Jaguar XJ

Jaguar XJ Jaguar XJ

Jaguar XJ

— 19.09.2002

Der neue große Jaguar

Wir müssen schon genau hinsehen: Ja, das ist ein ganz neuer Jaguar. Die wichtigsten Neuerungen aber bleiben zunächst verborgen: Alukarosserie und Luftfederung. Damit wird der XJ leichter und komfortabler.

Die XJ-Reihe gehört seit 1968 so untrennbar zum englischen Straßenbild wie die roten Doppeldecker-Busse und die schwarzen Taxis. Mehr als 800.000 Stück hat Jaguar von seinem Spitzenmodell bislang verkauft. Im März 2003 kommt die Neuauflage auf den Markt. Bei der Vorabpräsentation rollten die Engländer auch die sechs Vorgängertypen ins Rampenlicht. Bühne frei für 34 Jahre Oberklasse-Tradition, mal so kurvig und lasziv wie Liz Taylor, mal etwas schlanker, aber immer klassisch proportioniert und very British. "Einen Jaguar muss man auf den ersten Blick als Jaguar erkennen", fordert der Chefdesigner Ian Callum. "Rasse und Klasse statt kurzlebiger Effekthascherei heißt daher unser Ziel."

34 Jahre Oberklasse-Tradition

Cockpit im klassischen "My car is my castle"-Design – garantiert ohne umstrittene Elektronik im Stil von iDrive.

Dazu kommen im Fall des neuen XJ ein paar handfeste funktionelle Vorteile: Das um neun Zentimeter angehobene Dach erleichtert den Einstieg und verbessert die Kopffreiheit, der um 16 Zentimeter gewachsene Radstand schafft mehr Platz für lange Beine, das neu gestaltete Heck vergrößert das Kofferraumvolumen von 410 auf 475 Liter, der Tankinhalt wächst von 81 auf 85 Liter, und die aus Aluminium gefertigte Karosserie ist 40 Prozent leichter und 60 Prozent verwindungsfester als der bisherige Korpus aus Stahl.

Hinten mehr Platz als bei der Konkurrenz

Eine erste Sitzprobe beweist: Die Fondpassagiere genießen im neuen XJ selbst bei vollständig zurückgeschobenen Vordersitzen mehr Kopf- und Beinfreiheit als in der Konkurrenz aus Germany. Fahrer und Beifahrer müssen sich dagegen einschränken – die Nischen zwischen Türtafel und Mittelkonsole haben eher Economy- als First-Class-Format. Außerdem zielt der überdimensionierte Zündschlüssel genau auf die rechte Kniescheibe des Lenkers.

Und die Qualität? Die Werkstoffe sind (noch?) nicht der Weisheit letzter Schluss: billiger Plüschhimmel, wenig ansprechende Kunststoffe, plastifiziertes Leder. Keinen Anlass zu Kritik gibt dagegen die Bedienung. "Ein Auto sollte sich nicht mit dem Fahrer anlegen, sondern ihn unterstützen", erklärt der Jaguar-Chef Mike Beasley. "Deshalb verzichten wir bewusst auf komplexe Systeme, die überfordern, ablenken und verwirren."

Der neue große Jaguar ist optisch nur leicht verändert. Das liegt nicht an der Einfallslosigkeit der Designer, sondern ist Firmenphilosophie.

Der zwischen 1555 und 1665 Kilo leichte XJ besitzt eine serienmäßige Luftfederung, die sich selbsttätig um die passende Abstimmung kümmert: komfortabel bei gemütlicher Gangart, straff bei sportlicher Fahrweise, abgesenkt bei hohem Tempo, mit konstanter Bodenfreiheit selbst bei voller Beladung.

Motoren und Versionen

Zur Auswahl stehen zunächst vier Motoren, die leider nur der EU-3-Abgasnorm entsprechen:

• 3.0 V6, 238 PS/293 Nm, 0–100 km/h in 8,2 s, 238 km/h Spitze, Verbrauch 10,5 l S

• 3.5 V8, 258 PS/345 Nm, 0–100 km/h in 7,0 s, 250 km/h, 10,9 l S

• 4.2 V8, 298 PS/411 Nm, 0–100 km/h in 6,5 s, 250 km/h, 10,9 l S

• 4.2 V8R, 395 PS/541 Nm, 0–100 km/h in 5,3 s, 250 km/h, 12,3 l S

2004 folgt die Langversion, 2005 der V6-Diesel und die luxuriöse Daimler-Variante. Bei uns will man den XJ-Absatz schon im ersten Jahr auf 2200 Stück verdoppeln – womit sich der Jaguar in der Höhle der Löwen einen fetten Brocken sichern würde.

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