Kältemittel R134a

Kältemittel R134a

— 02.04.2013

Streit um Strafzahlungen

Kompensiert der Kauf von CO2-Zertifikaten den Treibhauseffekt des Kältemittels R134a? Das sagen deutsche Hersteller und Verkehrsexperten dazu.

Trotz der Aussage von BMW, Daimler und VW, künftig CO2 als Kältemittel einsetzen zu wollen, ist noch kein Ende des Streits um das Kältemittel R1234yf in Sicht. EU-Kommissar Antonio Tajani betonte, die deutschen Behörden müssten dafür sorgen, dass neu zugelassene Autos den EU-Gesetzen entsprächen. Er kündigte ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland an, sollte sich die Bundesregierung nicht dem Standpunkt von Daimler anschließen, dass R1234yf eine Gefahr darstelle. Dann müsse die EU-Kommission davon ausgehen, dass die Ursache für die Entzündung von R1234yf bei der Mercedes B-Klasse ein Konstruktionsfehler sei, das Kältemittel in anderen Autos aber sicher eingesetzt werden könne.

Killer-Kältemittel R1234yf setzt Mercedes B-Klasse in Brand

Kältemittel R1234yf gegen CO2: Autowelt ist gespalten

Derweil haben deutsche Autohersteller Agenturberichten zufolge angeboten, mit dem Kauf von CO2-Zertifikaten den Treibhauseffekt des Kältemittels R134a zu kompensieren (s. Grafik oben). Allerdings bezeichnete BMW die Diskussion über Kompensationen gegenüber AUTO BILD als verfrüht, weil zunächst die entsprechenden EU-Gesetze geändert werden müssten. Dem Umwelt- und Verkehrsexperten Axel Friedrich gingen die zurzeit sehr billigen CO2-Zertifikate ohnehin nicht weit genug. Friedrichs Gegenvorschlag orientiert sich an Strafzahlungen der EU für den CO2-Ausstoß von Pkw.

Diese Hersteller setzen auf CO2 als Kältemittel

Mercedes

1 von 8

Diese Hersteller bleiben bei R1234yf

GM (z.B. Opel)

1 von 9
Hier kostet den Hersteller jedes Gramm CO2 über dem Grenzwert von 130 Gramm zukünftig 95 Euro je verkauftes Auto. Der Treibhauseffekt des permanent aus einer Pkw-Klimaanlage entweichenden R134a entspricht einem CO2-Ausstoß von sieben Gramm pro Kilometer. Nach dieser Rechnung wären zur Kompensation siebenmal 95 Euro pro Auto fällig – macht zusammen 665 Euro. Gegen die harte Linie der EU rät Friedrich den Herstellern: "Politisch sehr hilfreich wäre jetzt die Vergabe von Aufträgen für den Bau von CO2-Klimaanlagen bei Zulieferfirmen."

Mehr Infos: Automobil-Hersteller setzen auf CO2

Stichworte:

Klimaanlage

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.