Kältemittel-Grafik

Kältemittel in Klimaanlagen

— 01.10.2013

CO2 gewinnt an Gewicht

Nach Toyotas Rückzug vom Killer-Kältemittel R1234yf nennt nun Daimler erstmals einen Zeitpunkt für die Einführung von CO2-Klimaanlagen. Viele Konzerne warten aber noch ab.

In die Diskussion um das umstrittene Kältemittel R1234yf kommt neue Bewegung. Waren bis vor einem Jahr noch alle Hersteller weltweit vom neu­en Stoff überzeugt, bröckelt die Pro-R1234yf-Koalition nun zusehends. Daimler hat angekündigt, voraus­sichtlich Ende 2016 die ersten Autos mit CO2-Klimaanlagen auszuliefern. Die Verträge mit Zulieferern seien un­terschrieben, gab Entwicklungsvor­stand Thomas Weber am Rande der IAA bekannt. Erstes Modell mit der neuen Klimaanlage müsste folglich die für 2016 erwartete neue E-Klasse sein. Damit bliebe die kommende Gene­ration der E-Klasse noch in der EU-Übergangsfrist. Von 2017 an dürfen in Europa keine Neuwagen mit dem alten klimaschädlichen Kältemittel R134a mehr verkauft werden. Was mit den übrigen Mercedes-Baureihen gesche­hen wird, ist noch unklar. Eine Umstellung der Klimaanlagentechnik während der laufenden Produktion erscheint jedoch schwierig und teuer.

Das umstrittene Kältemittel R1234yf

Das Kältemittel R1234yf soll nach dem Willen der Autoindustrie R134a in Pkw-Klimaanlagen ersetzen. Hintergrund: Die EU-Richtlinie 2006/40/EC verbietet in Automodellen mit Typzulassung nach dem 1. Januar 2011 ...

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Killer-Kältemittel: Suche nach Ersatz

Video: Killer-Kältemittel

R1234yf setzt B-Klasse in Brand

Mindestens genauso wichtig wie Daimlers Ansage dürfte Toyotas Rück­zug aus der Nutzung des Kältemittels R1234yf sein. Mit Toyota und Volkswagen in der Waagschale, nach Stückzahlen Num­mer eins und drei weltweit, schlägt der Zeiger zum ersten Mal ein Quäntchen in Richtung CO2-Klimaanlage aus. Und es könnte bald mehr wer­den. Denn Toyotas Stellung im asia­tischen Raum ist vergleichbar mit der von VW in Europa. "Toyota hat sich als japanischer Leitautomobilkonzern klar positioniert", sagt Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach. Deshalb erwartet er, dass auch die übrigen Japaner und Koreaner nachziehen werden. Dass der französische Chemiekon­zern Arkema kürzlich ankündigte, ab 2016 in die R1234yf-Produktion einzusteigen, überrascht Bratzel: "Das ist sehr spät und vor allem riskant. Das Thema könnte sich bis dahin bereits erledigt haben."

Hesteller setzen auf CO2 als Kältemittel

Eine Reihe von Herstellern will sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest­legen. Zum Beispiel Renault, die zwar derzeit R1234yf im Zoë nutzen, hier aber keine Sicherheitsbedenken haben, weil es am E-Mobil keine heißen Bau­teile in der Nähe der Klimaanlage gibt. Eine mögliche Entscheidung für CO2 in der Zukunft behält sich Renault aus­drücklich vor. Womöglich eine kluge Strategie, denn auch Stefan Bratzel sieht CO2 als zukünftigen Branchenstandard. Er gibt zu bedenken: "Hersteller, die sich in puncto Sicherheit beratungsresistent zeigen, könnten von den Kunden abge­straft werden."

Daimler testet Kältemittel-Alternative AC-6

Neues Kältemittel AC-6 Neues Kältemittel AC-6 Daimler-Schrfitzug

Autor: Frank Rosin

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