Jeep Cherokee und Grand Cherokee: Massenrückruf

— 19.06.2013

Jetzt also doch!

Anfang Juni 2013 hatte Chrysler einen Rückruf von 2,7 Millionen Jeep Cherokeee und Gran Cherokee kategorisch abgelehnt. Nun lenkt der Hersteller ein.



(dpa) Auf Druck der US-Verkehrssicherheitsbehörde startet Chrysler einen massenhaften Rückruf von Jeep-Geländewagen. Die Experten der NHTSA fürchten, dass der Tank in älteren Jeep Cherokee (in den USA: Liberty) und Jeep Grand Cherokee bersten und ein Feuer entstehen könnte, wenn die Autos von hinten gerammt werden. Die Behörde listete bis zurück ins Jahr 1996 derartige Unfälle auf mit 51 Todesopfern. Ob auch in Deutschland ein Rückruf eingeleitet wird, war nach Angaben eines Firmensprechers vom 19. Juni 2013 noch unklar.

Rückruf Jeep Cherokee/Grand Cherokee: Chrysler wehrt sich

Auch der kleinere Jeep Cherokee (in den USA: Liberty) aus dem Bauzeitraum 2002 bis 2007 ist von dem Rückruf betroffen.

Die US-Behörde NHTSA hatte von dem Hersteller verlangt, insgesamt 2,7 Millionen Wagen zurückzurufen, was Konzernchef Sergio Marchionne noch Anfang Juni 2013 vehement abgelehnte. Am 18. Juni 2013 lenkte der US-Autobauer zumindest teilweise ein: Annähernd 1,6 Millionen Jeeps werde in die Werkstätten beordert, inspiziert und nötigenfalls umgerüstet. Für die restlichen Wagen gilt eine "Aktion zur Kundenzufriedenheit", bei der nur unter bestimmten Umständen ein Besuch beim Mechaniker empfohlen wird.

Rückruf: Jeep Compass, Patriot und Wrangler

Die Sprachregelung kommt nicht von ungefähr: Die von Fiat kontrollierte Chrysler pocht weiterhin darauf, dass alle genannten Modelle "nicht defekt sind und zu den sichersten ihrer Klasse gehören". Der Fall habe jedoch "Bedenken bei den Kunden" geweckt, hieß es zur Begründung des Einlenkens. Die Autohersteller fürchten spätestens seit dem millionenfachen Rückruf von Toyota wegen klemmender Gaspedale vor drei Jahren einen teuren Imageschaden. Das Nein Chryslers zum Rückruf hatte Schlagzeilen gemacht, denn es kommt nicht oft vor, dass sich ein Hersteller gegen die NHTSA stellt. Die Verkehrssicherheitsbehörde hatte die Konstruktion der Jeeps beanstandet: Bei den Wagen sitzt der Tank hinter statt vor der Achse. Dies mache ihn verwundbarer für rückwärtige Crashs, schrieben die Experten der Behörde Anfang Juni 2013 in einem Brief an Chrysler. Die Lösung des Autoherstellers lautet: Bei Wagen, die keine Vorrichtung für eine Anhängerkupplung haben, wird diese nachgerüstet. Das soll das Heck fester und damit geschützter für Auffahrunfälle machen.

Jeep Cherokee: New York Auto Show 2013

Jeep Cherokee Modelljahr 2014 Jeep Cherokee Modelljahr 2014 Jeep Cherokee Modelljahr 2014
Der eigentliche Rückruf betrifft Jeep Grand Cherokee der Modelljahre 1993 bis 1998 sowie Jeep Cherokee (in den USA: Liberty) von 2002 bis 2007. Die parallel laufende Serviceaktion umfasst die großteils neu konstruierten Grand Cherokee von 1999 bis 2004. Hier wird nur geschaut, ob Anhängerkupplungen von Fremdherstellern spitze Kanten haben, die für den Tank gefährlich werden könnten. Falls nötig werden die Vorrichtungen dann gegen werkseigene ausgetauscht. Zu den erwarteten Kosten schwieg sich Chrysler in seiner Mitteilung aus.

Fahrbericht Jeep Grand Cherokee FL



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