Karmann baut weitere Stellen ab

Karmann baut weitere Stellen ab

— 01.10.2007

Cabrio-Kahlschlag

Der Kahlschlag beim deutschen Traditionsunternehmen Karmann geht weiter. In Osnabrück und Rheine sollen noch einmal 1770 Stellen wegfallen. Dem Cabrio-Spezialisten fehlen die Aufräge.

Schock für die strukturschwachen Regionen um Osnabrück und Rheine: Der Karosseriebauer Karmann will binnen eines Jahres in Osnabrück 870 der insgesamt 4000 Stellen abbauen, im westfälischen Rheine sollen 900 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen. Karmann hatte bereits in den vergangenen beiden Jahren mehr als 700 Mitarbeiter entlassen. Als Grund nannte das Unternehmen fehlende Aufträge und sprach in einer Mitteilung von "dramatisch veränderten Rahmenbedingungen im Fahrzeugbau". Anstatt ihre Nischenfahrzeuge beim Spezialisten Karmann bauen zu lassen, produzieren die Herstellen ihre Cabrios lieber selbst, um ihre Werke besser auszulasten. Karmann-Chef Peter Harbig hatte bereits im Frühjahr kräftige Einbußen beim Umsatz angekündigt und eingeräumt, er rechne für 2008 sogar mit roten Zahlen.

Im kommenden Jahr laufen mehrere Aufträge für den Bau kompletter Fahrzeuge aus – unter anderem die Produktion des Audi A4 Cabrio. Wenn es Karmann nicht gelingt, bis Mitte 2008 einen neuen Auftrag zu sichern, sei sogar das Aus der gesamten Fahrzeugbau-Sparte bis Ende 2009 möglich, die 2000 Mitarbeiter beschäftigt, hieß es aus Unternehmenskreisen. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) appellierte an die deutschen Automobilhersteller, Karmanns Kompetenz als "Hightech-Schmiede im Bereich der Fahrzeugentwicklung" zu sichern und sagte den Mitarbeitern seine Unterstüzung zu. Ein möglicher Rettungs-Anker könnte die Produktion eines Polo-Cabrio sein. Karmann hatte eine entsprechende Studie auf der IAA 2007 vorgestellt. Die Highlights: Stoffverdeck mit Glas-Schiebedach, ein beleuchteter Innenhimmel sowie zwei Kofferraumzugänge. Der Auftrag zur offenen Polo-Studie kam aus Wolfsburg.

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