Kaufberatung Fiat 500, Teil 2

Kaufberatung Fiat 500 Kaufberatung Fiat 500

Kaufberatung Fiat 500, Teil 1

— 02.02.2009

Fiats große Nummer

Mit dem Cinquecento hat Fiat einen Volltreffer gelandet. Alle Probleme scheinen wie weggeblasen. Eine Schwierigkeit bleibt: das richtige Modell zu finden. Da hilft unsere Kaufberatung.

Das elegante Paar steigt herab aus dem schwarzen BMW X5 und klopft höflich an die Scheibe des Fiat 500: "Dürfen wir uns mal Ihr Auto anschauen? Das ist ja so toll", schwärmt der SUV-Fahrer. Die Dame fügt hinzu: "Es ist auch viel schöner als mein Mini. Den hat ja mittlerweile jeder." Wann hat man so etwas das letzte Mal am Steuer eines Fiat erlebt? Die Italiener können ihr Glück kaum fassen und feiern schon die Wiedergeburt eines lange siechenden Autokonzerns. Vielleicht etwas voreilig, denn ein einziger Bestseller genügt nicht, um nachhaltig auf die Erfolgsstraße zurückzukehren. Doch der Fahrplan dorthin scheint jetzt klar: Die Welt will preiswerte Autos, gewürzt mit einer peppigen Prise italienischer Dolce Vita.

Die Cinquecento-Welt beginnt bei 11.000 Euro

Das Cinquecento-Cockpit sieht klasse aus, ist aber nicht immer praktisch.

Und davon hat der Fiat 500 reichlich. So charmant wie er lächelt kaum ein anderer über die bei Kleinwagen prinzipiell vorhandenen Defizite bei Platz und Prestige hinweg. Der Fiat 500 bleibt auf dem Teppich. Es gibt ihn als 1.2 ab 11.000 Euro, also zu einem ähnlichen Preis wie den auf der gleichen technischen Basis beruhenden Fiat Panda (1.2: 10.770 Euro). Doch der hat fünf Türen und ist schon deshalb viel praktischer. Trotzdem hat er gegen den 500 keine Chance. Der als nüchterner Erbsenzähler verschrieene deutsche Autokäufer wählte den Panda im Oktober 2008 gerade 1156-mal. Der Vergleichswert für den 500: 1894. Das will etwas heißen. Denn sachlich betrachtet gibt es am furiosen Fiat durchaus etwas zu auszusetzen: Der enge Fond wirkt eher als Provisorium denn als Palast, das Lenkrad ist nur in der Höhe einstellbar, geräumige Ablagen sind Mangelware, und die nur durchschnittlich bequemen Sitze bieten nicht viel mehr Seitenhalt als ein Pizzateller.

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Eines für alles: Über das zentrale Rundinstrument kommuniziert der Fiat mit seinem Fahrer.

Egal. Man sitzt dennoch insgesamt nicht schlecht, das Lenkrad und der griffgünstig am Armaturenträger montierte Schalthebel liegen gut zur Hand. Das Wichtigste aber: Das Cockpit hält, was die Außenoptik verspricht, ist ebenfalls pfiffig gestaltet. Große lackierte Kunststoffteile leuchten in der gleichen Farbe wie die Außenhaut. Und das mit den Lüftungslamellen zu einer optischen Einheit verschmolzene CD-Radio fügt sich harmonisch in den Armaturenträger ein. Das zentrale Instrument hinter dem Lenkrad ist ebenfalls eine nostalgische Augenweide – wer wollte sich so darüber beklagen, dass es ziemlich überfrachtet und schlecht ablesbar ist?

Knackiges Fahrwerk

Wem das Ambiente nicht schmeckt, der kann aus zahlreichen Optionen wählen. Neben dunklen Lenkrädern gibt es zum Beispiel auch ein weißes – immer passend zur Innenausstattung, die zwischen italienisch-elegant, loungeartig feudal und sportlich-poppig variiert. Für die Sport-Ausstattung spricht ein objektives Kriterium: Die speziellen Sitze bieten besseren Seitenhalt. Den kann man durchaus gut gebrauchen. Denn der handliche Fiat gibt sich nicht nur im Stadtverkehr ziemlich frech. Der Spurt von Parklücke zu Parklücke liegt ihm genauso wie der zwischen engen Kurven und langen Geraden – Serpentinenräubern macht richtig Spaß. Zwar bietet die sehr leichtgängige Lenkung wenig Rückmeldung. Doch das sichere Fahrverhalten und die federleichte Handlichkeit machen das wett. Wer es hier übertreibt, sollte aber ESP an Bord haben. Das ist erst ab 100 PS serienmäßig.

