Kaufberatung Mercedes GLK, Teil 1

Kaufberatung Mercedes GLK Kaufberatung Mercedes GLK

Kaufberatung Mercedes GLK, Teil 1

— 10.02.2009

Messerscharf kombiniert

Der Mercedes GLK gehört zu den stattlichsten Neuerscheinungen im SUV-Segment. Mit Ecken und Kanten soll er die Premium-Konkurrenz ausstechen. Welcher GLK am besten zu Ihnen passt, zeigt diese Kaufberatung.

Noch gestern erschien uns ein BMW X3 moderner und repräsentativer als jeder andere kompakte Geländewagen. Jetzt fährt der neue Mercedes GLK vor. Und plötzlich wirkt der BMW regelrecht angestaubt. Mit dem stolzen Grill und einer aus vielen messerscharfen Kanten komponierten Außenoptik wirkt der GLK einfach todschick. Ein Blechkleid wie aus Stein gemeißelt, topaktuell und dennoch zeitlos elegant. So gehört sich das für einen Mercedes. Ganz klar: Die weiche Welle war gestern. Als Softie braucht man auf dem hart umkämpften SUV-Markt auch gar nicht erst anzutreten. Schließlich buhlen auch VW mit dem Tiguan und Audi mit dem Q5 um die Kundschaft. Bei Mercedes setzt man auf (GLK-)Klasse statt Masse. Das demonstriert schon die Preispolitik: Günstigstes Modell ist der 220 CDI zum stolzen  Betrag von 40. 341 Euro. Den liefern die Schwaben aber erst ab Mitte des Jahres aus. Wer so lange nicht warten will, sieht sich mit dem 231 PS starken 280er für 43.554 Euro als Einstiegsmodell konfrontiert. Für das Geld bekommt man auch  einen VW Touareg mit TDI-Motor.

Bestechender Federungskomfort und das "G" im Namen

Aber eben kein Mercedes-Geländeauto, das das allradadlige "G" im Namen tragen darf. Dies blieb bisher nur dem Kletter-Klassiker G-Modell sowie dem Luxuslaster GL vorbehalten. Bei dieser Verwandtschaft muss der GLK mehr sein als ein reiner Asphalt-Cowboy: In  Matsch und Modder soll er sich wohler fühlen als alle Konkurrenten. Dafür sorgen die relativ großzügige Bodenfreiheit und der permanente Allradantrieb. Auf eine Untersetzung und mechanische Differenzialsperren verzichtet der GLK aber ebenso wie andere Sport Utility Vehicles. Das dürfte die Kunden kaum grämen, werden sie doch weniger afrikanische Wellblechpisten als vielmehr deutsche Autobahnen unter die Räder nehmen.  Dort liefert der GLK eine souveräne Vorstellung ab: Der Federungskomfort ist bestechend und deutlich besser als bei den Hauptkonkurrenten X3 und Q5. Zusammen mit dem niedrigen  Geräuschniveau und der sehr bequemen Sitzposition ergibt sich eine  Langstreckenbehaglichkeit fast auf S-Klasse-Niveau.

Ihre Meinung zum GLK? Hier geht es zum Mercedes-Forum von autobild.de

Hereinspaziert: Auch im Cockpit geben Ecken und Kanten den Ton an.

Die Sessel hätte man auch gern zu Hause vor dem Fernseher, auch an der Ellenbogenfreiheit gibt es nichts zu meckern. Im Fond ist das Platzangebot akzeptabel, aber nicht so großzügig, dass man den GLK unbedingt als Chauffeurs-Limousine in Erwägung ziehen müsste. Das Kofferraumvolumen ist mit 450 Litern leicht unterdurchschnittlich. BMW X3 und VW Tiguan bieten mit 480 beziehungsweise 470 Litern mehr. Dass der komplett mit feinem Teppich ausgeschlagene Laderaum eher für Lederköfferchen von Touristen als für blutende Beute von Jägern taugt, versteht sich wohl von selbst. Eine geteilt umklappbare Rückbank ist serienmäßig. Ebenso, wie der Prospekt stolz betont, eine Laderaumabdeckung.

