Kaufberatung: Groß gegen klein

Kaufberatung: Groß gegen klein

— 02.08.2007

Ist weniger mehr?

Wer beim Autokauf nur in Klassen denkt, verschenkt bares Geld. Denn nicht immer muss größer und teurer automatisch besser sein.

Im Durchschnitt gibt der Deutsche exakt 24.480 Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt) für sein neues Auto aus. Ein ordentlicher Batzen. Und trotzdem will niemand unnötig Geld verschwenden. Das gebietet die Vernunft. Doch aus psychologischen Gründen schielen wir immer nach einer Nummer größer, als eigentlich notwendig wäre – auch wenn es teu(r)er wird. Ob aber größer und teurer auch immer besser sein muss, haben wir an sechs beliebten Marken-Paaren untersucht: BMW X3 und X5 für die Kategorie der SUV sowie Ford S-Max und C-Max bei den Vans. Bei den Kombis treten der klassische A4 Avant und sein kompakter Bruder A3 Sportback gegeneinander an, auch Golf Variant und Kollege Passat Variant suchen den Markenmeister. Toyota deckt mit Auris und Yaris die Kompakt-/Kleinwagenklasse ab. Bei den traditionellen Limousinen stehen sich die neue Mercedes C-Klasse und der große Bruder E-Klasse gegenüber.

In vier Kapitel werden die Autos bewertet

Am Ende steht es 4:2 für die Kleinen. Wer jeweils das Rennen macht, können Sie in den einzelnen Tests nachlesen.

Wie stark die Unterschiede zwischen großem und kleinem Bruder tatsächlich sind, haben wir in Cent, Zentimeter und Sekunden zusammengezählt. Subjektive Eindrücke wie Raumgefühl und Handlingeigenschaften spielen natürlich ebenfalls eine entscheidende Rolle. In vier Kapiteln (Alltagstauglichkeit, Fahreigenschaften, Komfort und Kosten) bewerten wir außerdem Fakten wie Zuladung, Bremsleistung aus 100 km/h, die Komfortausstattung oder den Kraftstoffverbrauch. Das Ergebnis liefert jeweils die bessere, weil vernünftigere Wahl. Aber wie gesagt: Vernunft ist nicht alles – vor allem nicht beim Autokauf.

AUTO BILD-Redakteure sagen ihre Meinung

Karl-August Almstadt: "Die E-Klasse ist die IWC-Uhr." Wer wirklich frei ist von jeglichem Image-Denken, der lese einfach nicht weiter. Ich bin es nicht. Die E-Klasse ist die IWC-Uhr, zurückhaltend edel und ebenso modern wie klassisch. Die C-Klasse ist Junghans, hochmodern, aber spätestens als Avantgarde aufgestylt als Zeichen der Zeit. Bei Uhren und Autos ticke ich heute anders: Erstklassig muss es sein.

Joachim Staat: "Wenn schon SUV, dann richtig: Echte Kerle fahren X5, Frauen X3." In so einem hochbeinigen Allradler fühle ich mich entrückt: über den normalen Autos, geborgen in meiner Blechburg. Also wenn schon SUV, dann richtig auf die Sahne hauen. Dann lieber den großen X5 als die Diätversion X3, die sich mit ihren Schrumpfmaßen anbiedert: beim Auge, bei den Frauen und beim grünen Gewissen, weil er weniger Sprit verbraucht. Unsinn, vergesst das SÜVchen X3. Kerle fahren X5. Die zeigen auch beim Tanken Härte, halten den Mund und zahlen.

Margret Hucko: "Praktisch? Ja, aber bitte nicht hässlich." Praktische Cargo-Hosen, praktische Taschen, praktische Schuhe. Alles, was praktisch ist, sieht auch danach aus. Nach Jugendcamp, Beuteltier und Öko-Aktivistengruppe. In diese Reihe alltagserleichternder Dinge reiht sich der Golf Variant ein. Dieser verdammt bescheidene Kombi, der mindestens so praktisch ist wie ein Passat Variant. Mit diesem Pragmatismus formten die Designer auch das Heck. Ganz einfach einfallslos. Und bauten Leuchten in Korea-Klotz-Form. Dann lieber ein Passat mit LED-Blinkern am Heck. Die dürfen auch mehr kosten.

Aber was ergibt der große Vergleich? Bei welchen Marken lohnt sich das Abspecken? Zu den sechs Vergleichen gelangen Sie über den Punkt "Weitere Links" in der Navigationsleiste auf der rechten Seite. So viel sei schon verraten: Am Ende steht es 4:2 für die Kleinen!

Autoren: Jan Horn, Jörg Maltzan

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