Kaufberatung Mercedes C-Klasse

Mercedes C-Klasse Mercedes C-Klasse

Kaufberatung Mercedes C-Klasse

— 28.06.2007

Welcher Stern strahlt am hellsten?

Mit dem Start der neuen C-Klasse stellt sich die Qual der Wahl. Welches Modell ist das richtige, welche Ausstattung sinnvoll? Eine Orientierung gibt diese Kaufberatung: vom 170-PS-Diesel bis zum 272-PS-Benziner.

Seine Fans tauften den W 201 einst liebevoll "Baby-Benz". Fast ein Vierteljahrhundert ist das her. Da Mercedes später A und B sagte, wurden die 190er logischerweise zur C-Klasse – und vor sieben Jahren zuletzt modifiziert. Jetzt ist die vierte Baby-Generation auf dem Markt, mit einem Motorenprogramm, das aber erst im September 2007 auf der IAA mit den Basismodellen C 180 K, C 200 CDI und dem C 230 komplett sein wird (zum Jahreswechsel folgt noch der Überflieger C 63 AMG). So lange wollten wir nicht warten, sahen uns die fünf lieferbaren Modelle genauer an. Erste Eindrücke sind immer die besten. Die Ausstattung der C-Klasse fängt mit C wie "Classic" an. Das C könnte auch für "Complett" stehen, denn außer einem Radio sowie der elektrischen Beheizung von Sitzen und der Waschanlage mitsamt Düsen vermissen wir eigentlich nichts. Dafür hätte Mercedes schon eher auf die serienmäßigen Nebellampen verzichten können, die nur selten wirklich nützlich sind.

Alles passt perfekt – nur nicht die Kunststoff-Qualität

Natürlich weckt die Aufpreisliste Begehrlichkeiten, hier kann sich jeder in Versuchung führen lassen. Mit dem C 200 Kompressor zum Listenpreis von gut 32.000 Euro geht es derzeit los. Angesichts der kompletten Ausstattung scheint der Preis gerechtfertigt, nehmen wir also Platz. Willkommen daheim, scheint jedes Detail zu rufen. Alles liegt passend zur Hand, wie bei Mercedes immer schon üblich. Sogar der große Controller-Knopf ist im doppelten Wortsinne schnell zu begreifen. Ab Ausstattung mit Radio ist er immer vor der Mittelarmlehne zu finden. Aber wer hat die Kunststoffe ausgewählt? Hat hier schwäbisches Rendite-Denken den Rotstift geführt? Solche Armaturentafeln kennen wir von billigeren Fahrzeugen, sie sind eines Mercedes nicht würdig. Gut, schauen wir darüber hinweg und greifen zum Schlüssel. Schlüsselloses Fahren Keyless-Go wird zwar auch für 893 Euro angeboten, wir empfehlen es aber nur für Fans, das Geld lässt sich sinnvoller anlegen.

Mit 183 PS ist der bekannte 1,8-Liter-Vierzylinder jetzt 20 PS stärker.

Der bekannte 1,8-Liter-Vierzylinder brummelt laufruhig los, schließlich besitzt er ja zwei Ausgleichswellen. Mit 183 PS ist er jetzt 20 PS stärker als sein Vorgänger. Der mechanische Kompressor sorgt schon bei 2800 Touren für das höchste Drehmoment, schiebt den 1,5-Tonner zügig nach vorn. Bei unserem Testwagen besorgte eine Fünfstufen-Automatik (2178 Euro) den Kraftfluss zu den Hinterrädern. Sie scheint das Temperament etwas zu bremsen, schaltet bei sanftem Gaspedaltritt recht früh hoch, lässt den kurz über Leerlauf drehenden Motor kurzzeitig zwar fein, aber spürbar schütteln. Ab C 230 ist säuselnder Sechszylinder-Komfort an Bord. Die Diesel wiederum beißen nach ganz kurzer Anfahrschwäche kräftig zu. Vor allem der C 320 CDI liefert seine 510 Newtonmeter schon bei 1600 Umdrehungen, sozusagen knapp über der Leerlaufdrehzahl.

