Kfz-Versicherung: Typklassen 2017

Irrtümer bei der Kfz-Versicherung

— 07.07.2017

Sieben Irrtümer bei der Kfz-Versicherung

Wer sich einen guten Anbieter sucht, kann bei der Kfz-Versicherung viel Geld sparen. Doch im Dschungel der Versicherungsbedingungen werden einige Dinge oft falsch verstanden – und das kann teuer werden. Sieben häufige Irrtümer.

Unnötig hohe Beiträge oder ein Tarif mit schlechten Leistungen – das sollten Autobesitzer bei der Kfz-Versicherung unbedingt vermeiden. Wer eine Kfz-Versicherung abschließen oder seinen bestehenden Anbieter wechseln möchte, der sollte einige grundlegende Dinge über die Kfz-Versicherung wissen. Die folgenden Irrtümer sind weit verbreitet – und können Autofahrer teuer zu stehen kommen.

1. Der günstigste Tarif ist stets der Beste
Falsch! Denken Sie zuerst an die Leistungen, nicht an die Kosten. Denn sonst kann es richtig teuer werden. Ein gutes Beispiel sind Wildschäden: Bei leistungsschwachen Kasko-Tarifen gelten nur Kollisionen mit Haarwild (Hirsche, Rehe, Wildschweine etc.) als versichert. Unfälle mit Pferden, Rindern, Schafen, Vögeln oder Ziegen werden nicht abgedeckt. Gute Tarife decken dagegen Kollisionen mit allen Tieren ab. Wer hier spart, zahlt im Schadensfall unter Umständen kräftig drauf! 2. Die Kosten hängen vor allem vom Fahrzeug und vom Schadenfreiheitsrabatt ab
Auch das stimmt nicht. Neben der Typklassen-Einstufung des Autos und dem Schadenfreiheitsrabatt des Fahrers wirken sich unter anderem auch die jährliche Fahrleistung, mögliche Berufsrabatte, eine eventuelle Werkstattbindung und der Wohnort (Regionalklassen) auf die Höhe der Versicherung aus. Insgesamt gibt es rund 50 verschiedene Kriterien, die von den Versicherungen zur Bemessung der Beitragshöhe herangezogen werden. Wie hoch die Versicherung tatsächlich ausfällt, und welche Anbieter für Sie persönlich günstig sind, finden Sie mit einem Vergleichsrechner heraus. Beim Vergleich fragt der Rechner alle relevanten Daten ab und berücksichtigt sie bei der Berechnung der Kosten. Durchschnittlich zahlen die Deutschen für die Kfz-Haftpflichtversicherung übrigens 249 Euro pro Jahr. Für die Vollkaskoversicherung sind es 314 Euro und 90 Euro für die Teilkasko (Voll- und Teilkasko jeweils zusätzlich zur Haftpflicht).

3. Die Zahlweise hat keine Auswirkungen auf die Kosten
Monatlich, vierteljährlich oder jährlich – spielt doch keine Rolle, meinen viele Versicherungsnehmer. Das Gegenteil ist der Fall! Die Zahlweise ist nämlich ein wichtiger Faktor für die Beitragshöhe. Wer jährlich zahlt, kommt am günstigsten weg, die vierteljährliche Zahlung ist teurer. Den größten Zuschlag verlangen Versicherer bei monatlicher Zahlweise. Die wird übrigens nicht von allen Versicherungen angeboten. Wer also im Vergleichsrechner eine monatliche Zahlweise auswählt, schließt damit schon viele Versicherungen vom Vergleich aus und zahlt, wenn es schlecht läuft, dadurch nochmals unnötig mehr für seine Kfz-Versicherung. Sie zahlen noch monatlich oder vierteljährlich? Dann sollten Sie, wenn möglich, auf eine jährliche Zahlweise umstellen. Auf dem Sparbuch bringt das Geld kaum Zinsen und die Beitragshöhe sinkt zum Teil deutlich. Die Umstellung funktioniert bei einigen Versicherern auch sofort.

4. Ist der Beitrag niedriger ist als im Vorjahr, besteht nie Sonderkündigungsrecht
Stimmt so nicht! Beitragserhöhungen sind auf dem ersten Blick manchmal nicht zu erkennen. Das klingt im ersten Moment unlogisch, kommt aber gar nicht selten vor und hängt mit dem Wechsel in eine höhere Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) zusammen. Durch die günstigere SF-Klasse bekommt der Versicherungsnehmer einen höheren Rabatt auf den Grundbetrag und zahlt unterm Strich weniger als im Vorjahr – hätte sich die SF-Klasse nicht geändert, würde er aber mehr bezahlen. Wer eine verdeckte Beitragserhöhung nicht bemerkt, denkt auch nicht daran, dass er den Vertrag kündigen kann – in vielen Fällen noch nach dem 30. November. Denn bei einer Beitragserhöhung besteht Sonderkündigungsrecht – der Versicherte hat mit Erhalt der Benachrichtigung vier Wochen Zeit zu kündigen. 5. Eine Garage senkt die Versicherungskosten deutlich
Der nächtliche Abstellort fällt in Bezug auf die Beitragshöhe der Kfz-Versicherung leider oft nicht mehr so stark ins Gewicht, wie viele denken. Ob sich die Anmietung einer Garage wirklich lohnt, sollte daher unbedingt vorab kalkuliert werden. Abgesehen davon bringt eine Garage natürlich weitere Vorteile mit sich, wie etwa Schutz vor Witterung oder Diebstahl. Aber es fallen eben auch Kosten für die Miete an. Bei Autos, die ohnehin nur über eine Haftpflichtversicherung verfügen, kann in der Regel – bei alleiniger Berücksichtigung der Kosten – auf eine Garage verzichtet werden.

6. Weitere Fahrer des Autos müssen nicht angegeben werden
Vorsicht! Zwar wird der Versicherungsschutz nicht berührt, wenn Sie zum Beispiel Ihr Auto verleihen und der Fahrer einen Unfall verursacht. Doch es kann passieren, dass die Versicherung nachträglich Beiträge für den zusätzlichen Fahrer verlangt. Auch kann eine Vertragsstrafe in Höhe eines Jahresbeitrags fällig werden, weil der Fahrer bei Abschluss der Versicherung nicht angegeben wurde.

7. Ein günstiger Anbieter hat für jeden Fahrer einen günstigen Tarif
Falsch! Wer meint, eine günstige Kfz-Versicherung zu haben, empfiehlt seinen Versicherer gerne weiter. Doch in vielen Fällen macht das kaum Sinn. Denn Versicherungen bewerten jeden Versicherungsnehmer ganz individuell. Hier spielen die Lebensumstände eine große Rolle. So erteilen einige Versicherer Rabatte für Paare, verlangen aber für das Risiko, einen Fahranfänger zu versichern, kräftigere Aufschläge als andere Versicherer. Ähnliches gilt für Rentner, Geschäftsleute, Familien und Studenten. Der Empfehlung eines Bekannten für eine Kfz-Versicherung ist sicher gut gemeint. Sie sollten aber vor dem Abschluss auch einen Vergleichsrechner heranziehen und prüfen, welche Versicherung in Ihrem Fall tatsächlich den günstigsten Tarif für die von Ihnen geforderten Leistungen anbietet.

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