DUH testet das Kältemittel R1234yf

Kältemittel R1234yf: Versuch der DUH

— 21.01.2014

Tödliche Gefahr

Ein Brandversuch der Deutschen Umwelthilfe zeigt das Gefahrenpotenzial des Kältemittels R1234yf. Beim Test wurde giftige Flusssäure freigesetzt.

Wenn ein Auto mit Kältemittel R1234yf im Tunnel oder in der Tiefgarage in Brand gerät, kommt es schon nach kurzer Zeit zu gefährlichen Konzentrationen von Fluorwasserstoff (Flusssäure, chemisch: HF). Das hat ein Brandversuch der Deutschen Umwelthilfe (DUH) mit einem Citroën C4 Picasso gezeigt.
Brüssel plant Verfahren wegen Auto-Kältemittel
Im Streit um das von Daimler genutzte Auto-Kältemittel R134a erhöht Brüssel nach einem Medienbericht den Druck auf Deutschland. Die EU-Kommission wolle am 23. Januar 2014 ein Verfahren wegen Verletzung europäischen Rechts gegen Berlin eröffnen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Kommissionskreise. Industriekommissar Antonio Tajani werfe den deutschen Behörden vor, widerrechtlich neue Fahrzeugtypen zu dulden, die mit dem alten Kältemittel R134a befüllt sind. Damit verstoße Deutschland gegen EU-Klimaschutzauflagen. Tajanis Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. "Wir untersuchen dies um zu sehen, ob es ein Problem mit Gemeinschaftsrecht gibt", sagte er auf dpa-Anfrage. Brüssel pocht schon länger darauf, dass die Bundesregierung die entsprechenden EU-Regelungen umsetzt. Daimler verwendet das umstrittene ökologisch umstrittene R134a in neuen Mercedes-Modellen, weil das Unternehmen die von der EU zugelassene Alternative R1234yf für zu feuergefährlich hält.

Nach dem Versuch: Das Auto brannte komplett aus, übrig blieb fast nur Altmetall.

Im Stollen wurden schon nach fünf Minuten 45 ppm (parts per million) Fluorwasserstoff gemessen – eine Konzentration von 50 ppm erzeugt irreversible Gesundheitsschäden und kann ohne sofortige Gegenmaßnahmen tödlich sein. Verkehrsberater Axel Friedrich, der den Test für die DUH betreute, warnt davor, dass bei ungünstigen Luftverhältnissen sogar mit weit höheren Konzentrationen zu rechnen sei. Die DUH fordert deshalb ein Verbot von R1234yf und den schnellen Umstieg auf das Kältemittel CO2.

Stichworte:

Killer-Kältemittel

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