Die Automatik lässt sich prima per Hand schalten

Den 350 gibt es ab Werk mit Siebenstufen-Automatik.

Noch mal zu den Mercedes-Schaltautomaten: Sie machen auch eingefleischten Handschaltern viel Spaß. Hebel in Fahrstellung D wie Drive, zum Runterschalten einfach kurz und trocken von rechts dagegendrücken. Zum Raufschalten das gleiche von links. Der rechte Arm kann dabei locker auf der Mittelarmlehne liegen bleiben. Wer den Aufpreis von mindestens 2178 Euro sparen will: Sechsgang-Schaltgetriebe sind Standard, nur den C 350 gibt es ab Werk mit der Siebenstufen-Automatik und Schaltpaddles hinterm Lenkrad (AMG). Wer davor sitzt, der hat jeden C sofort gut im Griff. Die Lenkung reagiert jetzt spürbar direkter als im Vorgänger (Mercedes gibt eine Verbesserung von sechs Prozent an), und das Fahrwerk setzt jeden Befehl willig um.

Alle Fahrwerke haben jetzt automatisch regelbare Stoßdämpfer.

Der größte Fortschritt aber heißt "Agility Control". Alle Fahrwerke haben nun automatisch regelbare Stoßdämpfer serienmäßig. Bei normaler, ruhiger Fahrweise verringern sie ihre Dämpferkräfte, der Wagen rollt komfortabel ab. Geht es mal schneller zur Sache, dann verhärten sich die Dämpfer, stabilisieren den Wagen. Heißt bei Kurvenfahrt: Das Fahrwerk reagiert spontan auf jeden Lenkbefehl, der Wagen bleibt dabei recht neutral - bis ihn das sanft einsetzende ESP wieder einfängt. Heißt bei schneller Fahrt aber auch: Das Fahrwerk wird härter, sportlicher, steckt kurze Stöße etwas schlechter weg. Wobei die Reifengröße auch noch dämpfend wirkt. 195/60-R-16-Räder sind weicher als superbreite und somit härtere 18-Zöller mit 35er-Querschnitt. Ab Herbst soll mit dem "Advanced Agility-Paket" ein einstellbares Fahrwerk kommen. Unser Autor Georg Kacher schrieb in Heft 12 dazu nur: "Finger weg", das Fahrwerk erschien ihm bei Probefahrten in der Sport-Stellung viel zu hart.

Die Lärmdämmung ist beeindruckend

C 220 CDI und C 320 CDI lagen im Testverbrauch unter acht Litern.

Verantwortlich für Dynamik sind natürlich die Motoren. Beide von uns gefahrenen Diesel (natürlich mit Partikelfilter) verbrauchten auf unserer Messstrecke unter acht Liter, die Benziner schluckten 8,7 (C 200 K), 10,0 (C 280) und 11,1 (C 350) Liter Super. Angesichts der hohen Motorleistungen völlig akzeptabel. Beeindruckend ebenfalls die Lärmdämmung. Egal ob mit 100 über die Landstraße oder schneller über die Autobahn: Es rauscht nur noch leise. Die bei den Dieseln anfangs hörbare härtere Verbrennung wird vom Winde verweht. Woher die Ruhe kommt? Die Spritzwand zum Motorraum soll besser isoliert worden sein, ebenso tragen die dicken Bodenmatten zur Geräuschdämmung bei. An den Türen wird sie sichtbar: Perfekt passgenaue Gummilippen und Stoffabdichtungen lassen Windgeräusche erst gar nicht aufkommen, unten an den Türen sorgen extra Gummilippen dafür, dass die Schweller bei Schlechtwetter nicht dreckig werden.

