Kampf um Karmann

Kampf um Karmann

— 31.05.2010

Magna gibt Dachsparte noch nicht auf

Trotz eines Vetos des Bundeskartellamts will Magna weiterhin die Dachsparte von Karmann übernehmen. So könnten rund 700 Arbeitsplätze in Osnabrück und im polnischen Zary gerettet werden.

(dpa) Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna gibt den Kampf um die Dachsparte von Karmann nach dem Übernahme-Verbot durch das Bundeskartellamt noch nicht verloren. "Wir hoffen, dass wir trotz des Vetos des Kartellamts einen Großteil der Produkte von Karmann Dachsysteme übernehmen können", sagte Magna-Steyr-Vorstandschef Günther Apfalter der "Automobilwoche". Details nannte er nicht. Er ließ aber durchblicken, dass die Karmann-Dachsparte nicht zwingend unter dem Dach der Magna-Gruppe angesiedelt sein müsse. "Wir haben immer einen Plan B." Auch eine Ministererlaubnis durch den Bundeswirtschaftsminister schließt Magna Steyr nicht aus. "Das ist ein Szenario, das geschehen kann", sagte Apfalter zu den Äußerungen von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Wulff hatte sich enttäuscht über die Kartellamtsentscheidung gezeigt und erklärt, er werde sowohl eine Ministererlaubnis wie auch ein Klageverfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf prüfen lassen.

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Die Wettbewerbshüter hatten ihr Nein damit begründet, dass der Zusammenschluss von Magna und Karmann in einem bereits hochkonzentrierten Markt dazu geführt hätte, dass europaweit nur noch zwei große Anbieter von Cabrio-Dachsystemen existierten. Eine derartige Beeinträchtigung des Wettbewerbs könne man nicht zulassen. "Wir sind schon einigermaßen verblüfft, dass das Kartellamt in seinem Urteil in keinster Weise auf unsere Stellungnahme Bezug genommen und gegen Magna entschieden hat", sagte Apfalter. Es gebe keine realistische Alternative. Die Magna-Lösung sei die bessere für die Kunden und den Standort, denn der Magna-Plan enthalte eine Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter. Auch die Gewerkschaft hatte die Entscheidung des Kartellamtes kritisiert. Der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine sagte dem "Spiegel": "Dieser dogmatische Beschluss wird zur Konsequenz haben, dass nun genau das passieren wird, was das Kartellamt zu verhindern versucht." Die Karmann-Dachsparte werde nun womöglich abgewickelt, damit blieben ebenfalls nur zwei große Hersteller für Cabrio-Systeme übrig: Magna und Webasto Edscha. Es geht um rund 700 Arbeitsplätze bei Karmann in Osnabrück und im polnischen Zary. Ein Kaufvertrag mit Magna war bereits geschlossen. Berichten zufolge beträgt der Preis 20 Millionen Euro.

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