Kaufberatung Mercedes GLK, Teil 1

Kaufberatung Mercedes GLK Kaufberatung Mercedes GLK

Kaufberatung Mercedes GLK, Teil 2

— 10.02.2009

Messerscharf kombiniert

Im zweiten Teil der großen GLK-Kaufberatung erfahren Sie alles über Benzin-Motoren, Getriebe, Ausstattung und Sicherheit des kantigen Mercedes-Allradlers.

Der Mercedes GLK hat den Crashtest nach Euro NCAP noch nicht absolviert. Ein schlechtes Ergebnis ist allerdings kaum zu erwarten und hätte Sensationspotenzial. Die hausinternen Crashtests wappnen den GLK für verschiedenste Szenarien im Labor wie auf der Straße. Neben den stabilen Karosseriestrukturen sollen Details wie die Neckpro-Kopfstütze Unfallfolgen minimieren: Erkennt das Steuergerät einen Heckaufprall, entriegelt sie vorgespannte Federn im Inneren der Kopfstütze. Dadurch springt sie 40 Millimeter nach vorn und 30 Millimeter nach oben. So können die Köpfe der Frontpassagiere frühzeitig aufgefangen und das Risiko von Schleudertraumen reduziert werden. Auch bei einem Frontalaufprall hilft die kluge Elektronik: Je nach Schwere des Einschlags zünden die Frontairbags mit nur einer oder beiden Stufen. Dem Fahrer hilft zudem der Knieairbag.

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GLK 280 Warum man bei so viel Diesel-Dampf auf den Dreiliter-Benziner umsteigen sollte, erschließt sich nach diesem Fahrerlebnis kaum. Er bietet mit 231 PS zwar 7 PS mehr als der 320 CDI, allerdings auch ganze 240 Newtonmeter weniger Drehmoment. Kein naheliegender Tausch. Interessanter: der rund 2500 Euro niedrigere Preis sowie die geringeren Unterhaltskosten. Die Steuerlast ist beim 280er halb so hoch wie beim 320 CDI. Auch die Versicherungseinstufung ist günstiger. Beim Fahren macht der Sechszylinder keinen schlechten Eindruck. Er läuft weich, leise und geschmeidig. Erst bei für Geländewagen ungehörig hohen Drehzahlen klingt er etwas rau – an die Laufkultur eines Reihensechsers von BMW kommt er nicht ganz heran. Das größte Manko: Wer einen Diesel oder den 350er im Vergleich fährt, vermisst beim 280 das satte Durchzugsvermögen.

Luftpolster satt: Sieben Airbags (inklusive Knieairbag) sind Serie. Seitenairbags hinten kosten extra.

GLK 350
Hinter der Bezeichnung 350 verbirgt sich wesentlich mehr Dynamik – 3,5 Liter Hubraum verfehlen ihre Wirkung nicht. Der V6 schiebt den GLK souverän an, in jeder Lebenslage. Immerhin sind hier 272 PS zur Stelle. Eine gehörige Ansage in der Welt der kompakten SUV. Die Leistung reicht, um den Geländewagen in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen und ihn bis auf 230 km/h zu hetzen. Ein Tempo, das der GLK 350 mit seinem guten Geradeauslauf souverän beherrscht. Und das genauso leise und kultiviert wie der 280. Dass der Bordcomputer hier kaum einstellige Verbräuche anzeigen wird, dürfte klar sein. Es sind meist eher deutlich zweistellige.

Komplette Basisausstattung

Dass ein Mercedes etwas mehr kostet als andere Autos, gilt nicht unbedingt als Neuigkeit. Eher schon, dass für das viele Geld eine opulente Ausstattung mitgeliefert wird. Im Falle des GLK lassen sich die Schwaben nicht lumpen: Neben dem bereits erwähnten siebenstufigen Automatikgetriebe gibt es feudale Extras in Hülle und Fülle – und zwar ohne Aufpreis. Da wären die Zweizonen-Klimaautomatik, ein Multifunktionslenkrad mit Radiofernbedienung, das CD-Radio selbst und ein Tempomat. Elektrische Heinzelmännchen an Außenspiegeln und allen vier Seitenscheiben sind ebenso selbstverständlich wie solche an den Vordersitzen – Höhen und Lehneneinstellung reagieren auf Knopfdruck. Nicht einmal für Aluräder müssen GLK-Kunden ein Kreuzchen in der Aufpreisliste machen. 17-Zöller sind immer dabei, sogar beim 220er. Fast schon zu viel des Guten – im Gelände wären robuste Stahlfelgen besser als sensible Aluräder.

Zwei Offroad-Pakete machen den GLK fit für den Modder

Für den GLK gibt es zwei Offroad-Pakete: Das eine schmückt den GLK mit Chromlamellen im Kühler und schwarzen Kunststoffeinsätzen.

Mercedes scheint davon auszugehen, dass durchaus der eine oder andere Kunde in unwegsame Gefilde vordringen könnte. Denn es gibt nicht nur das Styling-Offroad-Paket für 1071 Euro, das den GLK abenteuerlustiger aussehen lässt. Man kann auch das Offroad-Technik-Paket für 702 Euro bestellen, das eine speziell programmierte Motor- und Getriebesoftware umfasst. Und einen Unterfahrschutz, der nicht nur aussieht wie einer – im Gegensatz zu jenem, der im Styling-Paket enthalten ist. Alles Geschmacksache. Gut überlegen sollte man sich das Sport-Paket Exterieur für 1845 Euro: Dazu gehören 19-Zoll-Aluräder und ein Sportfahrwerk mit 20 Millimeter Tieferlegung. Beides Maßnahmen, die einer besonderen Stärke des GLK den Garaus machen: seinem herausragenden Federungskomfort.