Zwei Diesel, ein Vierzylinder

220 CDI Wie bereits erwähnt, müssen sich Interessenten des einzigen Vierzylindermodells der GLK-Klasse noch bis Mitte 2009 gedulden. Die Wartezeit lohnt sich, nicht nur weil der 220 das günstigste Modell ist. Bei dem CDI mit 2,14 Liter Hubraum handelt es sich um ein brandneues Aggregat mit gleich zwei Turboladern: einem kleinen fürs Anfahren und einem großen für Volllast. Der Diesel schafft die Abgasnorm Euro 5, weshalb ihm die Mercedes-Marketingstrategen flugs das Etikett "Blue Efficiency" verpassten. Spezielle Spritspartechniken wie eine Start-Stopp-Automatik sucht man im GLK aber vergebens. Weit interessanter ist das mächtige Drehmoment von 400 Newtonmetern, das bereits ab 1400 Touren bereitsteht. Damit stellt der CDI sogar die PS-stärkeren und teureren V6-Benziner in den Schatten. Für die typische gelassene Geländewagenfahrweise, die satten Durchzug aus dem Drehzahlkeller braucht, bietet der relativ kleine Vierzylinder also die besten Voraussetzungen. Jedenfalls auf dem Papier. Keine Sorge, auch auf der Straße: Ab rund 1500 Umdrehungen liefert der 220er mächtigen Schub, und das fast verzögerungsfrei. Das siebenstufige Automatikgetriebe (7G-Tronic) spielt hier bestens mit, sorgt fast immer unauffällig für den passenden Gang und die optimale Drehzahl.

Der Vierzylinder-Diesel läuft geschmeidig-kultiviert

Der 220 CDI läuft geschmeidig-kultiviert. Viel Fortschritt also, beim Verbrauch allerdings weniger.

Die Automatik ist beim 220 CDI wie bei den anderen GLK serienmäßig – erfahrene Mercedes-Kunden dürfte das erstaunen. Können die sich doch noch daran erinnern, dass, etwa beim 190er, sogar der fünfte Gang noch Aufpreis kostete.  Das war in einer Zeit, als Dieselmotoren noch nagelten – damit ist es heute vorbei. Der CDI läuft geschmeidig-kultiviert. Viel Fortschritt also, beim Verbrauch allerdings weniger. Unsere Kollegen von AUTO BILD ALLRAD ermittelten einen Durchschnittswert von 7,9 Litern. Ein vergleichbarer BMW X3 macht es für einen Liter weniger.

Sieben auf einen Streich: Die Siebengang-Automatik ist bei allen GLK-Modellen Serie.

320 CDI
Beim Dreiliter-Diesel sind es knapp zehn Liter. Auch kein Rekordwert, aber man hat es hier auch mit einem echten Luxusfahrzeug zu tun. 224 PS, 540 Newtonmeter Drehmoment und ein Gewicht von fast zwei Tonnen sind nicht die Eckdaten eines Sparmobils. Die Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h auch nicht. All das prädestiniert den GLK zu einer schnellen, komfortablen Reiselimousine. Wenn der V6 den Mercedes mit seinem mächtigen Kühlergrill durch den Wind schiebt, ertönt kaum mehr als ein raues Murmeln. Auch die Windgeräusche halten sich in Grenzen. Logisch, dass auf der Landstraße ein kurzer Druck auf das Gaspedal genügt, um den Benz aus niedrigster Drehzahl mächtig nach vorn zu werfen.

Im zweiten Teil der großen AUTO TESTS-Kaufberatung zum Mercedes GLK erfahren Sie alles über die Benzin-Motoren, Ausstattung und Sicherheit.

Die Dieselmotoren des Mercedes GLK 220 CDI 320 CDI
Bauart R4, Turbo V6, Turbo
Ventile pro Zylinder / Nockenwellen 4/2 4/4
Nockenwellenantrieb Kette/Zahnräder Kette
Hubraum (cm3) 2143 2987
Leistung (kW / PS) bei 1/min 125/170 bei 3200–4800 165/224 bei 3800
Drehmoment (Nm) bei 1/min 400 bei 1400–2800 540 bei 1600–2400
Getriebe Automatik 7-stufig Automatik 7-stufig
Antrieb Allrad Allrad
Abgas CO2 (g/km) 183 208–220
Verbrauch EU-Norm (1/100 km) 6,9 D 7,9–8,4 D
Anhängelast gebremst (kg) 2000
Beschleunigung 0–100 km/h (s) 8,8 7,5
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 205 220
Leergewicht (kg) 1770 1805
Zuladung (kg) 730 695
Betriebskosten
Abgasnorm / Steuer pro Jahr (Euro) Euro 5/339 Euro 4/463
Typklasse HP / TK / VK 22/25/25 22/25/26
Versicherungskosten 1) pro Jahr (Euro) 3855 4152
Werkstattintervalle (km / Monate) 25.000/12 25.000/12
Kosten Ölwechsel / Inspektion (Euro) 170/450 250/600
Kosten pro Kilometer (Euro) 0,67 0,77
Garantien: Technik 2 Jahre • Durchrostung 30 Jahre • Mobilität 30 Jahre
Preise (Euro)
Mercedes GLK 40.341 46.053

Autor: Detlev Hammermeister

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