Jaguar XKR Cabrio (ab 1998)

Gebrauchtwagen Jaguar XKR Cabrio Gebrauchtwagen Jaguar XKR Cabrio

Jaguar XKR Cabrio (ab 1998)

— 05.04.2005

Lack und Leder

Liebe auf den ersten Blick – das gibt’s auch beim Auto. Handelt es sich beim Objekt der Begierde aber um ein gebrauchtes Jaguar XKR Cabrio, heißt es, kühlen Kopf zu bewahren: Diese Liebe kann teuer zu stehen kommen.

Qualität und Verarbeitung

Manche Dinge müssen einfach mal passieren. Nein, wir singen jetzt nicht die alte Leier vom Pflanzen der Bäume, Häuslebauen oder der Zeugung eines Sohnes – wir betrachten das Leben lieber von der rasanten Seite. Und erinnern uns an die Worte unserer Ahnen: "Wer nie Jaguar gefahren ist, hat nicht gelebt."

Wertverlust gehört zum Jag wie Alkohol zum jungen Prinz Harry, also auf zum Gebrauchtwagenhändler! Da der Frühling bereits mit den Hufen scharrt, parkt ein Cabrio auf der Einkaufsliste. Nichts gegen den XJ oder das Coupé, doch die ersten Sonnenstrahlen sollten ungehindert aufs Leder fallen. Jaguar ist für feine Innenraum-Materialien bestens bekannt, erst die jüngeren Modelle S und X-Type bemühen sich erfolgreich um einen schlechten Ruf.

Um passende Worte, die Verarbeitung betreffend, zu finden, muß zuvor die Anfahrtsrichtung geklärt werden: Wer aus der italienischen Sportwagenecke kommt, äußert sich anerkennend über die Qualität. Ganz anders die Stuttgarter Boxerfreunde, die einen XK bestenfalls für einen 911 in Zahlung geben würden. Im Klartext: Nach spätestens drei Jahren nervt das Klappern der Kabel, die Karosserie des Cabrios verwindet sich bereits ab dem ersten Tag und wirkt ab 150.000 Kilometern etwas müde.

Karosserie und Fahrwerk

"Was nichts kostet, ist nichts wert", fallen uns da wieder die Ahnen ein, was nach einem Blick unters Blech ruft. Die Briten haben ihr Rostproblem teilweise in den Griff bekommen. Die von Jaguar für kritisch befundenen Stellen sind verzinkt, weshalb sich der Rost auf die unverzinkten Bleche konzentrieren kann. Das macht er gern; vor allem, wenn der Wagen auch im Winter gefahren und an Pflege gespart wurde.

Wesentlich besser ist die Auspuffanlage, sie leistet erstaunlich lange ihre Dienste. Dennoch wird sie gern getauscht, denn manche Katzenhalter bevorzugen Röhren statt Schnurren und werden im Hause Arden fündig. Ebenfalls nicht unbeliebt ist die Aufhebung der V-Max-Sperre, über deren Sinnhaftigkeit wir nicht urteilen wollen. Nur soviel: Der Motor wirkt dann wesentlich sportlicher als das Fahrwerk.

Letzteres kann mit spröden Gummilagern nach fünf Jahren auf die Brieftasche drücken. Ach ja, der Motor: Wir geben dem XKR mit Kompressor und 363 PS grünes Licht; wer ihn kennt, sieht den XK8 mit "nur" 284 PS als zweite Wahl an. Der Kompressor verdichtet zuverlässig, Vorstrafen sind hier selten.

Automatik und Elektrik

Mehr Probleme bereiten die Automatik und die Elektrik. Auch wenn der XK etwas betagt aussieht – unter seiner Haut steckt eine Menge High-Tech. Nicht jeder Mechaniker kommt damit klar, gar nicht selten klagen Jaguar-Fahrer über teure Reparaturen, die bei präziser Diagnose vermeidbar gewesen wären. Die Ersatzteilpreise sind ein heikles Thema; was bei der Anschaffung gespart wird, wandert nicht selten später über den Tisch. Vor allem Verschleißteile wie Bremsklötze und -scheiben sind regelmäßig fällig, wenn der XK sportlich bewegt wird.

Viel mehr liegt dem Cabrio das Cruisen, gern auch geöffnet – womit wir beim Dach angekommen sind. Sämtliche Gummileisten sind je nach Sonnenkontakt mit der Zeit von der UV-Bestrahlung spröde geworden und nicht mehr ganz dicht. Wer sichergehen will, investiert im Rahmen der Probefahrt etwas Kleingeld für die Waschstraße. Die zeigt, wo die Katze leckt.

Ob wir den XKR, beziehungsweise XK8 empfehlen, wollen Sie jetzt von uns wissen? Das kommt vor allem auf Sie an! Steht neben einer Garage noch Geld und ein Alltagsauto zur Verfügung – warum nicht? Ansonsten wäre uns das Reparaturund Kostenrisiko zu hoch. Die Ahnen würden dann vermutlich auch abraten.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 3/98 Jaguar präsentiert das XKR-Cabrio, zwei Jahre nach dem Coupé. Der Vierliter-V8 mit Kompressor leistet 363 PS und beschleunigt in 5,2 Sekunden von null auf 100 km/h. Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h 9/01 leichte Modellpflege: adaptives Rückhaltesystem A.R.T.S. serienmäßig, Tempomat (ACC) als Extra 9/03 Modellpflege: neuer V8-Motor mit 4,2 l Hubraum und 395 PS. Einführung des 6-Gang-Automatikgetriebes von ZF. Brembo-Bremsanlage, Xenon-Scheinwerfer und DSC Serie 4/04 Facelift: modifizierte Front- und Heckpartie. Neues Raddesign

Schwachstellen • spröde Verdeckleisten lassen Wasser in den Innenraum, was lästig und schlecht für das Leder ist • sportliche Fahrer bemerken einen auffallend starken Verschleiß an Bremsscheiben und -klötzen an beiden Achsen • das Automatikgetriebe gilt bis zum Baujahr 2003 als besonders anfällig, wenig zuverlässig sind auch die Elektrik und Elektronik zahlreicher Fahrzeuge

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer ohne Arbeitszeit am Beispiel Jaguar XKR-Cabrio, Baujahr 2003. Tief durchatmen, ein neues Getriebe ist ja nicht täglich fällig. Neue Bremsscheiben und klötze hingegen öfters, und da heißt es für XKR-Besitzer kräftig sparen.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Einen gebrauchten Jaguar kauft keiner so unüberlegt wie eine neue Waschmaschine, dahinter stecken meist viele Träume, die um Erfüllung flehen. Wer sich diesen Traum erfüllt, kennt meist die Risiken und Kosten dieses Wagens – und freut sich über die edlen Materialien und die zeitlose Form. Recht hat er!" Nikolaus Eickmann, AUTO BILD TEST&TUNING-Redakteur und Kfz-Mechaniker

Modellempfehlung Jaguar XKR-Cabrio (395 PS/291 kW)

Steuer: 284 Euro/Jahr, Euro 3 Verbrauch: Werksangabe 12,5 l/100 km, Testverbrauch 16,9 l/100 km Versicherung: Vollkasko (35, 500 Euro SB): 3829 Euro, Teilkasko (37, 150 Euro SB): 538 Euro, Haftpflicht (18): 985 Euro Inspektion: je nach Verschleiß, 420 bis 560 Euro Wertverlust: Nach drei Jahren verliert ein XKR-Cabrio 44 Prozent vom Neupreis, danach rund 6000 Euro Wertverlust pro Jahr

Autor: Nikolaus Eickmann

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