Kärntner Schneerallye 2009, Teil 1
— 20.02.2009Schneegestöber
Es gibt sie noch: Geländefahrer, die eine Heizung für entbehrlich halten. Hier treffen sich kernige Mannsbilder mit viel technischer Bildung. In Kärnten sind sie alljährlich zu bewundern in ihren Haflingern und Pinzgauern.
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Der echte Haflinger-Pilot fährt auch bei Frost offen
Das niedlich-zwergenhafte Aussehen des Westentaschen-Geländewagens aus Graz führt schnell auf eine falsche Fährte. Der Haflinger war nie Spielzeug, sondern ernst gemeintes Nutztier. Die winzigen Ausmaße stimmen mit denen des genormten Alpenkarrens überein, um schmale Bergpfade befahren zu können. Das minimalistische Rudimentärauto kostete seinerzeit so viel wie zwei VW Käfer oder ein Land Rover – schlauer Leichtbau war schon immer teuer. Das störte die Kunden wenig: Die Alternative zum Haflinger waren nicht andere Autos, sondern Hubschraubereinsätze. Eine Heizung gehörte nicht zum Lieferumfang – weshalb auch, kostet nur Leistung und Gewicht! Weicheier mussten halt zur Standheizung von Eberspächer greifen. Hauptverkaufsargument war die anspruchsvolle Fahrwerkstechnik, die ihm Konstrukteur Erich Ledwinka mitgab: Wo andere einen schweren Rahmen haben, hat der Haflinger nur ein leichtes, steifes Zentralrohr, dazu 240 mm Bodenfreiheit dank Portalachsen, Schraubenfedern, Einzelradaufhängung ringsum, voll synchronisiertes Getriebe und während der Fahrt zuschaltbarer Allrad – im Jahre 1959! Die höchst beweglichen hinteren Pendelhalbachsen folgen jedem Landschaftsverlauf, und das geringe Gewicht lässt den Kleinen auch im "Gatsch" (österr. für Matsch) kaum einsinken. Obwohl man nirgendwo sonst derart wenig Auto fürs Geld bekam, verkaufte Steyr-Puch den Zwerg in 17.000 Exemplaren an Abnehmer in 110 Ländern – der Grundstein aller feinen Geländetechnik aus Graz.
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Fünf Ingenieure und ein Jurist in einem Pinzgauer
Dem Tretautocharme des Haflinger erliegen immer mehr Oldtimerfans, was für eine mittlerweile wieder flüssige Teileversorgung sorgt – wenn auch von schwankender Qualität – und zu steigenden Preisen. Wolfgang Schwetz etwa, leitender Angestellter beim ORF, hat für sein grasgrünes Exemplar 6500 Euro gezahlt. "Und ich hab nochmal 4000 Euro reingesteckt." Was das gute Stück nicht daran hindert, ihn im Stich zu lassen: Ventilschaden. Insgesamt bleiben bei der Schneerallye 2 von 28 Oldies liegen. Der andere: ein Willys, der keinen Sprit bekommt.Hier geht es weiter: Kärntner Schneerallye, Teil 2
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