Schnell noch mal auf die Rückbank gekrabbelt – ein wenig Gelenkigkeit ist da schon vonnöten. Der Türausschnitt ist enger geworden, und auf der recht tiefen Bank müssen sich Langbeiner etwas falten, ihre Oberschenkel finden keine Auflage. Zu dritt sind außerdem nur Kurzstrecken erträglich, denn in der Mitte geht es hart und eng zu. Eine asymetrisch umklappbare Rückenlehne kostet 309 Euro extra. Türen zu und die Motorhauben auf. Erst gehen sie bis zur Schräge hoch, ein weiterer sanfter Druck und sie stehen wartungsfreundlich senkrecht. Per Assyst Plus werden die Inspektionstermine errechnet und im Display angezeigt. So um die 20.000 Kilometer dauert ein Intervall, die Wartungskosten sollen je nach Typ zwischen 150 und 470 Euro liegen. Wobei vor allem das Motorenöl richtig ins Geld geht, denn 5,5 (C 200 K) bis 8,5 (C 320 CDI) Liter wollen jetzt gewechselt werden.

24 Millionen Testkilometer haben die Versuchswagen zurückgelegt, meldet Mercedes stolz. Eines hat wohl keinen Versuchsfahrer gestört: Immer beim Losfahren meldet das Display zwischen den Instrumenten für rund 30 Sekunden "Hinten kein Gurt angelegt", auch wenn niemand dort sitzt. Das nervt ein bisschen, zeigt aber, dass Anschnallwarner auch für alle hinteren Plätze ebenfalls serienmäßig sind. Nur für die Sidebags hinten verlangt Mercedes 399 Euro extra - das sollte sich doch noch ändern lassen.

Schon das Basis-Modell "Classic" ist fast komplett

Classic: • Airbags: Front und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer, Knieairbag für Fahrer, Kopfairbags vorn und hinten • ABS/ESP/Bremsassistent • Adaptive Brake mit Berganfahrhilfe • adaptives Bremslicht, blinkend • Agility Control (Fahrwerk, Lenkung, Schaltung passen sich den Straßenverhältnissen an) • Außenspiegel elektrisch beheizbar • Außentemperaturanzeige • Blinker mit Komfortschaltung • Blinkleuchten in den Außenspiegeln • Bordcomputer • Bremsbelagverschleißanzeige • E-Fensterheber vorn und hinten • Fahrlichtassistent • Fahrersitz mit mechanischer Lordosenstütze • Gurtstraffer und -kraftbegrenzer vorn und hinten (außen) • Handschuhfach klimatisierbar • Isofix zweifach im Fond • Klimaautomatik Thermatic (zwei Zonen) • Kofferraumbeleuchtung • aktive Kopfstützen vorn • Lenkung längs- und höhenverstellbar • Leseleuchten • Multifunktionslenkrad • Nebelscheinwerfer • Pannenset Tirefit mit elektrischer Luftpumpe • Reifendruckverlustwarnung • Schließung mit automatischer Verriegelung und Notöffnung • seitliche Netze im Kofferraum • Vordersitze mit elektrischer Höhen-, Lehnen-, Neigungsverstellung • wärmedämmendes Glas rundum • Wartungsintervallanzeige "Assyst" • Zenralverriegelung mit Fernbedienung

Elegance (Aufpreis ab 1999 Euro), Serie bei C 350 und C 320 CDI: • Polsterung Stoff "Edinburgh" • Zierblenden "Eukalyptus" • Multifunktionslenkrad und Schalt-/Wählhebel in Leder • Lichtpaket: u. a. Beleuchtung Fußraum vorn, Leselicht hinten, Ausstiegsleuchten vorn

Avantgarde (Aufpreis ab 1999 Euro): • Polsterung Stoff "Liverpool"/Ledernachbildung ARTICO • Zierblenden "Aluminium" • Multifunktionslenkrad und Schalt-/Wählhebel in Leder • 17-Zoll-Leichtmetallräder mit Reifengröße 225/45 R 17

