, Rennen zu fahren. Ich fhle mich wohl und keine Sekunde mde. Fr mich spielt es deshalb auch keine Rolle, wo ich herumfahre. Warum auch? Michael Schumacher geht's doch genauso ganz gleich mit wie vielen WM-Titeln. Wenn du Spa an einer Sache hast, gibt es die Frage nach der Motivation nicht.

Eine weitere lsbare Aufgabe

Empfinden Sie nach elf Formel-1-Jahren einen gewissen Verschlei? Nein, im Gegenteil: Ich fhle mich besser und fitter als je zuvor.

Wenn Sie zurckblicken: Ein Sieg in Monte Carlo 1996 war sicher nicht alles, was Sie sich erhofft hatten. Oder war der nur Zufall? Nein, ber den Erfolg von Monte Carlo freue ich mich immer noch. Ich wei, was ich kann. Deshalb rgert mich die Ausbeute stndig.

Wo war Ihr Karriere-Knackpunkt? Eigentlich gab es keinen. Ich war nach meinem Monaco-Sieg immer gut unterwegs, bin oft auf das Podium gefahren. Vor meinem schweren Unfall 1997 in Kanada war ich Dritter in der WM-Wertung.

Sie haben sich damals ble Beinbrche zugezogen. Wie lange dauerte es, die Nachwirkungen zu berwinden? Ich bin damals drei Monate nach dem Unfall wieder ins Auto gestiegen, war schnell und habe gepunktet. Da ist nichts zurckgeblieben.

Wo sind die Gefahrenpunkte heute an den Strecken? Man muss heute schon sehr viel Pech haben, wenn man sich in einem F1-Auto wirklich weh tut. Okay, in Montreal gibt es noch kritische Bereiche. Und wenn man bei Topspeed einen technischen Defekt hat, wie jetzt bei Ralf Schumacher, kann es berall zu spt sein.

Ein Rckschlag fr ihn im Kampf um Ihr Toyota-Cockpit? Und: Haben Sie Alternativen fr 2005? Ich mchte eigentlich bei Toyota bleiben und die Frchte meiner zweijhrigen Arbeit ernten. Aber mein Management (Keke Rosberg; d. Red.) ist gut auf alles vorbereitet. Ich habe keine Zukunftsngste.

Ganz spontan: Wer sind die aktuellen Top Five der Formel 1? Michael, dann ich, Rikknen, Trulli und Montoya.

Also nicht Ralf Schumacher? Wenn er kommt, ist er willkommen. Aber ich habe schon viele gute Fahrer als Teampartner erlebt. Ralf wre nur eine weitere lsbare Aufgabe.

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