Jeep Grand Cherokee III im Test

Jeep Grand Cherokee III Jeep Grand Cherokee III Jeep Grand Cherokee III

Jeep Grand Cherokee III: Gebrauchtwagen-Test

— 24.06.2016

Deutsch-Amerikaner

Dieselmotor und Automatikgetriebe stammen von Mercedes. Ist allein das eine Empfehlung für die dritte Generation des Jeep Grand Cherokee? Der Gebrauchtwagen-Test klärt's.

Schon zu Neuwagenzeiten galt diese dritte Generation des Jeep Grand Cherokee als Tipp für Schnäppchenjäger, englisch: Smart Shopper. Denn der für den Europaverkauf im Magna-Werk im österreichischen Graz endmontierte Amerikaner hatte den gleichen Dreiliter-V6-Turbodiesel unter der Haube wie der in Amerika gebaute Mercedes ML 320 CDI, kostete aber bei vergleichbarem Ausstattungsniveau über 10.000 Euro weniger. Für den Gebrauchtkäufer ist der Jeep Grand Cherokee ebenfalls besonders interessant. Denn die Gebrauchtpreise rauschen beim Jeep deutlich schneller nach unten als beim amerikanischen Mercedes. Immer noch zahlt man für den Grand Cherokee erheblich weniger als für die M-Klasse, die auf dem deutschen Gebrauchtmarkt 50 Prozent teurer gehandelt wird.

Gebrauchtwagensuche: Jeep Grand Cherokee

Die US-V8 sind trinkfest, erreichen aber hohe Laufleistungen

Beliebt ist der Jeep Grand Cherokee nicht nur bei Sparfüchsen, sondern auch bei Liebhabern uramerikanischen Motorenbaus. Denn neben den Dieselmotoren gab es natürlich auch großvolumige V8-Motoren mit dem charakteristischen Gewittersound. Unübertroffen in Sachen Donnergrollen ist die 2006 nachgereichte Sportversion SRT8 mit 6,1 Liter großem Hemi-V8. Wesentlich komfortabler rollt man dagegen mit den nicht tiefergelegten V8-Versionen 4.7 und 5.7 durch die Lande. Beide gefallen mit überschwänglicher Spurtstärke aus dem Stand, das beim 4.7 ab rund 130 km/h deutlich nachlässt, beim 5.7 aber nicht. Über den Benzinverbrauch sollte man sich keine falschen Hoffnungen machen. Unter 15 Liter/100 km kommt man im Alltag nur bei amerikanischer Fahrweise und Verzicht auf Kurzstreckenfahrten.

Der deutsche Turbodieselmotor ist laufruhig, kraftvoll und standfest. Probleme gibt es nur an der Peripherie.

Deshalb ist die eigens für Europa produzierte Dieselversion hierzulande immer viel beliebter gewesen und auch heute viel häufiger auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Warum mit Mercedes-Motor? Weil Daimler und Jeep-Mutter Chrysler bei der Entwicklung des Grand Cherokee III liiert waren (1998 bis 2007). Objektiv spricht wenig gegen den deutschen Turbodieselmotor. Er ist laufruhig, kraftvoll und standfest. Probleme gibt es nur ab und zu an seiner Peripherie: Dieselpumpe, Turbolader, Einspritzdüsen. Dies können ab 120.000 Kilometer die Problemzonen sein. Weit häufiger sind jedoch sämtliche Motorenversionen von einem Fahrwerksproblem betroffen. Die Nummer drei war der erste Grand Cherokee mit vorderer Einzelradaufhängung. Und deren Gelenke und Buchsen verschleißen auch bei normalem Straßeneinsatz viel zu schnell, sodass nicht wenige Autos bereits bei der ersten Hauptuntersuchung wegen zu viel Spiel an der Vorderradaufhängung durchfielen. Die Reparatur ist allerdings weder zeitraubend noch kostspielig, aber doch ärgerlich. Weil man als Laie die ausgeschlagenen Teile nur bei einer Probefahrt auf extrem grobem Kopfsteinpflaster poltern hört, sollte man beim Kauf eines Grand Cherokee III stets auf eine frische HU-Plakette bestehen.

Hakelige Zündschlösser sind typisch für den Jeep

Im Alter nervt der Grand Cherokee gerne mit klemmendem Zündschloss oder Ausfällen und Pixelfehlern von Navi und Radio.

Weitere Problemzonen, die man bei der Besichtigung prüfen sollte: hakelige und klemmende Zündschlösser, abgewetzte oder gar aufgeplatzte Sitzwangen, abgegriffene Lederlenkräder sowie spinnende Navigationssysteme und Radios. Bei unserer Fragebogenaktion zeigen sich die Grand-Cherokee-Besitzer sehr zufrieden mit ihrem Auto. Nur über die in der Tat sehr hohen Versicherungseinstufungen wird geklagt (36 Prozent). Mit den Vertragswerkstätten sind die Jeep-Fahrer dagegen überdurchschnittlich zufrieden. 91 Prozent stellen den Händlern ein gutes bis sehr gutes Zeugnis aus, auch wenn der Preis für eine große Inspektion mit durchschnittlich rund 700 Euro angegeben wird. Weil überdurchschnittlich viele Jeep-Fahrer ihre Marke mögen (46 Prozent), bleiben auch besonders viele dieser Marke beim nächsten Autokauf treu. Ein Grand Cherokee soll es für 55 Prozent wieder werden, zuzüglich 8 Prozent, die auf einen Wrangler Unlimited umsteigen wollen. Doch die deutschen Marken Mercedes, BMW und VW locken 32 Prozent zum Umsteigen. Bedenklich für Jeep.

Jeep Grand Cherokee III im Test

Jeep Grand Cherokee III Jeep Grand Cherokee III Jeep Grand Cherokee III
Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Die günstigen Gebrauchtpreise verführen. Doch man darf die Folgekosten nicht vergessen. Nicht wegen teurer Reparaturen, sondern vor allem wegen der extrem hohen Versicherungseinstufung. Nicht vergessen: Vorderachse prüfen lassen!

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.