Jeep Renegade im Vergleich

Jeep Renegade/Skoda Yeti/Suzuki SX4: Test

— 12.05.2015

Wie gut ist der neue Jeep Renegade?

Mit traditionellen und modernen Designelementen tritt der neue Jeep Renegade gegen seine etablierten Gegner Suzuki SX4 S-Cross und Skoda Yeti an.

"Bei Frauen, Unglcken und Gurken sind die kleinsten stets die besten." Vielleicht lsst sich dieses ungarische Sprichwort auch auf SUVs ausdehnen. Jedenfalls erfahren kleine SUVs unterhalb der hchst populren VW Tiguan-Klasse besonders viel Zulauf. Oder weichen die Kufer wegen der stndig steigenden Neupreise in ihrer Not auf immer kleinere Autos aus? Das wei man nicht, aber Tatsache ist, dass immer mehr Fahrzeughersteller ihr eigenes Superkompakt-SUV in den Ring schicken.

Beim Design setzt der Renegade auf Einzigartigkeit

Optisches Statement: Der Jeep Renegade trgt seine Andersartigkeit deutlich zur Schau.

Der neueste Zugang in der kleinen Klasse heit Jeep Renegade, misst 4,23 Meter und trifft damit fast auf den Zentimeter genau das Ma des Platzhirschen Skoda Yeti. Der gilt hier in Europa als Prototyp des superkompakten SUV. Der Renegade bemht mit unzhligen Designdetails das Image des breitschultrigen Outdoor-Freaks: mit fetten Dachsulen, mit Heckleuchten im Armee-Benzinkanister-Look, mit dickem Beifahrer-Haltegriff, mit stilisiertem Armee-Jeep im Frontscheibenrahmen und mit Auenfarben wie Sand oder dem Oliv des Testwagens. Gleichzeitig straft die Karosserieform des Jeep all diejenigen Lgen, die gern beklagen, dass heutige Autos zu rundgelutschten Seifenstcken verkommen sind. An den trutzigen Kanten des Renegade prallen solche Vorwrfe einfach ab.
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Motor und Fahrwerk bilden im Jeep ein angenehmes Duo

Entspannt und komfortabel: Die Federung des Renegade hat Jeep nicht allzu hart ausgelegt.

Die Vorteile einer solchen Formgestaltung werden auch im Alltag deutlich: Bei starker Sonneneinstrahlung brt man hinter der kleinen Jeep-Frontscheibe weit weniger als unter den heutigen Riesenflachscheiben. Und die aufrechten Flanken mit kastigem Heck verschaffen ordentlich Platz und Raumgefhl trotz kompakter Auenabmessungen. Man sitzt gut und berdurchschnittlich hoch. Die problemlose Servolenkung macht den Umgang leicht, und das Fahrverhalten gibt keinerlei Anlass zu Tadel. Schn auch, dass Jeep auf eine sportliche Fahrwerksabstimmung verzichtet hat, sodass der Renegade richtig angenehm federt. Eher den Kumpeltyp verkrpert der von Fiat stammende Turbodiesel. Er startet rau, gefllt aber mit krftigem Durchzug bereits ab 1400 Touren und nicht zu hohem Dieselverbrauch: 6,5 Liter/100 km im Test.

Der Skoda Yeti berzeugt mit seinen praktischen Talenten

Transporttalent: Der Yeti kann am meisten zuladen und darf die grte Last an den Haken nehmen.

