Jaguar XF 2.2 D: Fahrbericht — 04.07.2011

So knurrt der 5,4-Liter-Jaguar

Nach der Modellpflege arbeitet im Jaguar XF 2.2 D jetzt ein Vierzylinder-Diesel. Schockierend ist das! Oder etwa doch nicht? Diese Frage beantwortet der erste Fahrbericht.

Möglicherweise wird das Jaguar-Gründer Sir William Lyons nicht gerade gut gefallen: ein Jag mit Vierzylinder-Motor. Unerhört! Der erste Vierer seit dem Mark IV 11/2 Litre von 1949, wenn wir mal die unglückselige X-Type-Ära unter die Fußmatten kehren. Doch Lyons hätte beim Stichwort CO2-Flottenausstoß auch allenfalls an die Schiffe Ihrer Majestät gedacht und kaum an den Gesamtverbrauch seiner Autopalette. Spätestens wenn er ein paar Meter mit dem neuen Jaguar XF 2.2 D gefahren wäre, hätte er seine Zustimmung gegeben. Obwohl der neue 2,2-Liter-Vierer aus dem Ford- und Peugeot-Regal im XF nicht die Jaguartypischen Manieren zeigt und seine Zylinderzahl nicht ganz verbergen kann. Etwas knurrig ist er – wobei das sanfte Abstellen beim Ampelstopp kaum auffällt.

Überblick: News und Tests zu Jaguar

Wie sein Vorgänger hat der XF 2.2 D 450 Nm Drehmoment bei 2000 Touren.

Ebenso sanft springt der Turbodiesel wieder an, anders als seine V6-Diesel-Kollegen im XF verfügt er über eine Start-Stopp-Automatik. Das funktioniert dank einiger Ingenieurfinessen besser und sanfter als bei den meisten Konkurrenten mit Automatikgetriebe. Eine davon: Ein Druckspeicher hält im Getriebe einen Ölvorrat bereit, damit beim Start blitzschnell der richtige Gang eingelegt werden kann. Was dann überhaupt noch gegen den Vierer im Jag spricht? Nicht viel, auch nicht der Blick auf die Fahrleistungen. Wie sein Vorgänger hat er 450 Nm Drehmoment bei 2000 Touren und das bessere, weil enger gestufte Getriebe. Das sich übrigens sehr bemüht, die leichte Anfahrschwäche zu überspielen.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Ein Billig-Jag ist der Vierzylinder nicht. Die Preisliste beginnt bei 44.900 Euro – inklusive Achtstufenautomatik, Xenonlicht und Parkpiepsern hinten. Und der CO2-Ausstoß? Gerade mal 149 g/km. Das sind 5,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Noch Fragen, Sir William?

Technische Daten Jaguar XF 2.2 D: Vierzylinder, Turbo, vorn längs •  vier Ventile pro Zylinder • Hubraum  2179 cm3 • Leistung 140 kW  (190 PS) bei 3500/min • max. Drehmoment  450 Nm bei 2000/min •  Hinterradantrieb • Achtstufenautomatik  • 0–100 km/h 8,5 s •  Spitze 225 km/h • EU-Mix 5,4 l  Diesel/100 km • CO2 149 g/km • Preis: ab 44.900 Euro.

Heinrich Lingner

Fazit

Puristen mag es nicht gefallen, doch der 2,2-Liter-Diesel, der schon im Peugeot 508 überzeugte, passt auch in den XF. Er ist kultiviert und kräftig, nur sein leicht brummiger Akzent ist im noblen Jaguar leicht gewöhnungsbedürftig. Wertung: vier von fünf möglichen Sternen.

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Kommentare zum Artikel (14)

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Marco_BS
24.08.2011, 15:12Uhr

Mit dem Modell kann sich Jaguar echt sehen lassen! Die alten Jaguar gefielen mir weniger, aber dieser kann mit der Konkurrenz gut mithalten. Einzig den Preis finde ich weniger gerechtfertigt...

Alfredo
23.07.2011, 18:16Uhr

Wer einmal Jaguar gefahren ist, für den kommt eine andere Marke meistens nicht mehr in Frage. Bei Jaguar ist man bei den angebenen Verbrauchswerten sehr real.

faustulus
14.07.2011, 11:01Uhr

Wunderschönes Auto, Langzeitqualität fraglich.Fahre selbst A6Avant jeweils Quattro Nr.1 350t Km Nr2 280tKmNr3 jetzt 108tKm,das Service ist sauteuer aber gut,auch an fast jeder Ecke zu haben,Mobilitätsgarantie auch bei falschtanken um 7:00 abends und Schneetreiben.
Besser im Saft steht der BMW auch bei den 4 Zylindern ,aber ich brauche 4 Radantrieb.Gewechselt vom 524 Td habe ich aber wegen dem Service Also wie schade wieder kein Jag.Der Werterhalt ist unter schönes Hobby einzustufen.Nächstes Auto: wer bringt den TD-Hybrid in der Kofortklasse?

gut
11.07.2011, 16:01Uhr

eine echte alternative zur üblichen massenware

killerm@ster
08.07.2011, 16:07Uhr

Der XF ist auch von der Klasse her über dem A6. Wenn, dann sollte man den XF mit dem A7 vergleichen. Und der beginnt bei 48.900€ - und hat fast genauso wenig Basisausstattung wie der A6.

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