Jetcar 2.5

Jetcar 2.5 Jetcar 2.5

Jetcar 2.5

— 18.11.2003

Ein Silberpfeil für Spritsparer

Platz für zwei, Großserientechnik, Verbrauch nur 2,5 Liter Diesel. Das Jetcar macht an – wäre da nicht der Preis: 48.000 Euro.

Flink wie ein Sportwagen

Von Michael von Klodt Die Vorsicht wäre nicht nötig gewesen: Ein altes Flugplatzgelände dient für die ersten Fahrversuche. "Sie können ruhig ordentlich Gas geben", kommt das Kommando vom hinteren Sitz. Und mit Nachdruck: "Fahren Sie mal mit viel Gas eine richtige Acht. Keine Angst. Da passiert nichts."

Und tatsächlich: Angst ist am Steuer des Jetcar fehl am Platz. Wie ein Sportwagen lässt es sich um die Ecken treiben. Nach den ersten Trockenübungen auf sicherem Terrain geht es auf Landstraße und Autobahn. Das macht noch mehr Spaß. Insbesondere beim Beschleunigen und Überholen. Trotz magerer 41 PS zieht der Leichtbau-Flitzer (Gewicht 660 Kilo) ordentlich ab. Spielend wird die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreicht. Nicht auszudenken, wie die Topversion, das Jetcar Sport II, mit exakt doppelt so viel PS zur Sache gehen wird. Doch vorerst gibt es nur diesen einen Prototypen.

Das erste 2,5-Liter-Auto aus Neuruppin. Christian Wenger-Rosenau (40), Vater des Jetcar und Chef der Jetcar Zukunftsfahrzeug GmbH, ist kein Mann der großen Worte. Der gelernte Maschinenbauer frisierte schon als Jugendlicher Motorräder, fuhr damit erfolgreich Straßen- und Geländerennen und war seit langem von der Idee besessen, "eine Mischung aus Auto und Motorrad zu bauen".

48.000 Euro kostet der Zweisitzer

Nach vier Jahren Arbeit stand das Jetcar 1 auf den Rädern. Optisch eher ein Zwitter aus Segelflugzeugrumpf und Seifenkiste, kratzte der Prototyp nur knapp am einst gesteckten Ziel vorbei. Mit einem Verbrauch von 1,6 Litern lag Wenger-Rosenau exakt einen Zehntel Liter über dem anvisierten Limit, einem Durchschnittsverbrauch von 1,5 Litern.

Doch der Grund für das Aus der Nummer eins war ein anderer. "Freunde und Bekannte", so der Tüftler, "haben mir klar gemacht, dass das Auto zu laut war und vor allem zu unsicher aussah." Die Idee zum Jetcar 2.5 wurde geboren. Die Entwicklungsziele waren schnell definiert: Durchschnittsverbrauch zweieinhalb Liter Diesel, voll alltagstauglich, Platz für zwei Personen, Kofferraum, Sicherheit auf Kleinwagenniveau.

Bald war klar, dass der ursprünglich angepeilte Verkaufspreis von nur 5000 Euro nicht mehr realisiert werden konnte. Und jetzt liegt er - für die erste limitierte Serie von 100 Exemplaren – sogar fast beim Zehnfachen: Für exakt 48.000 Euro kann man den Zweisitzer ordern. Grund genug für den engagierten Tüftler, einen externen Designer zu verpflichten, der die schicke Karosserie entwickelte, "um das Auto überhaupt noch verkaufbar zu machen". Individuelle Kundenwünsche werden gern berücksichtigt: Ob Navigation, Klimaanlage, Rückfahrkamera - alles ist möglich. Ein Airbag ist bereits serienmäßig an Bord.

Werbeträger und Sammlerstück

Bislang hat Wenger-Rosenau das Projekt aus eigener Tasche finanziert - seinen festen Stamm von derzeit fünf Mitarbeitern und die Werkstatt auf einem alten LPG-Hof. Auf eine Förderung hat er bewusst verzichtet. Denn ganz nebenbei projektiert der Allrounder mit großem Erfolg große Windkraftanlagen. Für die Produktion des Jetcar hat er bereits eine ehemalige Produktionshalle für Fertighäuser im Visier. Ab Frühjahr soll alle zwei Tage ein Exemplar montiert werden.

Die positive Resonanz vom ersten Messeauftritt auf der IAA lässt die Neuruppiner hoffen. Angeblich gibt es bereits mehr als 50 echte Kaufinteressenten. "Die einen wollen das Auto als Werbeträger", sagt der Selfmade-Autobauer, "die anderen sind Sportwagenfans, die schon andere teure Stücke in der Garage haben."

Und Wenger-Rosenau hatte auch Besuch von Ingenieuren großer Autofirmen – auch vom Einliter-Team von VW. Alle waren hoch interessiert und beeindruckt. Aber natürlich nur als Privatpersonen. Offiziell gibt es keinen Kontakt zwischen der Kleinstautoschmiede und den Großen der Branche. Mit einer Ausnahme. Denn Wenger-Rosenau nutzt für das Jetcar alle technische Komponenten (Motor, Achsen, Getriebe, Lenkung etc.) eines deutschen Kleinwagens. Dessen Namen will er partout nicht preisgeben. Dabei ist die Antwort klar, denn es gibt nur einen Kleinwagen mit einem Dreizylinder-Diesel mit 41 PS und 0,8 Liter Hubraum. Und der heißt Smart.

Kontakt Jetcar Zukunftsfahrzeug GmbH, Dorfstraße 53, 16816 Nietwerder, Tel.: 03391/ 70 09 39, www.jetcar.de

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