Jaguar F-Type AWD (2015): Fahrbericht

Jaguar F-Type AWD Jaguar F-Type AWD Jaguar F-Type AWD

Jaguar F-Type AWD (2015): Fahrbericht

— 04.02.2015

Raubkatze mit Extragrip

Jaguar bietet den F-Type ab Frühjahr 2015 auch mit Allradantrieb AWD an. Wie sich der Zweitürer damit anfühlt, klärt der Fahrbericht.

Das Herz rast, der Blutdruck schnellt in die Höhe und auf den Handflächen bildet sich ein kalter Film. Wo auch immer der F-Type auftaucht, werden Menschen mit einem Sinn für schöne und schnelle Autos kribbelig und zeigen immer die gleichen Symptome. Kein Wunder, dass die Briten 2014 fast 12.000 Autos verkauft haben. Doch dummerweise kehren diese Reaktionen bisweilen auch nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages zurück und paaren sich mit Sorgenfalten auf der Stirn.
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Das "AWD"-Logo am Heck des F-Type macht deutlich, dass es sich hier um die Allradvariante handelt.

Denn so rassig Coupé und Cabrio auch aussehen und so heißblütig sie sich fahren lassen, so dynamisch ist auch das Eigenleben der knackigen Kehrseite, wenn die Bedingungen mal nicht ganz so ideal sind. Wer einmal beim V8 auf nasser Straße fest aufs Pedal getreten und dabei auch nur einen Hauch das Lenkrad gedreht hat, der weiß, wie sich Hummeln im Hintern anfühlen. Doch damit ist jetzt Schluss: Ab diesem Frühjahr gibt es den F-Type nämlich auch mit Allrad-Antrieb. 6000 Euro teurer, für beide Karosserievarianten sowie für den starken V6 oder den V8 lieferbar, ist dieser Baustein der wichtigste Grund, weshalb die F-Type-Familie mit einem Schlag von sechs auf 14 Varianten wächst und die Briten so einmal mehr dem Porsche 911 nacheifern.

Vier Supersportler im Vergleich

Verteilt von einer Lamellenkupplung und gesteuert von einer selbst entwickelten Elektronik, mischt sich der Allrad-Antrieb nur dann ein, wenn es nötig wird. Solange die Straße eben und der Asphalt griffig ist, bleiben 100 Prozent der Kraft an der Hinterachse und der F-Type tänzelt so lässig um die Kurven wie eh und je. Erst wenn die Elektronik Schlupf befürchtet, zweigt sie im vorauseilenden Gehorsam bis zu 50 Prozent des Drehmoments nach vorne ab und hält den Zweitürer so länger an der Ideallinie. Kombiniert mit der Drehmomentverschiebung durch gezielte Einbremsungen, der segensreichen Wirkung der Hinterachssperre und der neuen, elektrischen Servolenkung fährt der F-Type mit fast traumwandlerischer Sicherheit durch die Kurven, als hätte dort jemand eigens Schienen für ihn verlegt. Selbst wenn eine Handbreit Wasser auf dem Asphalt steht. Dass die zusätzlichen Wellen, Ritzel und Räder dem F-Type noch einmal 80 Kilo auflasten, merkt man beim besten Willen nicht. Wie auch, wenn schon beim V6-Modell 460 und beim V8 sogar 680 Nm zu Werke gehen? Und die 0,3 bis 0,6 Liter mehr Verbrauch quittiert man lässig mit einem Lächeln. Nur dass sich zumindest der V6 ein bisschen mehr Zeit für den Sprint lässt, mag einen zumindest in der Theorie stören. Bis man in der Praxis merkt, dass man die auf der Geraden verlorenen Zehntel schon nach einer Kurve wieder heraus hat.

Jaguar mit Allrad – ist das die vollkommene Fahrerentmündigung?

Die Farben sind Geschmackssache, ansonsten ein piekfeiner Innenraum mit klarer Gliederung.

Zwar suggeriert einem der Allradantrieb noch mehr Sicherheit, lässt einen noch schneller und schärfer durch die Kurven schneiden und gibt einem das gute Gefühl, den Wagen einfach noch besser im Griff zu haben. Doch im Grunde steht dieser Technologiebaustein auch für die schleichende Entmündigung des Fahrers, dem wieder ein bisschen Verantwortung abgenommen wird und dafür, dass der F-Type so ein paar Ecken und Kanten verliert – selbst wenn als AWD sogar ein noch charakteristischeres Design mit einer stärker konturierten Motorhaube hat.

Jaguar F-Type AWD (2015): Fahrbericht

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Das haben offenbar auch die Briten erkannt und feiern deshalb zum neuen Modelljahr auch eine Premiere für Puristen: Zum ersten Mal seit dem seligen E-Type aus den Sechzigern bieten sie wieder einen Sportwagen mit Handschaltung an. Zwar geht der Verbrauch mit dem neuen Getriebe um 1,5 Liter in die Höhe, doch wird das Auto auch 2500 Euro billiger. Dann beginnt der Spaß im Coupé bei 65.000 und im Cabrio bei 72.000 Euro. Dafür kann man doch auch mal selber Hand anlegen.

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Sportwagen

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