Rückruf: 1,1 Millionen Autos betroffen

Jeep, Dodge, Lancia, Chrysler: Massenrückruf

— 29.06.2016

Rückruf mit besonderem Hintergrund

Fiat Chrysler ruft 1,1 Millionen Autos mit Achtgang-Automatik zurück – auch in Deutschland. Im Mittelpunkt: der Jeep Grand Cherokee. Der Fall sorgt in den USA für großes Aufsehen.

Das Cockpit eines 2014 Jeep Grand Cherokee Laredo
mit Automatik-Wahlhebel in der Mitte.

Fiat Chrysler startet Ende Juli 2016 in Deutschland einen Rückruf von rund 13.600 Fahrzeugen mit Problemen am Achtgang-Automatikgetriebe. Das bestätigte ein Sprecher von Fiat Chrysler Automobile (FCA) AUTO BILD. Es geht um den Dodge Charger und den Lancia Thema aus den Jahren 2012 bis 2014 und den Jeep Grand Cherokee von 2014 und 2015. Die Autos können wegrollen, wenn der Fahrer bei laufendem Motor aussteigt und der Wahlhebel nicht auf "Parken" steht. Das sei in Europa aber noch nicht passiert, teilte FCA mit. Das Problem: Der Positionswahlhebel der Automatik ändert seine Position nicht, sondern funktioniert ähnlich wie ein Joystick elektronisch und zeigt die gewählte Position auf einem Display an. Dies hatte in mehreren Fällen, vor allem in den USA, für Verwirrung gesorgt.
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"Es ist ein freiwilliger Rückruf", betonte der FCA-Sprecher. "Die Kunden werden oder sind angeschrieben worden. Sie können sofort in die Werkstatt fahren oder bis zum nächsten Servicetermin warten." Durch ein Softwareupdate soll nicht nur ein Warnsignal für den Fahrer bei falscher Wahl verstärkt werden, sondern der Hebel beim Öffnen der Tür mit laufendem Motor automatisch in die "P"-Position versetzt werden. Dies ist bei Audi und BMW, die das System ebenfalls verwenden, bereits üblich.

Jeep Grand Cherokee III im Test

Jeep Grand Cherokee III Jeep Grand Cherokee III Jeep Grand Cherokee III
Während in Europa vergleichsweise wenige Fahrzeuge betroffen sind, schlägt der Fall in den USA hohe Wellen. So legte jetzt die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde, die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA), einen Abschlussbericht zum Thema vor. Wie mehrere Medien berichteten, werden demnach 266 Unfälle mit 68 Verletzten mit den Getriebeproblemen in Verbindung gebracht. Zudem seien 686 Kundenbeschwerden bei FCA wegen des Wahlhebels ermittelt worden. Weltweit betrifft der Rückruf 1,1 Millionen Autos aus dem Fiat-Chrysler-Konzern, überwiegend in den USA (mit dem Chrysler 300 statt des Lancia Thema sowie 13.000 Maserati Quattroporte and Ghibli aus den Jahren 2014 und 2015).

Oberklasse-SUVs im Vergleich

Besondere Aufmerksamkeit bekam die Thematik zudem durch den Tod des "Star Trek"-Darstellers Anton Yalchin. Der 27-Jährige war am 19. Juni 2016 von seinem wegrollenden 2015er Grand Cherokee nahe seines Briefkastens an einem Metallzaun eingeklemmt und tödlich verletzt worden. Laut Polizeibericht lief der Motor, der Wahlhebel stand auf "N" wie neutral. Der Fall wird im Bericht der NHTSA erwähnt, Yalchin aber nicht namentlich genannt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, zog der Vorfall eine Sammelklage gegen Fiat Chrysler nach sich. Der Autobauer habe das fehlerhafte Design bei Schalthebeln von 811.000 Fahrzeugen verheimlicht, hieß es in der bei einem Gericht in Kalifornien eingereichten Schrift. FCA hatte kurz zuvor seine gut 2400 US-Händler mit der neuen Software beliefert. Ursprünglich war der Start der Rückrufaktion für Juli/August vorgesehen.

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