J.D. Power Report 2008

Honda Accord Toyota Avensi

J.D. Power Report 2008

— 20.06.2008

Alle Tops – alle Flops

Ein Auto, egal ob neu oder gebraucht, soll schnurren und seinen Besitzer einfach glücklich machen. Welche Modelle dieses Versprechen am besten einlösen, zeigt der neue J.D. Power Report.

Viel Feind, viel Ehr! Wer in der J. D. Power Hitparade die erste Geige spielt, darf mit Recht stolz sein. Schließlich hat sich der Sieger diesmal gegen 102 Modelle behauptet. 2008 gehen die Lorbeeren wie im letzten Jahr an den Hybridpionier Toyota Prius. Die Kunden zeigen sich fasziniert von seiner zukunftsweisenden Technik und sehr zufrieden mit Qualität, Service und Kosten – einzig beim Außendesign vergeben sie weniger gute Noten. Hier schneidet der Honda Accord besser ab, aber sein mäßiges Ergebnis bei der Innenraumqualität und dessen stärkere Gewichtung lassen ihn auf den zweiten Platz rutschen. Darauf folgt Toyotas zweiter Paukenschlag: Mit dem Avensis auf dem dritten Platz schieben die Japaner noch ein Modell auf das Podest. Lange Gesichter dagegen bei Chevrolet. Der kleine Matiz landet wegen sehr schlechter Noten für die Mechanik – insbesondere für Motor und Getriebe – auf dem letzten Platz.

Impressionen vom Abend der Preisverleihung in Berlin!
Die Klassensieger Modell Kundenzufriedenheit in %
Kleinstwagen Toyota Aygo 84,3
Kleinwagen Honda Jazz 84,8
Untere Mittelklasse Honda Civic 85
Mittelklasse Toyota Prius 88,8
Oberklasse BMW 5er 84,3
Sportwagen Mercedes CLK 84,8
Vans Toyota Corolla Verso 84,1
Geländewagen BMW X3 84,5

Dabei gibt es einen verblüffend einfachen Ansatz, der sich mit der Frage verbindet: Was haben Autofahrer, die sich einen Wagen für sagen wir 10.000 Euro kaufen, gemein mit denen, die 50.000 Euro ausgeben? Die Ansprüche gewiss nicht. Erwartet man doch von einer Mercedes E-Klasse in allen Belangen mehr als von einem Renault Twingo. Nein, alles dreht sich um den simplen, aber entscheidenden Wunsch, zufrieden zu sein. Jeder möchte, dass sein Auto das kann, was von ihm erwartet wird, dass der Händler den Service bietet, den man sich wünscht. Der Grad der Zufriedenheit, den Fahrzeug und Werkstatt bieten, lässt sich somit klassen-, marken- und modellübergreifend vergleichen. Alle 103 Fahrzeuge aus dem J.D. Power Report 2008 finden Sie oben in der Bildergalerie oder hier als PDF-Download.

Woher stammen die Informationen des J.D. Power Reports?

Mit 5er (Oberklasse) und X3 (Geländewagen) holte sich BMW gleich in zwei Klassen den Gesamtsieg.

Dazu werden viele Tausend repräsentativ ausgewählte Autobesitzer angeschrieben und gebeten, einen Fragebogen zum eigenen Fahrzeug auszufüllen. 2008 nahmen insgesamt 19.916 Autofahrer an der Umfrage teil, mit Fahrzeugen, deren Laufleistung bei durchschnittlich 30.000 Kilometern liegt – was knapp 600 Millionen Kilometer Autoerfahrung ergibt. Da die Fahrer Zeit brauchen, um genügend Erfahrung zu sammeln, geht es beim J.D. Power Report nicht um die brandheißen Neuerscheinungen der Autowelt, sondern konkret um Modelle, die zwischen dem 1. Januar 2005 und dem 31. Dezember 2006 zugelassen wurden. Wenn es in diesem Zeitraum ein Facelift oder einen Modellwechsel gab, wurden beide Generationen einbezogen. Die Markenwertung des J.D. Power Reports 2008 können Sie hier als PDF herunterladen.

Warum sind nicht alle Hersteller und Modelle vertreten?

Um zuverlässige Aussagen treffen zu können, muss eine Mindestanzahl an ausgefüllten Fragebögen bei J. D. Power eingehen. Zur Bewertung eines Modells sind mindestens 50 Antworten erforderlich, wenn es um die Hersteller geht, mindestens 100. Hier liegt auch der Grund dafür, dass etwa der Mini bei der Modellbeurteilung auftaucht, nicht aber in der Herstellerrangliste. Das Markforschungsunternehmen J. D. Power mit Hauptsitz in Los Angeles agiert weltweit. Die Einteilung der Fahrzeuge in Segmente erfolgt deshalb nach einem international anwendbaren Schlüssel. Dieser unterscheidet sich punktuell von der Vorgehensweise beispielsweise des Kraftfahrtbundesamtes. So fasst J. D. Power die obere Mittelklasse und die Oberklasse ebenso zusammen wie Sportwagen, Coupés, Roadster und Cabrios.

Wie wird die Kundenzufriedenheit gemessen?

Der VW Golf verkauft sich prima, kommt bei seinen Besitzern aber nicht gut an. Nur Platz 43 für den Bestseller.

J. D. Power ermittelt die Zufriedenheit anhand von vier Beurteilungskategorien: Qualität, Attraktivität, Service und Kosten. Bei Qualität bewerten die Besitzer Handhabung, Fahr- und Bremsverhalten, aber auch Ausstattung, Bedienung, Sitze, Motor und Getriebe – alles unter dem Aspekt der Güte und Haltbarkeit. Bei Attraktivität geht es um das Gefallen des Fahrzeugs – innen und außen – sowie um dessen Ausstattung und Bedienbarkeit. Beim Kriterium Service wird die gesamte Zufriedenheit mit der Vertragswerkstatt beurteilt. Unter dem Punkt Kosten sind Verbrauch, Versicherungs-, Service und Reparaturaufwendungen zusammengefasst. Aus allen Antworten in diesen vier Kategorien ergibt sich ein vergleichbarer Zufriedenheitswert, der CSI (Customer Satisfaction Index), der in Prozent angegeben wird. Zur Veranschaulichung gibt es hier Noten (als Farbpunkte), die in fünf Schritten eine Spanne von "sehr gut" bis "ungenügend" abdecken. Die vier Teilkriterien gehen aber nicht gleichrangig in die Bewertung ein. Qualität ist mit 30 Prozent am stärksten gewichtet, darauf folgen Attraktivität (25 %), Service (23 %) und Kosten (22 %). Somit wird etwa ein haltbarer Antrieb stärker gewertet als ein hübsches Interieur.

Noch mehr Informationen zum J.D. Power Report 2008 finden Sie in AUTO BILD 25/2008 und AUTO TESTS 7/2008!

Autor: Oliver Strohbach

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