Jaguar XK8 Cabriolet

Jaguar XK8 Cabriolet Jaguar XK8 Cabriolet

Jaguar XK8 Cabriolet

— 04.06.2004

Feine Nasen-Kosmetik

Tiefere Nase, neue Spoiler, neue Schweller: Das Jaguar-Cabriolet wurde geliftet – und bleibt doch ganz das alte. Zum Glück.

Ein Stück englischer Gelassenheit

Was haben Mr. Bean, Pfefferminzsoße und ein Jaguar XK8 Cabriolet gemeinsam? Man braucht sie nicht wirklich im Alltag, aber es gibt Momente, da geben sie dem Leben erst die richtige Würze. Zum Beispiel, wenn man im Jaguar mit offenem Dach durch einen milden Samstagnachmittag cruist – dann schnuppert die Nase plötzlich selbst am schnöden Elbstrand einen Hauch von Côte d’Azur.

Die Gelassenheit, die in diesem Stück England wohnt, schleicht sich gratis in die Seele. Gut so, denn für 81.080 Euro hat man ein teures Stück Auto-Paradies gekauft. Seitdem der Zweisitzer mit der hemmungslos üppigen Motorhaube 1996 erschien, hat Jaguar den XK eher stiefmütterlich weiterentwickelt. Erst im vergangenen Jahr kam der neue 4,2-Liter-V8, jetzt folgt dezente Gesichts-Kosmetik mit einer tieferen Nase und neuen Spoilern vorn wie hinten.

Erhalten blieb jeder Blechschwung, der nur irgendwie an den legendären E-Type erinnert, sodass meine Nachbarin weiterhin schmachtet: "Ach, ist der schön!" Ein rollender Ausweis von gutem Geschmack, die exklusive Alternative (pro Jahr 300-mal verkauft) zum Mercedes-Benz SL. Weil viele so denken, steht der XK8 im Herzen von Autofans unter Artenschutz. Kritik grenzt an Majestätsbeleidigung.

Technische Daten und Bewertung

Erhalten blieb leider auch die britische Schrulligkeit, aus so viel Blech nur einen schmerzhaft engen Innenraum zu zaubern. Große Figuren hocken hoch auf den kurzen Sitzchen und klemmen den Kopf schräg unters flache Stoffdach. Die Rundumsicht ist bescheiden, der große Wagen zittert auf Bodenwellen wie ein Wackelpudding. Kein Vergleich zum SL.

Schnell wird klar, dass der XK8 kein Sportler sein will, sondern Snob. Der Achtzylinder flüstert, die Sechsgangautomatik schaltet sanft wie der leise Flügelschlag eines Zitronenfalters. Die gesitteten 298 PS reichen für zornige Antritte und abgeregelte 250 km/h Spitze – sind jedoch bei der britischen Sänfte ebenso deplatziert wie die neuen 20-Zoll-Räder, die den Abrollkomfort unfein schmälern.

Viel lieber wählt der Glückliche, der den XK8 als Zweit- oder Drittwagen bewegt, aus den neuen Extra-Paketen. Oder greift gleich zum Kompressor-XKR, den 50 Prozent aller Käufer wählen und der 11.040 Euro teurer ist. Man hat’s ja. Frei nach dem Motto: Liebling, heut wär mir nach Jaguar.

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