Zwei Benziner stehen zur Wahl

Knapp: Hinten sitzen ist kein Spaß. Da ist der neue Fiat 500 ganz der Alte.

1.2 8V: Immerhin 69 PS sind im Fiat 500 mindestens an Bord. Eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass der Ur-500 mit 18 PS auskommen musste. Der wog mit rund 500 Kilo aber nur halb so viel wie das aktuelle Modell. Dennoch bleibt unterm Strich ein klarer Kraftzuwachs. Mit dem kleinen Vierzylinder bringt der Fiat heute manierliche Fahrleistungen zustande, die ihn zu mehr befähigen als zur Parkplatzsuche in der Innenstadt. 160 km/h lautet die offizielle Höchstgeschwindigkeit. Und weil der Tacho bei Vollgas so dick aufträgt wie ein Gigolo beim Flirt, wähnen wir uns fast auf 180. Ob Schein oder Wirklichkeit – eine angenehme Geschwindigkeit ist das im Fiat 500 nicht. Das Fahrwerk kann Stöße und lange Bodenwellen dann kaum noch verarbeiten. Wer sich mit rund 130 begnügt, erlebt aber einen durchaus akzeptablen Langstreckenkomfort mit ordentlicher Federung und erträglicher Geräuschkulisse. Der Motor ist drehfreudig und kultiviert – sein Sound verzichtet nicht auf einen angenehm sportlichen Unterton. Kein Wunder, dass er mit Abstand die meistverkaufte Motorisierung ist.

Mehr Licht: Das große Glasdach gehört zur Lounge-Ausstattung.

1.4 16V:
Mit dem schlicht als 1.4 bezeichneten 100-PS-Modell nähern wir uns einer Leistungsklasse, die früher als GTI-tauglich galt. Natürlich geht dieser Benziner besser als der kleinere 1.2, seine Drehfreude und der sportliche Klang machen ihn zu einem munteren Gesellen. Doch der subjektiv erlebbare Unterschied ist gering, beim Antritt scheint der Motor kaum kräftiger. Vermutliche Ursache: Das maximale Drehmoment liegt mit 131 Newtonmetern zwar höher als beim 1.2 (102 Nm). Aber es ist später zur Stelle: bei 4250/min (1.2: 3000/min.). Der Aufpreis gegenüber dem Einstiegs-500 ist mit 2000 Euro aber recht deftig. Ein Grund dafür: das Sechsganggetriebe.

Hier geht es zum zweiten Teil der großen Fiat 500-Kaufberatung. Erfahren Sie alles über die Diesel-Motoren, den 500 Abarth, Ausstattungen und Sicherheit.

Die Benzinmotoren des Fiat 500
Die Benzinmotoren des Fiat 500 1.2 1.4
Bauart R4 R4
Ventile pro Zylinder / Nockenwellen 2/1 4/2
Nockenwellenantrieb Zahnriemen Zahnriemen
Hubraum (cm3) 1242 1368
Leistung (kW / PS) bei 1/min 52/69 bei 5500 74/100 bei 6000
Drehmoment (Nm) bei 1/min 102 bei 3000 131 bei 4250
Getriebe (Schalter / Automatik) 5-Gang/5-stufig 6-Gang/5-stufig
Antrieb Vorderrad Vorderrad
Abgas CO2 (g/km) Schalter / Automatik 119/118 149/140
Verbrauch EU-Norm (1/100 km) Schalter / Automatik 5,1/5,0 S 6,3/6,0 S
Anhängelast gebremst (kg) Schalter / Automatik 800/800 800/800
Beschleunigung 0–100 km/h (s) Schalter / Automatik 12,9/12,9 10,5/10,5
Höchstgeschwindigkeit (km/h) Schalter / Automatik 160/160 182/182
Leergewicht (kg) Schalter / Automatik 865/865 930/930
Zuladung (kg) Schalter / Automatik 440/440 440/440
Betriebskosten
Abgasnorm / Steuer pro Jahr (Euro) Euro 5/88 Euro 5/95
Typklasse HP / TK / VK 15/17/11 15/17/13
Versicherungskosten 1) pro Jahr (Euro) 1630 1820
Werkstattintervalle (km / Monate) 30.000/12 30.000/12
Kosten Ölwechsel / Inspektion (Euro) 120/330 150/330
Kosten pro Kilometer (Euro) 0,32 0,37
Garantien: Technik 2 Jahre • Durchrostung 8 Jahre • Mobilität 2 Jahre
Preise (Euro) Schalter / Automatik
Pop 11.000/11.900 13.000/13.900
Lounge 13.000/13.900 15.000/15.900
Sport 13.000/13.900 15.000/15.900

Autor: Detlev Hammermeister

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