Untersuchungen zum Gefahrenpotential der Chemikalie R1234yf

Kältemittel R1234yf: KBA-Testbericht

— 08.08.2013

"Nicht ungefährlich"

Das KBA hat seinen mit Spannung erwarteten Bericht zu Test mit dem Killer-Kältemittel R1234yf vorgelegt. Ergebnis: Das Mittel ist "nicht ungefährlich", weitere Test seien dringend angeraten.

(rtr/dpa/cj) Der Streit über das Kältemittel R1234yf schwelt weiter. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hält das Mittel zwar für sicher, stuft das Kühlmittel aber dennoch in Extremsituationen als "nicht ungefährlich" ein. Das geht aus einem am Donnerstag (8. August 2013) veröffentlichten Zwischenbericht zu einer im Juni durchgeführten eigenen Testreihe hervor. So sei bei einem überhitzten Motor eine Entflammung nicht auszuschließen. Daher empfahl das KBA der EU weitere Untersuchungen. "Die Verwendung des Kältemittels basiert auf EU-Recht", sagte ein KBA-Sprecher. "Daher ist die EU gefordert, hier Lösungen zu finden."

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Die Brennbarkeit und die Bildung von ätzender Säure in extremen Situationen seien ein "deutlicher Hinweis" auf "eine weitergehende Problematik des Kältemitteleinsatzes von R1234yf", räumte das KBA im Vorabbericht (der Abschlussbericht soll im September folgen) an das Bundesverkehrsministerium und die EU-Kommission ein. Aus gesetzlicher Sicht bestehe jedoch kein Handlungsbedarf. Im Ergebnis hätten sich keine hinreichenden Nachweise einer ernsten Gefahr im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes ergeben, heißt es in einer Mitteilung. Die auf dem Markt befindlichen Fahrzeuge müssten daher nicht aus dem Verkehr gezogen werden, erläuterte ein KBA-Sprecher.

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Die Behörde hatte in den vergangenen Wochen mit den vier Modellen Mercedes B-Klasse, Opel Mokka, Subaru Impreza und Hyundai i30 Crashtests durchgeführt und dabei auch das Ausströmen des Gases aus der Klimaanlage bei Unfällen simuliert. Anlass dafür waren vor allem Sicherheitsbedenken von Daimler. Der Konzern weigert sich, das seit Jahresbeginn für Mercedes SL, CLA, A-Klasse und B-Klasse vorgeschriebene Kältemittel in die Wagen einzufüllen. Statt dessen nutzen die Schwaben weiter das bisher übliche, aber klimaschädliche Gas R134a. Aus diesem Grund ist zwischen Daimler und Frankreich ein massiver Rechtsstreit um Zulassungsbestimmungen entbrannt. Der Autobauer sieht sich durch das Ergebnis in seiner Einschätzung bestätigt: "Nach Vorliegen der aktuellen Testergebnisse lässt sich ein Sicherheitsrisiko durch den Einsatz von R1234yf nicht ausschließen". 

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Im Vorfeld waren Zweifel an der Genauigkeit der KBA-Tests laut geworden. Zudem gab es Kritik daran, dass mit der Durchführung der TÜV Rheinland beauftragt wurde. Die Prüforganisation hatte bereits im Vorfeld dem Mittel R1234yf die Unbedenklichkeit bescheinigt.

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