Kapitalerhöhung bei Fiat-Auto

Kapitalerhöhung bei Fiat-Auto

— 23.10.2002

Agnelli bittet Freunde um Hilfe

Der hochverschuldete Fiat-Konzern braucht frisches Geld für die Autosparte. Giovanni Agnelli versucht es aufzutreiben. Notfalls bei Toyota.

Die Zeitung "La Repubblica" berichtete am Mittwoch, dass beim Fiat-Auto-Konzern in den ersten neun Monaten 2002 mit einem Verlust von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro zu rechnen sei. Fiat-Patriarch Giovanni Agnelli sei trotz schwerer Krankheit nach Paris gefahren. Kommentatoren vermuten, dass er dort bei Freunden, die im Bankwesen tätig sind, um finanzielle Hilfen gebeten hat. Agnelli hatte sich nach langer Abwesenheit erst kürzlich wieder ins Fiat-Tagesgeschäft eingeschaltet.

Italienische Medien hatte zuvor berichtet, dass sich die bisherigen Verluste der Fiat-Autosparte 2002 auf etwa ein Drittel des Eigenkapitals belaufen. Nach italienischem Recht muss ein Unternehmen bei Verlusten in Höhe von einem Drittel des Eigenkapitals eine Kapitalerhöhung durchführen. Die Fiat-Führung teilte jedoch mit, bis zur Sitzung des Verwaltungsrats am 31. Oktober keine genauen Zahlen nennen zu wollen. Bereits im April hatte der Turiner Konzern eine Kapitalaufstockung in Höhe von 1,8 Milliarden Euro durchgeführt.

Giovanni Agnellis jüngerer Bruder Umberto soll Berichten zufolge Verhandlungen mit Toyota aufgenommen haben. Eine eventuelle Zusammenarbeit sei zwar noch "Fantasie". "Jedoch mangelt es Toyota zum einen nicht an Bargeld, zum anderen hat der Konzern trotz der Abfuhr von Peugeot nie aufgehört, den europäischen Automarkt zu hofieren", kommentierte die Zeitung "Il Sole 24 Ore".

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verzeichnete Fiat Auto operative Verluste in Höhe von 823 Millionen Euro. Derzeit versucht das Unternehmen, unter anderem durch eine drastische Produktionsdrosselung und massiven Stellenabbau, 2003 wieder in die Gewinnzone zu rücken.

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