Kaufberatung Mini

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Kaufberatung BMW Mini

— 07.06.2002

Welcher Mini ist der schärfste?

Vier Minis, ein Gedanke: Echt scharf! Doch bei der Suche nach dem maximalen Mini geht es um mehr als nur um schöne Formen.

Der Mini kommt nie aus der Mode. Egal was uns all diese Lagerfelds erzählen wollen. Ein Blick reicht, um zu verstehen, warum. Aber ein Mini steht nicht jedem/r. Es kommt auf den Typ an – beim Rock und bei den Autos. Ist die Auswahl beim sexy Beinkleid riesengroß, so gibt es genau drei Möglichkeiten, Mini zu fahren: Mini One, Mini Cooper und Mini Cooper S. Zu scharfen Klamotten gehören scharf kalkulierte Preise. Minirock-Erfinderin Mary Quant wusste das – sie bot ihre Top- Mode stets zu Kaufhaus-Preisen an. Ob sie am Mini noch ihre Freude hätte?

Reichlich Ausstattung für reichlich Geld

Schönes Design im Retro-Stil, im Detail aber leider lieblos gemacht. Das Lenkrad ist zu klobig, das Plastik zu billig.

Nun ja, verramscht wird das Bürschchen ja nicht gerade: Der One startet bei 14.500, der Cooper bei 16.400, der Cooper S kratzt gar heftig an der 20.000-Euro-Marke. Discount- Mode hat andere Preisschilder. Aber anders als bei manchen Schneidern gibt es hier für mehr Geld nicht weniger Stoff, sondern mehr Ausstattung. Schon der One hat satten Chrom-Schmuck an Lampen, Stoßfängern und Griffen. Der Cooper trägt dazu ein Dach in Kontrastfarbe, lackierte Außenspiegel, Grill und Endrohr sind verchromt. Und er steht auf Alus. Der Cooper S fährt mit Doppelrohr vor, einer bulligen Hutze auf der Haube, Grill in Wagenfarbe, größeren Alu-Rädern, fettem Heckspoiler und dick verchromter Tankklappe.

Innenraum mit Schwächen

So ähnlich unterscheiden sich die drei Minis auch innen: Der One ist durchaus liebevoll eingerichtet. Zumindest auf den ersten Blick himmeln wir ihn an, so wie wir damals ganz verzückt auf das Mager-Model Twiggy im Minirock starrten. Allein schon diese Leiste mit den herrlich klackenden Kippschaltern... Doch kühlt die Liebe etwas ab, kehrt der Verstand zurück. Und der fragt: Warum muss der Mitteltacho im Bratpfannenformat so schlecht ablesbar sein? Und wo, bitte, ist das Handschuhfach? Und überhaupt, diese billige Plastikbeplankung am Cockpit – muss das sein? Doch wie heißt es so schön: Liebe macht blind – und meistens seeehr tolerant.

Zwischen Mini One und Mini Cooper gibt es im Innenraum nur wenige Unterschiede. Andere Polsterstoffe vor allem und, immerhin, den auf der Lenksäule thronenden Drehzahlmesser. Der Cooper S besitzt zusätzlich Sportsitze, Lederlenkrad und dazu das Cockpit in "Alu-Patina". Sieht fast so aus, wie es heißt, ist aber leider auch aus Plastik und sicherlich nicht jedermanns Geschmack.

Biss und Temperament erst im Cooper

Den trifft der Mini auf jeden Fall beim Fahren. Mit niedrigem Schwerpunkt, kurzem Radstand und weit außen stehenden Rädern ist er wie das Original zum Kurvenschmuser geboren. Schon der One bewegt sich so gekonnt über den asphaltierten Laufsteg, dass man ihm spontan attestiert: Ja, das ist es. Genau so muss ein Mini fahren. Doch es geht noch besser. Und das liegt vor allem am Motor. Den 1,6-Liter haben die drei gemeinsam. Unterschiedlich: die Ausbaustufen.

Der One fährt mit 90 PS, der Cooper mit 115 PS, im S sind es 163 PS. Beim One erfüllt der Vierzylinder brav (und blass) seine Pflicht – laufruhig und kultiviert. Viel vorzuwerfen ist ihm eigentlich nicht. Nur: Die Fahrleistungen auf dem Papier sind deutlich besser, als sie sich auf der Straße anfühlen. Es fehlt spürbar an Temperament und Sound.

Der Cooper mit seinen 25 Mehr-PS geht ganz anders zur Sache. Bissig, energisch, dazu klingt er richtig schön kernig. Und mit dem einen Tick straffer abgestimmten Sportfahrwerk fährt er sich präziser, leichtfüßiger – ohne Komfort-Einbußen.

Für die harte Fraktion hingegen wurde der Cooper S geboren. Mit seinem noch mal strafferen Fahrwerk krallt er sich in die Fahrbahn und geht nahezu ansatzlos um die Ecken. Ein Kurvenräuber vor dem Herrn. Wer das eine will, muss das andere mögen: Der S-Motor wirkt hektisch und macht viel Lärm. Das Fahrwerk schüttelt die Mini-Mannschaft ordentlich durch. Jedem das Seine. Wer es sportlich mag, sitzt im Cooper S goldrichtig.

Ein Mini ist noch kein BMW

Kommentar von AUTO BILD-Tester Dirk Branke Schön sind sie, diese Minis. Und noch besser zu fahren. Aber dann: Da zirpt es im Cockpit, da scheppert es im Heck. Da lässt sich der Beifahrersitz nicht mehr verschieben, da sind Kabelstränge stümperhaft isoliert ... Vorsicht, BMW! Der Mini verkauft sich auch deshalb so gut, weil die Kunden wissen, dass BMW dahinter steckt. Und gerade deshalb sollten die Münchner auch an den Kleinsten der Familie die gleichen Qualitätsansprüche stellen wie an die eigenen Kinder. Sonst könnte der Mini ganz schnell maximale Probleme bekommen. Meine Wahl: der Cooper. Der lärmige und teure Cooper S ist was für Fans, der schwachbrüstige One reicht für Phlegmatiker.

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