Jaguar XK 5.0 /Mercedes SL 500/Porsche 911 Carrera S: Vergleich
— 02.07.2012
Legenden der Leidenschaft
Egal ob der klassizistische Jaguar XK, der perfektionistische Mercedes SL oder der fantastische Porsche 911 – alle drei gehören zu den besten Cabrios ihrer Zeit.
Es sind Momente, wie es sie nur im Cabrio gibt, Momente, in denen du alles abschüttelst, ohne wirklich schnell zu sein. Ob im schaumigen Vollbad eines
SL 500, ob druckbetankt durch einen
911 Carrera S, wenn einen allein schon der Klang der drei Ziffern damit überschüttet; oder eben ganz britisch wie Nieselregen im
XK, wo es einen nach und nach, am Ende aber umso mehr durchtränkt. Bei allen ist Glück Prinzip, Berufung und zugleich Beweis dafür, dass es offenbar nicht von allein kommt, sondern bis zu vollkommener Seligkeit reifen muss.
Jaguar XK 5.0 Cabrio ist mit 385 PS das schwächste Glied in der Kette.
Jaguar XK 5.0 Cabrio Mit 385 PS ist er der Schwächste im Vergleich. Und wahrscheinlich ist genau das seine größte Stärke. Ein Sprint mit ihm ist verschenkte Zeit, eine Ideallinie nur das, womit man Kurven kastriert, und Alter etwas, das man ihm stellenweise vielleicht anmerkt, für das er sich aber nicht zu schämen braucht in einer Welt, in der neuerdings sogar A-Klassen jung sein wollen. Erst der Dynamikmodus küsst ihn wach. Dann, wenn er innerlich enger zusammenrückt, der Fünfliter ganz nah ans Gaspedal rutscht und die feine Automatik aktiv mitspielt, statt nur Regie zu führen, lässt sich ansatzweise erspüren, wie sein Uropa einst in Le Mans gewann.
Seit 1948 baut ihn Porsche, seit 49 Jahren als 911. Er beweist, dass nicht retro sein muss, wer sich treu bleibt.
Porsche 911 Carrera S Cabrio Die Geschichte des 911 verläuft genau umgekehrt. Sein Konzept kommt von ganz unten, malocht am Wirtschaftswunder mit, mobilisiert die Massen und ist heute selbst deren größter Held. Seit 1948 baut ihn Porsche, seit 49 Jahren als 911. Er beweist, dass nicht retro sein muss, wer sich treu bleibt. Lüfterrad und Saugrohr haben sich im Zuge seiner Evolution zwar abgeschafft, der Stilbruch, den seine Jünger deswegen stets schon im Vorfeld begreinen, passiert ihm jedoch nie. Seine Konstante ist das physikalische Paradoxon des Heckmotors, variabel grundsätzlich nur das, was ihn optimiert. Und auch wenn vor jedem Modellwechsel die Ansicht hochkocht, dass das nicht gehen könne, haben sie es nun zum sechsten Mal gemacht.
Ein Artikel aus AUTO TEST
Mercedes führt mit 435 PS und einem Drehmoment von 700 Newtonmeter zumindest auf dem Papier.
Mercedes SL 500 Selbst für einen
SL 500 geht es trotz 35 PS Vorsprung nur darum, den Rückstand einigermaßen einzudämmen. Zwar fußt auch seine Geschichte im Rennsport der Fünfziger, wie der Jag ist er mit den Jahren aber doch deutlich ruhiger geworden. Alles beginnt 1954 mit einem der schnellsten Sportler seiner Zeit, jener Coupé-Legende, die immer alle überflügeln wird und nach neun Jahren als Roadster ausklingt. Mit der Pagode wird der SL schließlich ganz Cabrio, in den Neunzigern erstmals mit Metall überdacht und jetzt auch endlich wieder das, was er als Initialen am Hintern trägt. Für sich genommen klingen 1,7 Tonnen zwar nicht übertrieben superleicht, in Relation zum Vorgänger jedoch sind sie es allemal.
Mehr Bilder und Informationen gibt es oben in der Bildergalerie.
| Technische Daten |
Jaguar XK 5.0 Cabrio |
Mercedes SL 500 |
Porsche 911 Carrera S Cabrio |
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| Motor |
V8 |
V8 Biturbo |
B6 |
| Hubraum |
5000 cm³ |
4663 cm³ |
3800 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min |
283 (385)/6500 |
320 (435)/5250 |
294 (400)/7400 |
| Drehmoment (Nm) bei 1/min |
515/3500 |
700/1800-3500 |
440/5600 |
| ECE-Normverbrauch (Durchschnitt auf 100 km) |
11,2 S |
9,1 S |
8,9 SP |
| Beschleunigung 0-100 km/h |
5,6 s |
4,6 s |
4,5 s |
| Höchstgeschwindigkeit |
250 km/h |
250 km/h |
299 km/h |
|
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| Grundpreis |
99.400 Euro |
117.096 Euro |
114.931 Euro |
Autor:
Stefan Helmreich
Fazit
Ein Fünfliter-XK ist das Cabrio für den Moment, der SL 500 eines, das ewig bindet, und der Carrera S das für die, bei denen auch die beste Zeit immer eine Bestzeit sein muss. Was eint, ist nur die Erkenntnis, dass man Glück zwar tatsächlich kaufen kann, es jedoch erst einmal kaufen können muss.