Kaufberatung: die besten Gebrauchten

Schnelldreher und Standuhren: Opel Zafira Schnelldreher und Standuhren: Opel Zafira

Kaufberatung: die besten Gebrauchten

— 14.02.2006

Schnelldreher und Standuhren

Manche Modelle will kaum einer haben, für andere stehen die Kunden Schlange. AUTO BILD erklärt, warum das so ist.

Irgendwie seltsam: Ausgerechnet die Autos, die man selbst gern hätte, werden immer am teuersten verkauft. Aber direkt daneben stehen jede Menge andere Modelle, die deutlich preiswerter sind. Woran liegt es, daß ähnliche Fahrzeuge mit gleichen Neupreisen ein paar Jahre später als Gebrauchtwagen so unterschiedlich gehandelt werden? Ganz einfach: Gebrauchtwagenpreise sind Marktpreise. Was gefragt ist, ist teuer. Im Moment weit oben im Kurs rangieren Klein- und Kompaktwagen und Minivans wie Opel Zafira und VW Touran. Weniger beliebt sind Limousinen der oberen Mittelklasse mit sechs und mehr Zylindern. Doch keine Regel ohne Ausnahme. Mit Dieselmotor sind auch BMW Fünfer und Mercedes E-Klasse gefragt, wenn der Kilometerstand noch nicht den sechsstelligen Bereich überschritten hat.

Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der seit Jahren geführten Ruß-Debatte interessant, die bislang nicht zu nachlassender Nachfrage geführt hat. Offenbar vertraut die Diesel-Kundschaft darauf, daß vor Inkrafttreten von Fahrverboten und weiteren Steuernachteilen Rußfilter zum Nachrüsten für die gängigsten Modelle bereit stehen.

Bezahlbare Modelle in Basisausstattung

Aber auch in Kleinwagen ist der Diesel gesucht. Selbst beim kleinsten, dem Smart, wollen die Kunden am liebsten den CDI. Gebraucht zeigt dieses automobile Minimum unerhörten Werterhalt, weshalb sich die Nachfrage auf bezahlbare Modelle in Basisausstattung konzentriert. Wer aber ab und zu vier Sitzplätze benötigt, wird sich ohnehin eine Klasse höher umsehen. Hier heißen die Favoriten Ford Fiesta und Opel Corsa, weniger der VW Polo – der gilt als zu teuer. Eine weitere Stufe höher ist der VW Golf das Maß der Dinge. Genaugenommen der Golf IV. Da ist es fast egal, welcher Motor unter der Haube sitzt. Nur ein V6 muß es nicht sein. Und auch Allradantrieb ist außerhalb der Gebirgsregionen eher schädlich für den Umsatz.

Trotz durchschnittlich 200 Regentagen in Deutschland sind Cabrios nach wie vor ein Renner. Da ist dann auch die Marke fast egal, selbst wenn die meisten Frischluftfans nach einem Mercedes SLK schielen und dann doch eher den Peugeot 206+ CC nehmen. Allerdings ist auch das Gütesiegel Mercedes kein Garant mehr für schnelle Umsätze. Die erste C-Klasse der Baureihe W 202 (1993–2000) gehört inzwischen zum alten Eisen, jüngere Modelle lassen Zuverlässigkeit vermissen. Einzig bei den T-Modell-Kombis ist die Nachfrage noch größer als das Angebot. Aber das ist bei anderen klassischen Limousinen nicht anders. Versuchen Sie mal, einen Stufenheck-Passat zu verkaufen – das Auto findet am Markt nur als Variant statt.

Koreanische Kleinwagen klemmen

Gegen alle Trends entwickelt sich die Nachfrage nach Geländewagen. Ganz oben in der Beliebtheitsskala steht die M-Klasse von Mercedes, gefolgt von BMW X5 und VW Touareg sowie neuerdings dem BMW X3. Hier spielt die Marke eine untergeordnete Rolle, offenbar haben wir gegenüber koreanischen Allradlern weniger Vorbehalte als gegenüber Kleinwagen aus gleichem Hause. Denn Daewoo Matiz oder Hyundai Accent lassen sich nur über einen günstigen Preis verkaufen.

Ein Problem, das sich in den oberen Hubraum-Kategorien noch verstärkt: Hyundai XG und Sonata oder Kia Opirus müssen schon fast verschenkt werden, um einen Abnehmer zu finden. Aber darin unterscheiden sie sich nicht von anderen ausländischen Oberklasse-Limousinen. Auch Renault Vel Satis, Peugeot 607 oder Alfa 166 bleiben oft solange auf dem Hof stehen, bis sich ein Liebhaber erbarmt.

Allerdings unterscheiden sich solche typischen Standuhren in einem Punkt nicht von echten Schnelldrehern. Denn egal welches Auto der Kunde später in Zahlung geben will – der Händler wird den Preis irgendwie zu drücken versuchen. Da fühlen sich dann auch Fahrer eines Golf TDI oder Mercedes SLK auf einmal wie Besitzer einer Standuhr – irgendwie seltsam.

Die komplette Kaufberatung im Original-Layout können Sie für 1,00 Euro aus unserem Heftarchiv herunterladen. Einfach hier klicken, und Sie sind im Download-Bereich.

Autor: Hendrik Dieckmann

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.