Kampf um den Konzern

Kampf um den Konzern

— 19.12.2002

Macht Fiat nicht kaputt!

Intrigen, Machtkmpfe und Streit gefhrden den Fiat-Autokonzern. Kommt es doch zur Fusion mit Opel?

Barberis ersetzt Fiat-Auto-Chef Galateri

Kein Zweifel, an seiner existenzbedrohlichen Krise ist Fiat selbst schuld. Ein europaweit auf 7,7 Prozent abgesackter Marktanteil der Turiner Automarke ist Folge verfehlter Modellpolitik und berchtigter Unzuverlssigkeit. 33 Milliarden Euro Schulden sind das Ergebnis eines falschen Expansionskurses. Aber was jetzt in Italien abgeht, droht das Traditionsunternehmen zu zerstren. Da wird intrigiert, um Filetstcke gekmpft, um Posten geschachert.

Der Agnelli-Clan (Fiat-Hauptaktionr) will im Verbund mit der mchtigen Mediobanca den Kopf des Konzern-Prsidenten Paolo Fresco. Der kmpft mit den Fiat-Glubigerbanken gegen die Agnellis. Und Italiens Ministerprsident Silvio Berlusconi mault gegen alle. Er wirft der Fiat-Fhrung Unfhigkeit vor, wrde am liebsten selbst den Laden schaukeln und empfiehlt den entlassenen 5600 Fiat-Beschftigten, sich eine Schwarzarbeit zu suchen.

Erstes Opfer des Intriganten-Stadls wurde der erst im Juni berufene Vorstand der Autosparte Fiat, Gabriele Galateri. Sein Nachfolger heit Alessandro Barberis. Der ist seit 1964 bei Fiat und wei somit, was auf ihn zukommt.

Grndung eines Luxuswagen-Konzerns?

Jetzt wollte Umberto Agnelli im Zusammenwirken mit der Mediobanca auch den seit vier Jahren amtierenden Konzern-Chef Fresco durch den als Abwickler gefrchteten Mediobanca-Mann Enrico Bondi ersetzen. Dann wre von Fiat nicht mehr viel brig geblieben, befrchteten zumindest die Glubigerbanken, die den Turinern erst im Mai mit drei Milliarden Euro ausgeholfen hatten und nun um ihr Geld bangen.

Sie setzten sich durch, Fresco bleibt. Ein Kompromis, befristet bis Mai 2003. Bis dahin wird sich bei Fiat vieles ndern. Am spannendsten ist die Frage, was aus der Autosparte wird. Im Gesprch ist die Grndung eines Luxuswagen-Konzerns mit den Marken Ferrari, Maserati und Alfa Romeo Audi liegt bereits auf der Lauer, denkt an eine Beteiligung.

Das Hauptgeschft mit Fiat und Lancia soll dem 20-Prozent-Teilhaber General Motors komplett angeboten werden. Dann wre eine Fusion von Opel mit Fiat die mgliche (und wahrscheinliche) Folge. Die lehnt Opel-Chef Carl-Peter Forster ab: "Man kann ein Unternehmen nicht dadurch sanieren, dass man es mit einem anderen fusioniert." Fiat-Deutschland-Chef Klaus Fricke hlt auch nichts von der Fusion: "Kooperationen knnen auch glcklich machen." Wunschdenken zweier Chefs. Das Sagen haben andere.

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