Jaguar Land Rover: Sicherheitstechnologie "Sixth Sense Projects"

Jaguar Land Rover: Sicherheitstechnologie "Sixth Sense Projects"

— 23.06.2015

Das Auto mit dem sechsten Sinn

Jaguar Land Rover forscht an neuen Technologien, die mittels Messung von Gehirnwellen, Puls und Atmung das Fahren sicherer machen sollen.

Das autonome Auto der Zukunft denkt mit. Ist der Fahrer nicht konzentriert, rüttelt es ihn wieder wach. Ist er gestresst, übernimmt es das Steuern, dimmt das Licht und stellt loungige Entspannungsmusik an. Und wenn er ein Knöpfchen am Infotainment-System drücken möchte, liest es seine Gedanken und stellt das Gewünschte schnell ein, damit die Augen wieder dahin gucken können, wohin sie gucken sollen: auf die Straße.
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Noch sind diese Sicherheitstechnologien Zukunftsmusik. Jaguar Land Rover arbeitet aber unter Hochdruck daran, solcherlei Features marktreif zu machen. Unter dem Projektnamen "Sixth Sense" (Sechster Sinn) forschen die Ingenieure des Autobauers, inwieweit Technologien aus der Medizin, der Sportwissenschaft und der Luftfahrt dem Auto einen sechsten Sinn für die Befindlichkeiten und Wünsche des Fahrers geben könnten.

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"Mind Sense" misst Gehirnaktivität

Tagträumereien, bei denen der Fahrer nicht ausreichend auf die Straße fokussiert ist, soll das System "Mind Sense" entdecken. Sensoren im Lenkrad, wie sie auch die NASA für Piloten verwendet, messen dabei die Gehirnaktivität des Fahrers; lässt die Messung vermuten, dass der Fahrer gerade unkonzentriert ist, sollen Vibrationen oder Impulse im Gaspedal ihn wieder "aufwecken" – Blinklichter und Warnsignale gebe es bereits genug, noch mehr würden den Fahrer überfordern und stressen, glauben die Briten.
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"Driver Wellness Monitoring" sorgt für Entspannung

Und Stress fördert nicht gerade das vorausschauende, entspannte Fahren. Auch hier muss Abhilfe her, und das liefert das "Driver Wellness Monitoring" im Jaguar XJ. Ein Sensor im Sitz misst hier die Atem- und Pulsfrequenz des Fahrers und kann so Rückschlüsse auf Krankheiten oder Stress ziehen. Diese Technik, so Jaguar Land Rover, werde sonst in Krankenhäusern verwendet. Wird der Fahrer beispielsweise ohnmächtig, kann das (autonome) Auto das Fahren übernehmen – das ist auch eine probate Lösung, wenn der Fahrer höllisch gestresst ist. Feine Vorstellung: Das Auto übernimmt das Steuer, dimmt das Licht, macht's kuschelig warm und stellt die Lounge-Mucke an. Ist der Fahrer wieder entspannt und ausgeruht, kann er selber wieder weiterfahren – wenn das Auto es aufgrund seiner Messdaten erlaubt.

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Das Infotainmentsystem kann Gedanken lesen

Die dritte Neuentwicklung, die Jaguar Land Rover nun vorgestellt hat, betrifft die Steuerung des Infotaiment-Systems. Wolfgang Epple, Leiter der JLR-Forschungsabteilung: "Der Fahrer schaut instinktiv auf den Infotainment-Monitor oder die Armaturentafel, wenn er Knöpfe zur Navigation, Musikauswahl oder zum Telefonieren drücken möchte." Das lenke vom Verkehrsgeschehen ab. Ein "Vorhersage-Screen" soll dank ausgeklügelter Kameratechnik schon bei der Handbewegung erkennen, welchen Knopf der Fahrer drücken möchte und das dann selber tun – der Schalter muss nicht gedrückt werden, sondern die Auswahl findet "mitten in der Luft" statt. Per Ultraschallwellen soll ein "Berührungsgefühl" entstehen, sodass der Fahrer weiß, dass er das Knöpfchen auch wirklich erwischt hat.

Autor: Maike Schade

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