Investor übernimmt Raststättenbetreiber

Investor übernimmt Raststättenbetreiber

Investor übernimmt Raststättenbetreiber

— 18.11.2004

Fish & Chips bei Tank & Rast

Deutschlands Raststätten-Riese geht doch nicht an die Börse – sondern für eine Milliarde Euro an einen Investor aus England.

Die britische Beteiligungsgesellschaft Terra Firma übernimmt den Betreiber der Autobahnraststätten Tank & Rast. Damit haben sich die bisherigen Eigentümer Lufthansa, Allianz Capital und Apax Fonds gegen den gerade erst angekündigten Börsengang des Unternehmens entschieden. Tank & Rast betreibt mehr als 90 Prozent aller Autobahnraststätten.

Der Käufer teilte mit, er betrachte Tank & Rast als langfristiges Investment. Der Raststättenbetreiber solle als eigenständiges Unternehmen erhalten bleiben. "Wir haben Tank & Rast seit sechs Jahren beobachtet und sind hochzufrieden, daß wir die Gelegenheit zum Erwerb bekommen haben", sagt Vorstandschef Guy Hands.

Angaben zum Verkaufspreis wurden nicht gemacht. In Kreisen, die mit der Transaktion vertraut waren, wurden als Preis 1,1 Milliarden Euro genannt. "Ein Börsengang hätte auch nicht mehr als diese Summe erbracht", hieß es in den Kreisen. Die Transaktion bedarf den Angaben zufolge noch der Zustimmung der zuständigen Behörden.

"Wir freuen uns darauf, unsere erfolgreiche Arbeit gemeinsam mit Terra Firma fortzusetzen", erklärte Tank & Rast-Chef Karl Heinz Rolfes. Lufthansa, Allianz Capital und Apax Fons, die jeweils knapp ein Drittel der Anteile halten, hatten den Raststättenbetreiber 1998 vom Bund übernommen. Branchenkreise bezifferten den damaligen Kaufpreis auf 600 Millionen Euro.

Am Dienstag war aus Finanzkreisen zu erfahren, daß der ehemalige Bäckereiunternehmer Heiner Kamps aus dem Bieterrennen um eine Übernahme von Tank & Rast ausgestiegen ist. Kamps soll sein Angebot zurückgezogen haben, weil er Probleme mit der Finanzierung des Milliardengeschäfts bekam. Der ehemalige Eigentümer der Bäckereikette Kamps habe den notwendigen Kredit über eine Milliarde Euro nicht erhalten.

Tank & Rast betreibt in Deutschland mehr als 340 Autobahnraststätten und setzte in den ersten neun Monaten 2004 rund 157 Millionen Euro um. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen belief sich den Angaben zufolge auf 97,8 Millionen Euro.

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