Kaufberatung in neun Klassen

Die besten Gebrauchten bis 10.000 Euro Die besten Gebrauchten bis 10.000 Euro

Kaufberatung in neun Klassen

— 06.05.2008

Die besten Gebrauchten bis 10.000 Euro

Für 10.000 Euro gibt es neue Kleinwagen ab Werk. Wer höhere Ansprüche hat, muss zwangsweise zu einem Gebrauchten greifen. AUTO BILD empfiehlt die Besten in neun Klassen.

Früher war alles besser, das Leben billiger, besonders für Autofahrer. Stimmt das? AUTO BILD hält dagegen: Nie gab es mehr Auto fürs Geld. Schauen wir 25 Jahre zurück. 1983 bekam man für 20.000 Mark, also rund 10.000 Euro, einen neuen BMW 316. Aber wir haben viel weniger verdient. Versuchen wir es also mit 12.000 Mark (rund 6000 Euro): Für diese Summe lieferte Volkswagen einen neuen Polo C. Und Ford konterte mit dem einfachsten Fiesta, ohne L. Jede Straßenbahn bot mehr Ausstattung. Klar, Luxus für 10.000 Euro liefert heute kein Hersteller. Aber immerhin moderne Neuwagen mit teilweise hohem Sicherheitsstandard – wie wir letzte Woche beim Vergleich der Neuen für 10.000 Euro gezeigt haben. Die Auswahl wächst, wenn es auch ein Gebrauchter sein darf. Bei allem Ärger, den es immer wieder gibt: Nie waren Autos so haltbar wie heute.

Wer 10.000 Euro hat, der kann Topqualität erwarten

Der Superb ist ein Stretch-Passat – aber günstiger und luxuriöser als seine VW-Basis.

Weder Rost noch Mechanik müssen Probleme bereiten, nur weil das Auto fünf Jahre oder älter ist. Wer heute 10.000 Euro für einen Gebrauchten ausgibt, kann beste Qualität fordern. Dafür gibt es Autos, die ihre Aufgaben noch viele Jahre zuverlässig lösen werden, zum Beispiel einen Toyota Corolla. Oder Spielzeuge wilder Träumereien wie ein feuerrotes Mercedes SEC Coupé mit V12-Motor. Nicht jeder Wunsch ist allerdings sinnvoll. Oft muss es partout ein Diesel sein. Die modernen Selbstzünder verbrauchen wenig, bieten wuchtiges Drehmoment und viel Fahrspaß. Dennoch ist ein Benziner für Normalfahrer (bis 20.000 Kilometer im Jahr) die bessere Wahl, weil er robuster ist. Der unkaputtbare Diesel? Geschichte. Denn die hochgezüchtete Technik kennt typische Schäden: verglühte Turbolader, durchgebrannte Zylinderkopfdichtungen, fehlgeleitete Luftmassenmesser. Teure Reparaturen folgen, dazu kommen oft Einbaukosten für einen Diesel-Partikelfilter.

Händler scheuen oft die Gewährleistung und verkaufen den A8 nur an Gewerbetreibende.

Sofern es einen gibt. Im Vergleich zur 5000-Euro-Klasse wandelt sich das Milieu, wenn 10.000 Euro zur Verfügung stehen. Bei sieben von neun Gebrauchten, die AUTO BILD als Klassensieger präsentiert, hätten die Händler an privat verkauft, also die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung übernommen. Auch eine Garantie wäre inklusive gewesen. Beim Toyota Corolla sogar für volle zwei Jahre. Die beiden Ausnahmen sind keine Überraschung. Audi A8 und der Mercedes 600 SEC müssen auf eine Versicherung verzichten, obwohl sie die qualitativ hochwertigsten Modelle unserer Auswahl sind. Sie können astronomische Laufleistungen erreichen. Doch wenn in der Technik ein Defekt auftritt, explodieren die Kosten. Schon ein kaputtes Zündschloss kostet schnell 1000 Euro, streikende Steuergeräte ein Vielfaches. Das ist der Preis für Luxus.

Händler kennen Wege, die Gewährleistung zu umgehen. Viele verkaufen nur an gewerbliche Kunden. Kein Problem, Interessenten aus Polen, Kasachstan oder Portugal gibt es genug. Bargeld gegen Auto, fertig. Diese Autos kommen nie zurück. Andere Händler treten als Vermittler auf. Verkäufer ist ein Privatmann, der die Haftung im Vertrag ausschließen darf. Dann gilt der alte Satz "Gekauft wie gesehen", vorsätzliche Täuschung ausgenommen. Aber das Reparatur-Risiko liegt voll beim Käufer. Bevor Sie starten, beschäftigen Sie sich kurz mit der Geschichte des Fahrzeugs: Wer hat es gefahren? Was steht in den Papieren? Ist das Wartungsheft lückenlos? Kommen hier Zweifel auf, sollten Sie woanders suchen. Eine Probefahrt sollte so lange dauern, bis das Öl warm ist. Neben stop and go ist eine Autobahnetappe wichtig. Bei allen Temperaturen und Drehzahlen muss der Motor das Gas sauber annehmen, beim Bremsen darf der Wagen keinesfalls in eine Richtung ziehen.

Der Beste der Besten ist der Ford Focus C-Max

Der Ford Focus C-Max ist ein wahres Multitalent.

Nein, er ist nicht Premium. Ja, fürs gleiche Geld gibt’s auch einen Mercedes, BMW oder Audi. Die haben ihre Qualitäten, sind aber alle nicht so vielseitig wie die Van-Variante des Ford Focus. Hier ist er, der perfekte Kompromiss: noch nicht wirklich alt, aber trotzdem zum Discount-Tarif zu haben. Ein kompakter Van, wie ihn viele wollen, aber trotzdem keine überteuerte Mangelware. Ein praktischer Familienwagen, aber einer, dessen vitales Handling auch höheren Ansprüchen genügt. Gut, der Imagewert eines C-Max ist nicht toll. Und die Diesel-Modelle sind keine Haltbarkeits-Giganten. Macht nichts: Für normale Fahrleistungen reichen die Benziner, die weniger kosten. Und überhaupt: Es ist schwer, mehr Auto zu brauchen – das macht den C-Max zum Favoriten.

Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Christian Steiger

10.000 Euro reichen für ein neues Auto völlig aus. Doch dafür gibt es – abgesehen vom Dacia Logan – nur Kleinwagen. Wer seine Familie samt Gepäck transportieren will, muss einen Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt werfen. Das Angebot ist riesig: Ein Mercedes-Kombi findet sich ebenso wie ein üppig ausgestatteter Skoda Superb. Heute lässt sich automobiles Vergnügen sogar mit Vernunft kreuzen: Der Mercedes CLK zeigt es.

Das sind die Besten in allen Klassen bis 10.000 Euro: Die Hitliste der Gebrauchten. Den kompletten Vergleich mit allen Tabellen gibt es im Heftarchiv als pdf.

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