Xenon, Kurvenlicht und variable Lichtverteilung für 1458 Euro

Das CD-Radio "Audio 20" kostet 357 Euro und hat eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung im Gepäck.

Spätestens jetzt sei daran erinnert, dass ein GLK Zusatzausstattung nicht wirklich braucht. Das Basispaket ist komplett und lässt kaum Wünsche offen – jedenfalls solange man darauf verzichtet, in der Preisliste zu blättern. Denn Mercedes wäre nicht Mercedes, wenn dort nicht verschiedene Verlockungen warten würden. Im Vergleich zu anderen Modellen der Marke hält sich ihre Zahl aber in Grenzen.  Eines der meistbestellten Extras findet sich gleich weit vorn: das Intelligent Light System. Ein prosaisches "Xenon-Scheinwerfer" war den Prospektpoeten zu schlicht. Denn im Paket für stolze 1458 Euro ist eine aktive Kurvenlichtfunktion ebenso inbegriffen wie eine variable Lichtverteilung für Landstraße und Autobahn.

Der GLK muss ohne chromglänzenden Stern auf der Haube auskommen

Die Zweizonen-Klimaautomatik wird ab Werk in jedem GLK verbaut.

Von einem in den Armaturenträger integrierten Navigationssystem lassen sich wohl auch nicht viele Kunden abbringen – trotz des grotesken Preises von 3046 Euro. Dass es sich um ein topaktuelles Gerät mit einer Europakarte auf der Festplatte und einem sechs Gigabyte großen Speicher für MP3-Dateien handelt, tröstet dabei kaum. Gern genommen wird auch die Parktronic für 821 Euro, obwohl sie beim GLK eher verzichtbar erscheint als bei anderen Autos: Der GLK darf als relativ übersichtlich gelten. Ein hinter der Heckscheibe verborgenes, aneckendes Stufenheck fehlt dem Geländewagen natürlich. Und nach vorn genießt der Fahrer einen heutzutage selten gewordenen Ausblick: den über eine lange, gerade Motorhaube. So, wie es sich für einen Mercedes seit Ewigkeiten gehört. Umso schmerzlicher rückt uns ein eklatantes Defizit ins Bewusstsein: Am Ende der Motorhaube herrscht Leere. Kein chromglänzender Stern weist uns den Weg. Das kann doch nicht so bleiben?

Fazit von AUTO TEST-Redakteur Detlev Hammermeister

Der Favorit der AUTO TESTS-Redaktion: Mercedes GLK 220 CDI. Verfügbar ab Mitte 2009.

Der Mercedes GLK ist anders als andere kompakte Geländewagen. Nicht nur wegen seiner prägnanten, wie aus dem rohen Fels gemeißelten Optik. Auch wegen seines sehr guten Federungskomforts. Und wegen seiner Motorenpalette: Derzeit gibt es den GLK nur mit kostspieligen Sechszylindermotoren. Das entfernt den Mercedes von den meisten seiner Wettbewerber – aber auch von manchen Kunden, die bei den Unterhaltskosten gern auf dem Teppich bleiben. Die müssen aber noch bis Mitte des Jahres warten, wenn der 220 CDI auf den Markt kommt. Mit rund 40 .000 Euro ist der kostspielig genug. Tröstlich immerhin: Die Serienausstattung kann sich wirklich sehen lassen. Sie lässt kaum Wünsche offen, beinhaltet sogar eine famose Siebenstufenautomatik. Man kann den GLK in Basisversion bestellen, ohne auf Wesentliches verzichten zu müssen.

Im ersten Teil der großen AUTO TESTS-Kaufberatung zum Mercedes GLK gibt es alle Infos zum Platzangebot und den technischen Daten der Diesel. Was halten Sie  vom GLK? Erzählen Sie es uns im Mercedes-Forum von autobild.de!

Die Benzinmotoren des Mercedes GLK 280 350
Bauart V6 V6
Ventile pro Zylinder / Nockenwellen 4/4 4/4
Nockenwellenantrieb Kette Kette
Hubraum (cm3) 2996 3498
Leistung (kW / PS) bei 1/min 170/231 bei 6000 200/272 bei 6000
Drehmoment (Nm) bei 1/min 300 bei 2500–5000 350 bei 2400–5000
Getriebe Automatik 7-stufig Automatik 7-stufig
Antrieb Allrad Allrad
Abgas CO2 (g/km) 244–246 249–251
Verbrauch EU-Norm (1/100 km) 10,4–10,5 S 10,6–10,8 S
Anhängelast gebremst (kg) 2000 2000
Beschleunigung 0–100 km/h (s) 7,6 6,7
Höchstgeschwindigkeit (km/h) 210 230
Leergewicht (kg) 1755 1755
Zuladung (kg) 745 745
Betriebskosten
Abgasnorm / Steuer pro Jahr (Euro) Euro 5/206 Euro 5/236
Typklasse HP / TK / VK 21/25/23 21/25/23
Versicherungskosten 1) pro Jahr (Euro) 3375 3375
Werkstattintervalle (km / Monate) 25.000/12 25.000/12
Kosten Ölwechsel / Inspektion (Euro) 250/600 250/600
Kosten pro Kilometer (Euro) 0,76 0,81
Garantien: Technik 2 Jahre • Durchrostung 30 Jahre • Mobilität 30 Jahre
Preise (Euro)
Mercedes GLK 43.554 46.053

Autor: Detlev Hammermeister

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