Sportpaket AMG (Aufpreis 2124 Euro): • Sportsitze • Dreispeichen-Lederlenkrad • Lenkrad-Schaltpaddles (nur Automatikgetriebe) • Sportpedalanlage aus Edelstahl mit Gumminoppen • AMG Styling (Front- und Heckschürze/Schwellerverkleidungen) • 17-Zoll-AMG-Leichtmetallräder (v. 225/45 - h. 245/40 R 17) • vordere Bremsscheiben gelocht • Sport-Parameterlenkung • Sportfahrwerk mit Tieferlegung • Edelstahl-Endrohrblende.

Die Extras – und welche AUTO BILD empfiehlt

Es gibt fast nichts, was es für die C-Klasse nicht gibt (siehe Tabelle unten: o = Serienausstattung, • = Option, rot = unsere Empfehlung). Das meiste muss allerdings zusätzlich bezahlt werden. Und Vorsicht: Was günstig aussieht, wird oft noch teurer. Die Gestalter der Preisliste haben per Kleingedrucktem Verknüpfungen geschaffen, die den Preis hochtreiben. Beispiel: Leder (1940 Euro) nur mit Sitzheizung und Elegance/Avantgarde macht 4427 Euro.

Empfehlung von AUTO BILD-Redakteur Diether Rodatz

C 200 Kompressor, einfach vernünftig: Das Basismodell mit munteren 183 PS reicht. Was will ich mehr als eine Grundausstattung, die sogar schon eine getrennt regelbare Klimaanlage enthält und automatisch anpassende Stoßdämpfer! Doch, ich will noch was. Für den Winter die beheizbaren Sitze, für den Urlaub die umklappbare Rücklehne hinten. Ohne Radio geht es auch nicht. Macht 1571 Euro, lässt sich verkraften. Oder soll ich auf den C 180 K warten? Der ist 2083 Euro billiger. Und hat auch schon 156 PS.

C 320 CDI, sportlich und sparsam: Jetzt lasse ich mal ein bisschen die Sau raus. 224 PS und ein Drehmoment, das die Hinterräder Riefen in den Asphalt fräsen lässt. Halbstark? Ja. Spritverschwendend? Nein. Denn dieser Muskelprotz kommt mit 7,9 Litern über die Runden, der um 54 PS schwächere 220 CDI verbraucht nur 0,5 Liter weniger. Wenn das kein Mehrwert ist! Sorry, ich vergaß vor lauter Fahrfreude den Preis. Die Differenz beträgt 6545 Euro, die muss man erst mal haben.
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Umbau: Avantgarde für 137 Euro

Die Verwandlung: Aus der Basis Classic wird optisch der Avantgarde.

Rund 2000 Euro Aufpreis nimmt Mercedes für die Avantgarde-Version. Die billige Alternative: Avantgarde-Look. Also nur den Frontgrill. Der kostet 125 Euro, plus zwölf Euro für das runde Firmenemblem, das das Loch auf der Haube verschließt, auf dem der Stern stand. Wahlweise kann auch noch die verchromte Griffleiste am Kofferraum angebaut werden (48 Euro). Natürlich gleicht der Mercedes nach dem Umbau nur äußerlich der Nobelvariante Avantgarde. Für den Umbau gilt: Geübte Bastler erledigen ihn in einer halben Stunde. Vorsicht beim Verbiegen der Kunststoff-Rastnasen am Kühlergrill, sie sind empfindlich, brechen leicht ab. Folgende Teile sind für den Umbau nötig: Kühlergrill: 1. Teile-Nummer A 2048800023/9776, Preis 125 Euro, 2. Firmenemblem: Teile-Nummer A 2048170616, Preis 12 Euro, 3. Griffleiste: Teile-Nummer A 2047400793, Preis 48 Euro.

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