Kampf gegen Tacho-Betrüger

Kampf gegen Tacho-Betrüger

— 09.07.2015

Was tun gegen Tacho-Trickser?

Der VDA hat ein hartes Vorgehen gegen Tacho-Trickser gefordert. Der ACV will mit Computerchips und einer Datenbank Betrug verhindern. Aber hilft das? Der ADAC hat Zweifel und sieht die Hersteller in der Pflicht.

(dpa/cj) Die deutschen Autohersteller haben Polizei und Staatsanwälte aufgefordert, "massiv gegen Tacho-Betrüger vorzugehen". Moderne Technik allein könne Manipulationen beim Kilometerstand nicht verhindern, warnte der Verband der Automobilindustrie (VDA) auf einer Veranstaltung am Donnerstag (9. Juli 2015) in Berlin. Der Besitz und Verkauf von Geräten, mit denen sich am Tacho drehen lässt, müsse unter Strafe gestellt werden. Der Automobil-Club Verkehr (ACV) rief mit dem Verein "Initiative gegen Tachomanipulation" die Hersteller dazu auf, Tacho-Betrug mithilfe von sicheren Computerchips zu verhindern. Zudem sei eine zentrale Dokumentationsstelle für Kilometerstände notwendig.

AUTO BILD zeigt die Tricks der Tacho-Dreher
Tachostand: Transparenz durch soziales Netzwerk Motory

An der Wirksamkeit einer Datenbank meldete wiederum der ADAC Zweifel an. Dem Verbraucher werde dadurch eine falsche Sicherheit suggeriert. Viele Eintragungen in die Datenbank würden erst mit der ersten Hauptuntersuchung (HU) beginnen, wenn das Fahrzeug drei Jahre alt ist. Kriminelle könnten vor einer HU den Kilometerstand des Pkw gezielt verändern und bekämen somit den vermeintlich echten Kilometerstand sogar amtlich bestätigt. Der ADAC erneuerte seine Forderung an die Hersteller, endlich eine manipulationssichere Speicherung im Fahrzeug selbst zu ermöglichen. Bereits Ende 2013 hatte Europas größter Automobilclub dazu aufgerufen, eine Aktivierung entsprechender Sicherheitstechnik zu forcieren. Die Kosten dafür lägen bei lediglich einem Euro pro Fahrzeug. Fest steht: Mit einem geschönten Kilometerstand lassen sich Gebrauchtwagen teurer verkaufen. Bei jedem dritten Gebrauchten in Deutschland wird nach Schätzungen der Polizei am Tacho gedreht. Der volkswirtschaftliche Schaden liegt damnach bei rund sechs Milliarden Euro pro Jahr. "Wenn durch veränderte Tachostände Service-Intervalle verlängert werden, ist das auch ein Sicherheitsrisiko", warnte der ACV-Vorsitzende Lars Wagener.

Tacho-Trickser heimlich gefilmt

Tacho-Trickser Tacho-Trickser Tacho-Trickser

Tacho-Betrug: Darauf sollten Sie achten!

Gerät zur Tachomanipulation im Einsatz Tachomanipulation entlarven Tachomanipulation entlarven

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.