J.D. Power-Studie 2007

J.D. Power-Studie 2007

— 11.07.2007

Zufrieden im Hybriden

Unglücklich? Schlecht gelaunt? Dann fahren Sie Toyota Prius: Laut aktueller Zufriedenheitsstudie sind seine Besitzer am glücklichsten.

Nein, ein Erdrutschsieg ist es nicht, aber trotzdem ein mittleres Erdbeben: Ausgerechnet der kleine Rivale Honda stößt bei der aktuellen J.D. Power-Studie den fast schon übermächtigen Hersteller Toyota vom Thron. Zum ersten Mal, seit die amerikanische Firma 2002 in Deutschland ihre Studie startete, schafft es Toyota nicht auf den ersten Platz. Und das mit gerade mal einem Pünktchen Rückstand. Von 1000 möglichen Zählern erreichte Honda 848 und Toyota 847.

Für tiefe Sorgenfalten bei Toyota dürfte trotzdem kein Anlass sein: In den Top 10 der bestbewerteten Autos finden sich gleich fünf Modelle des ehemaligen Seriensiegers. "Erstmals hat es mit dem Toyota Prius sogar ein Hybridfahrzeug geschafft, den Spitzenplatz zu erringen", sagt David Lauth, Deutschland-Chef von J.D. Power. Neben dem Prius ist Toyota auf Platz zwei mit dem Yaris Verso vertreten, der Avensis kommt auf den fünften Rang, der Corolla auf den siebten und der Corolla Verso auf den zehnten. "Das ist immer noch ein hervorragendes Ergebnis für Toyota", sagt Lauth.

Bei den Einzelwertungen erreichte der Gesamtsieger Honda hingegen nur zwei Top-Platzierungen: Der Accord kommt auf Platz drei und der Civic auf Platz fünf. "Das ist so wie in der Formel 1 – das neue Wunderkind Lewis Hamilton gewinnt auch nicht jedes Rennen, führt aber trotzdem die Gesamtwertung an", sagt Lauth.

Nach einem deutschen Auto sucht man in den Top 10 schon traditionell vergeblich, als einziger europäischer Hersteller schaffte die tschechische VW-Tochter Skoda mit dem Superb auf Platz vier den Sprung in die Spitzengruppe. Der BMW 5er kommt als bestes deutsches Auto auf den zwölften Platz. "Die deutschen Hersteller haben aber insgesamt einen sehr großen Schritt nach vorne gemacht, besonders in den Bereichen Qualität und Attraktivität", sagt der deutsche J.D.-Power-Chef. So belegt BMW hinter Honda, Toyota und Subaru Rang vier, und Audi folgt auf Platz sieben knapp vor Mercedes. Ganze 13 Plätze hat VW gut gemacht, das ergibt punktgleich mit Opel den zwölften Platz.

Mehr als 20.000 Kunden haben ihre Autos bewertet

Bei der Befragung haben dieses Jahr mehr als 20.000 Kunden mit durchschnittlich zwei Jahre alten Autos teilgenommen. Um in die Wertung zu kommen, müssen mindestens 100 Fahrer einer Marke die Bewertungsbögen ausgefüllt haben, bei einzelnen Modellen genügen 50. Das erklärt zum Beispiel, dass sowohl Porsche als auch Lexus nicht vertreten sind.

Die Studie von J.D. Power erfasst im Übrigen nicht die tatsächliche Qualität und Zuverlässigkeit von Autos, wie sie etwa in Pannenstatistiken erhoben werden. "Wir wollen ganz klar die Zufriedenheit der Fahrer mit ihren Autos ermitteln", sagt Lauth. "Der Toyota Prius muss deshalb nicht das beste Auto sein – mit ihm sind die Käufer einfach am glücklichsten."

Dass die japanische Herkunft allein nicht ausreicht, um Käufer glücklich zu machen, muss Mitsubishi schmerzhaft feststellen. Mit 803 Punkten schneidet der Hersteller satte 18 Punkte schlechter ab als noch 2006 und ist damit der große Verlierer der diesjährigen Studie. Nach Platz sechs im vergangenen Jahr reicht es diesmal nur noch zum elften Rang. Zum Tabellenende ist es trotzdem noch ein Stück: Dort versammeln sich Chrysler, Smart und Chevrolet um die rote Laterne.

Neben der Attraktivität und Qualität des eigenen Autos bewerteten die Käufer auch die Unterhaltskosten und den Service der Vertragswerkstätten. "Besonders die Unterhaltskosten werden immer wichtiger“, sagt Lauth. Deswegen seien im vergangenen Jahr die Autos alle schlechter bewertet worden – weil die Benzinpreise gerade stark gestiegen waren. Jetzt ist das Zufriedenheitsniveau allgemein wieder höher, obwohl sich an den hohen Spritpreisen nichts geändert hat. "Aber die Menschen haben sich inzwischen einfach daran gewöhnt“, sagt Lauth.

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