Jeep Renegade: Fahrbericht

Jeep Renegade Jeep Renegade Jeep Renegade

Jeep Renegade: Fahrbericht

— 16.09.2014

So fährt der Jeep Renegade

Jeep geht mit dem Renegade neue Wege. Viele Spielereien sollen Abenteurer locken. Wie der Ami mit Fiat-Genen fährt, klärt ein erster Fahrbericht.

Als Trailhawk mit Geländeuntersetzung ist der Renegade ein echter Offroader.

Der neue Renegade ist eine rollende Entdeckungstour. Nicht nur, weil Jeep endlich ins Terrain eines Opel Mokka oder Nissan Juke vordringt, der kantige Neuling fordert seine Besitzer heraus, kleine versteckte Überraschungen am Auto zu entdecken. Wo ist die Spinne versteckt? Wo fährt der kleine Willy's Jeep über die Scheibe? Das erinnert teilweise an die Suche nach Ostereiern. So spielerisch kam die Marke mit den Militär-Wurzeln noch nie daher. "Unsere jüngsten Designer waren aufgefordert, die verrücktesten Ideen zu verfolgen," erzählt Klaus Busse, verantwortlich für das Interieur bei Chrysler/Jeep.

Optische Anleihen beim Ur-Jeep

Vorn ist ordentlich Platz auch überm Scheitel, hinten ist es relativ eng.

Das Ergebnis wirkt – grob betrachtet – erstaunlich konventionell. Der Renegade ist unter den  Windkanalgesichtern der Geradlinige, der optische Kennzeichen vom Ur-Jeep übernimmt: den senkrechten Grill mit Rundaugen, die eckigen Radhäuser oder die aufrechte Frontscheibe. Durch große Türen steigt man bequem ein, das hohe Dach lässt viel Luft nach oben. Auf der Rückbank wird es enger, dahinter ging der Sinn fürs Praktische verloren: Der Kofferraum ist schmaler als bei Konkurrenten, die Öffnungstaste liegt unter der Heckklappe, wo man sich im Winter schmutzige Finger holt. Wie früher bei Fiat.

Viele Teile stammen von Fiat

Das SUV entsteht als erster Jeep weit außerhalb der USA, tief im süditalienischen Melfi, wo bislang die Punto vom Band rollten. Daher stammen wesentliche Teile aus bekannten Fiat-Modellen, wie etwa Schalter, die Infotainment-Systeme oder die Motoren. Die drei Benziner leisten 120 bis 170 PS, die Diesel ebenfalls 120 bis 170 PS. Publikums-Liebling wird sicher der 1,4-Liter-Turbo, der mit 140 PS den Renegade in 9,3 Sekunden auf 100 schiebt: Ein leiser Kraftzwerg, der zur Entspannung an Bord beiträgt und nur beim Tanken verrät, dass er zu schleppen hat. Bei unserer ersten Testfahrt zeigte der Bordcomputer im Schnitt 9,2 Liter auf 100 Kilometer an. Das Fahrwerk, mit für Jeep typischen längeren Federwegen, beherrscht die gemütliche Tour. Und kommt der Renegade mal ins Wanken, greift schnell und eifrig das ESP ein.

Das Revier sind Biergärten oder Sportstudios

Im Tankdeckel sitzt eine Spinne, wenn auch nur eingeprägt.

Allrad wurde auf Italiens Asphalt nicht vermisst. Der Renegade dürfte der erste Jeep sein, der öfter als 4x2 gekauft wird. Als Feigenblatt und fürs Marken-Ego thront in der Modellpalette ganz oben die Version Trailhawk, die mit Allrad, Geländeuntersetzung und vorwählbarem Fahrprogramm überall durchkommen soll. So sieht Jeepness aus, die jedoch im Winter versagt, wenn der Vordermann mit Sommerreifen fährt und die Straße verstopft. Nein, das Revier des männlich designten Kasten sind Biergärten oder Sportstudios, wo der 1.4er ab 22.700 Euro das Anti-Weichei spielt. Mal sehen, ob die Herren genug Humor besitzen, um ihr Spielzeug vollständig zu entdecken. Die Spinne etwa ist im Tankdeckel eingeprägt, der Williys fährt unten rechts auf der Frontscheibe. Ein weiteres Osterei haben angeblich nicht alle Renegade, sodass Besitzer möglicherweise über den Yeti ins Gespräch kommen. Der läuft innen über die Heckscheibe.

Autor: Joachim Staat

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