Das kann auch der Skoda nicht besser, der bei gemigter Fahrweise auf den gleichen Testverbrauch kommt wie der Jeep. Der Yeti konsumiert nur dann einen halben Liter/100 km mehr als der Renegade, wenn man gern betont flott unterwegs oder die Gegend eher bergig ist. Dafr berzeugt der Skoda mit besserem Talent fr Transportaufgaben: Sein Laderaum hat 22 % mehr Volumen als der des Jeep; der Skoda darf berdies 75 Kilogramm mehr zuladen und satte 600 Kilogramm mehr anhngen. Der Innenraum des Yeti gefllt einmal mehr mit seinem Sinn frs Praktische. Ablagen, Ein- und Ausstieg, Variabilitt durch die vielfach einstell- und verschiebbaren Rcksitze hier macht dem durch seinen kleinen Wendekreis besonders handlichen Tschechen niemand etwas vor. Zumal der VW-Dieselmotor des Skoda auch kultivierter luft als der des Jeep.
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Die niedrige Dachlinie kostet den Suzuki Platz

Der SX4 ist am flachsten und verbraucht wenig, Raumgefhl und Platzangebot fallen nur mig aus.

Auf einen Fiat-Diesel setzt auch der Suzuki. Der Motor luft ebenfalls rauer, unkultivierter als der des Skoda. Doch dafr punktet der Suzuki mit erheblich niedrigerem Verbrauch. Es ist kein Problem, mit dem Suzuki mehr als einen Liter/100 km gegenber der Konkurrenz einzusparen. Das funktioniert auch fast unabhngig von der Fahrweise. Die erhebliche niedrigere Dachlinie des Suzuki mag zwar den Verbrauch senken, aber sie steht einem grozgigen Raumgefhl und auch einem groen Laderaum im Wege. Und das sprt man jederzeit bei einer Fahrt mit dem SX4 S-Cross. Man sitzt niedriger, hat weniger berblick und kann keine greren Frachtstcke in den Laderaum hieven als bei der Konkurrenz, obwohl der Suzuki das lngste Auto in diesem Vergleich ist. Die Innenhhe im Laderaum macht den Unterschied: Der Jeep bietet hier 10 Zentimeter mehr, der Skoda gar 18.
Alle News und Tests zum Suzuki SX4

Echtes Gelnde ist wirklich nicht das Terrain des SX4

Mit dem Suzuki SX4 sollte man schlechtes Geluf besser meiden.

Beim Fahren mit dem Suzuki strt ein wenig die zwar leichtgngige, aber gefhllose Lenkung, vor allem aber der ruppige Federungskomfort, der auch bei Beladung nicht besser wird. Dafr berzeugt der Suzuki, wenn es um Preis und Ausstattung geht. Er kombiniert den niedrigsten Grundpreis mit der besten Serienausstattung, sodass unter dem Strich der Jeep 2500 Euro mehr kostet, der Skoda sogar 4500 Euro. Dass der Yeti im Kostenkapitel noch aufholt, liegt an seinen zweijhrigen Wartungsintervallen, dem geringsten Wertverlust und dem niedrigsten Versicherungsbeitrag. Fr Jeep und Suzuki verlangen die Assekuranzen 21 % mehr. Der Suzuki hinkt nicht nur bei Transportaufgaben hinterher, sondern auch dann, wenn die Wege schwieriger werden. Das liegt nicht an seinem Allradantrieb, sondern vor allem an der zu geringen Bodenfreiheit sowie der langen und tiefen Nase, die beim erstbesten Schneehaufen knirschend aufsetzt.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

Der Skoda macht das ein wenig besser, einfach weil er immerhin 15 mm mehr Bodenfreiheit hat. Doch wer in dieser Klasse das Maximum will, liegt mit dem Jeep richtig. Er ist zwar technisch nicht anders aufgebaut als die Konkurrenz: direkter Frontantrieb plus variabler Heckantrieb per Mehrscheibenkupplung. Aber mit seiner gut abgestimmten Schlupfregelung und der greren Bodenfreiheit klettert er auf zwei Klassen hherem Niveau als Skoda und Suzuki.

Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Der Jeep gewinnt wegen seines guten Preis-Leistungs-Verhltnisses und der besten Gelndeeigenschaften. Nicht ins Bild passt seine magere Anhngelast. Der Skoda bleibt der variable, wendige Transportknig, der Suzuki ist besonders gnstig und sparsam, aber unkomfortabler.

Stichworte:

Allradantrieb SUV

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