Jaguar XF 2.2 Diesel: Test
— 28.09.2011Jetzt kommt der Adel zur Vernunft
Die feinen Herrschaften lernen das Sparen: Der neue Jaguar XF kommt jetzt auch mit einem Vierzylinder-Diesel. Ein Armutszeugnis für die Edelmarke – oder ein schlauer Schritt in die Jaguar-Zukunft?
Überblick: Alle News und Tests zum Jaguar XF
Möglich macht diese Sparoffensive ein starker französischer Einfluss. Der 2,2-Liter-Vierzylinder (so was gab es zuletzt 2009 im X-Type) stammt aus der Entwicklungsabteilung von Peugeot/Citroën. Während PSA dem Biturbo 204 PS entlockt, reichen den Briten 190 PS. Doch die fehlenden 14 PS stellen kein Problem dar. Der XF geht mit seinem Common-Rail-Diesel dank 450 Newtonmeter Drehmoment alles andere als zimperlich zu Werke. Beim Beschleunigen lässt er zwar immer wieder die für Jaguar eigentlich unwürdig geringe Zylinderzahl erkennen, reiht sich mit 8,7 Sekunden bis 100 km/h aber stets an der Spitze des Feldes ein. Einzig eine leichte Verschnaufpause beim Anfahren lässt sich kritisch anmerken. Wenn der Jaguar dann erst mal läuft und die Autobahn erobert, verflacht das Geräusch zu einem gemütlichen Brummen. Erst bei angezeigten 240 km/h (echte 225 km/h) kommt die Tachonadel ins Stocken. Nein, ärmlich wirkt dieser Selbstzünder nicht. Im Gegenteil.Überblick: Alle News und Tests zu Jaguar
Der immerhin 1856 Kilo schwere Jaguar ist gut motorisiert, bleibt mit 7,7 l/100 km Testverbrauch auch halbwegs bescheiden. Zu dieser Zurückhaltung an der Zapfsäule trägt neben dem effizienten Motor auch die Getriebe-Automatik bei – sie ist ohne Aufpreis an Bord. Die Achtstufenautomatik von ZF sortiert die Gänge nicht nur blitzschnell und weitgehend ruckfrei, sie senkt auch höchst effektiv die Drehzahl. Bei Tempo 200 liegen im höchsten Gang gerade mal bummelige 3000 Touren an. Weitere Zehntel spart das ebenfalls serienmäßige Start-Stopp-System, das unauffällig wie ein guter Butler den Motor im Stand abschaltet und beim Lösen der Bremse wieder startet. Allerdings würden wir uns die Ruhezeiten durchaus ausgedehnter wünschen. Zu oft springt der Diesel nach einigen Sekunden schon wieder an, lange bevor wir tatsächlich weiterfahren können. Die letzte Trittsicherheit fehlt auch dem Fahrwerk. Federn und Dämpfer brechen zwar niemandem einen Zacken aus der Krone, der XF rollt aber viel hölzerner ab als zum Beispiel E-Klasse oder 5er.Mit den aufpreispflichtigen 19-Zoll-Walzen (1520 Euro) rumpelt der Brite zudem mit der Grazie eines Hooligans über Schlaglochstrecken und belästigt die Insassen fast unentwegt mit einem leichten Zittern. Dazu kommt, dass die auffällig schmalen Sitze keine optimale Sitzposition bieten und im Fond nicht nur gekrönten Häuptern die Luft überm Scheitel ausgeht. Eine Verbeugung, die der Schönheit des Blechs geschuldet ist. Im Zuge des aktuellen Faceclifts hätten wir uns außerdem ein paar Verbesserungen an der immer noch verwirrenden Touchscreen-Bedienung gewünscht und an der direkten, in der Rückmeldung aber viel zu unpräzisen Lenkung. Doch das hat Jaguar sich wohl ebenfalls gespart.
| Fahrzeugdaten | Jaguar XF 2.2 Diesel |
|---|---|
| Motor | Vierzylinder, Biturbo, vorn längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/4 |
| Nockenwellenantrieb | Zahnriemen |
| Hubraum | 2179 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 140 (190)/3500 |
| Nm bei 1/min | 450/2000 |
| Vmax | 225 km/h |
| Getriebe | Achtstufenautomatik |
| Antrieb | Hinterradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 245/40 R 19 Y |
| Radgröße | 8,5 x 19" |
| Abgas CO2 | 149 g/km |
| Verbrauch* | 6,6/4,8/5,4 l |
| Tankinhalt | 70 l/Diesel |
| Anhängelast gebremst/ungebremst | 1850/750 kg |
| Kofferraumvolumen | 540 l |
| Grundpreis | 44.900 Euro |
| * innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km | |
| Messwerte Jaguar XF 2.2 Diesel | |
|---|---|
| Beschleunigung | |
| 0–50 km/h | 2,7 s |
| 0–100 km/h | 8,7 s |
| 0–130 km/h | 14,4 s |
| Zwischenspurt | |
| 60–100 km/h | 5,2 s |
| 80–120 km/h | 6,3 s |
| Leergewicht/Zuladung | 1856/464 kg |
| Gewichtsverteilung vorn/hinten | 52/48 % |
| Wendekreis links/rechts | 12,0/12,0 m |
| Bremsweg | |
| aus 100 km/h kalt | 35,9 m |
| aus 100 km/h warm | 34,1 m |
| Innengeräusch | |
| bei 50 km/h | 57 dB (A) |
| bei 100 km/h | 63 dB (A) |
| bei 130 km/h | 69 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 7,7 l D – 205 g/km |
| Reichweite | 900 km |
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Kommentare zum Artikel (37)
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Na geht doch! Bei diesem Leergewicht sind die möglichen Verbräuche akzeptabel.
Schönes Auto. Ein bischen mehr Leistung als der BMW 520 d und Biturbo.
bei 120 verbraucht der BMW 520dA 4,7 Liter und der Jaguar XF 2.2 Diesel eben 5,4 Liter. Das sind die Fakten
oh Mann, die 7,79 Liter des 520D sind ein Durchschnittswert einer Vielzahl von Einträgen und deshalb aussagekräftiger als ein einmalig ermittelter Testverbrauch. Kann man doch kapieren, oder?
Ich gehe davon aus, dass der Jaguar in einem ähnlichen Bereich liegen wird. Die von einigen für den 520D genannten 4,7 Liter sind insofern völlig unrealistisch.
Und was soll der Hinweis mit den Firmenzulassungen? Glaubt jemand, ein Jaguar wird haupsächlich privat zugelassen?
Zur Zeit fahre ich den PT Cruiser. Klasse Auto mit Speed.