Kartsport

Deutsches Jugend Kart (Kategorie KF3) Marek Böckmann, 11 Jahre

Kartsport

— 20.12.2007

Die Stars von übermorgen

Vom Kart bis in die Formel 1: Die sechs deutschen Piloten in der Königsklasse haben es vorgemacht. Und hier sind fünf Talente, die es auch eines Tages schaffen könnten.

Mit leicht roten Wangen steht Marek Böckmann abfahrbereit vor der Haustüre. "Jetzt komm, Papa!", ruft er ungeduldig. Die Hausaufgaben hat er erledigt. Nun fährt er mit seinem Vater zum Fitness-Studio. Muskeltraining für den Kartsport. Das Ganze zweimal pro Woche. Der blonde Knirps hat Großes vor. Die Formel 1 ist sein erklärtes Ziel. Sein neun PS starkes Kart ist ihm schon jetzt zu langweilig. Erst fuhr er überlegen den Titel des Bambini-B-Bundesmeisters ein. Anfang Dezember startete er in Kerpen bei den Bambini A, gewann auch dort auf Anhieb. "2008 fahre ich in Belgien in der Juniorenklasse. Hier bin ich dafür noch zu jung", erklärt Böckmann. Er will so schnell es geht in ein großes Junior-Kart. Leistung: bis zu 30 PS. Doch die dürfen in Deutschland erst 13-Jährige fahren. Die beiden großen Serien für Junior-Karts sind hierzulande die Bundesmeisterschaft des Deutschen Motorsport Verbandes (DMV) sowie die Deutsche Junior-Kart-Meisterschaft (DJKM) des DMSB. Als Überflieger präsentiert sich Pascal Wehrlein beim DMV. In seiner ersten Juniorensaison gewann er vorzeitig die Bundesmeisterschaft und düpierte die erfahrenere Konkurrenz. Trotzdem halten Experten auch große Stücke auf den Drittplatzierten: Benjamin Kutzera. Er fährt mit unterlegenem Material. Geld fehlt an allen Ecken und Enden. "Von den 26 Rennen konnte ich sechs gar nicht fahren", seufzt er. Doch wenn es regnet, relativiert das seinen etwas schwächeren Motor. Kutzera fährt dann oft ganz vorn mit. Findet er keine Sponsoren, ist seine Karriere in Gefahr. Und das ausgerechnet, wo Top-Talente für den Formel-Sport rar werden.

Marek Böckmann, 11 Jahre, kann es kaum erwarten. Die Formel 1 ist sein erklärtes Ziel.

Christian Menzel (36), Jurymitglied des Nachwuchsförderprogramms Deutsche Post Speed Academy, warnt: "Wenn wir jetzt nichts unternehmen, gehen uns in ein paar Jahren die deutschen Spitzenleute aus." Dazu passt, dass die DJKM mit Tom Grice (15) in diesem Jahr ein Brite gewann. Am dichtesten war ihm Riccardo Brutschin auf den Fersen, wurde Vizemeister. Er schaffte es bei der Kart-Europameisterschaft in Sarno (Italien) bis ins Finale. Dort traf er auf Serien-Kollege Mario Farnbacher. Der wurde als 14. bester Deutscher, während Brutschin auf Platz acht liegend abgeschossen und nur 25. wurde. Farnbacher hat für nächstes Jahr bereits ein Top-Team gefunden: Er startet für das neue KSM Official Racing Team. Einer seiner Teamchefs ist Michael Schumacher (38). Und der weiß am besten, wie man es vom Kart bis ins Formel-1-Cockpit schaffen kann.

Überblick Kartsport

Richtig schnell: Superkart – von 0 auf 100 km/h in 2,5 Sekunden.

Amerikanische Soldaten brachten Karts zu Beginn der 1960er-Jahre nach Deutschland. Anfangs waren die kleinen Flitzer mit freistehenden Rädern eine Freizeitbeschäftigung für Erwachsene. Bis heute haben sich drei wesentliche Gruppen entwickelt. Neben verschiedenen Rennkart - Kategorien für Nachwuchspiloten gibt es Hobbykarts, die jedermann – oft in Hallen – fahren darf. Superkarts sind voll verkleidete Renngeräte mit 250-cm3-Motoren, 6-Gang-Getriebe und bis zu 110 PS. Sie fahren auf richtigen Rennstrecken wie zum Beispiel dem Nürburgring und erreichen bis zu 300 km/h.

Rennkart-Kategorien

Für Nachwuchs-Kartserien legt die CIK (Internationale Kartkommission der FIA) international die technischen Richtlinien fest. Die Klassen KF1 bis KF3 haben 125-cm3-Zweitakt-Motoren, sind ca. 25 PS (KF3), 33 PS (KF2) oder 35 PS (KF1) stark. KZ1- und KZ2-Karts haben 6-Gang-Schaltgetriebe und bis zu 45 PS. In Deutschland veranstaltet der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) die Deutsche Kart-Meisterschaft (DKM, KF1-Karts, ab 15 Jahren) und die Deutsche Junior-Kart-Meisterschaft (DJKM, KF3-Karts, ab 13 Jahren) als wichtigste Serien. Auch die Trägervereine des DMSB – der ADAC, der AvD sowie der DMV – schreiben eigene Rennserien aus. In der DMV-Bundesmeisterschaft starten wie in der DJKM KF3-Karts. Junge Piloten bis 16 Jahre nutzen diese Serien als Sprungbrett in den Formelsport. Weitere Serien gibt es für Schaltkarts, Viertaktmotoren und den Breitensport. Für die Jüngsten gibt es neben Clubmeisterschaften und Kartslaloms die DMV-Serien Bambini A (9,5 PS) und Bambini B (9 PS) mit jeweils 60-cm3-Motoren. In der B-Kategorie fahren Talente zwischen 8 und 12 Jahren, die A-Piloten sind 10 bis 14 Jahre.

Autor: Martin Westerhoff

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.