Kaufberatung Opel Corsa

Kaufberatung Opel Corsa Kaufberatung Opel Corsa

Kaufberatung Opel Corsa

— 25.02.2002

Jede Wahl ein Treffer?

Opels Kleinster zeigt Größe - doch welchen nehmen? Motoren von 58 bis 125 PS, diverse Ausstattungen. Der beste Corsa fürs Geld.

Die Qual der Wahl

Wer auf der Suche nach dem richtigen Auto Dutzende Prospekte gewälzt und noch mehr Probefahrten absolviert hat, der mag schon mal wohlwollend an den Trabant zurückgedacht haben. Wahlmöglichkeit bei der Motorisierung: keine. Ausstattungsversionen: zwei. Karosserievarianten: zwei. Und die Farbe? Die meisten waren nur lieferbar in "Papyrusweiß".

Um wie viel bunter geht es da doch bei den real existierenden Marken zu: Allein bei den Kleinwagen konkurrieren über zwanzig Modelle. Selbst wer sich da für den Opel Corsa entscheiden konnte, steht erst am Anfang des Entscheidungsdschungels. Sechs Motorvarianten sind im Angebot, drei Getriebe, zwei Karosserieversionen, fünf Ausstattungen und Extras von der Klimaanlage bis hin zum Navigationssystem mit Telematik.

Nicht mal die Farbe ist leicht ausgesucht: Neben der Standardfarbe gibt es Brillant-, Zweischicht-Uni-, Zweischicht-Metallic- und Mineraleffekt-Lacke. Bei der Auswahl der schönsten Farbe stehen Sie wohl allein da. Vielleicht eine kleine Hilfe: Gut 25 Prozent der Käufer entscheiden sich für "Starsilber". Bei anderen wichtigen Themen können wir Ihnen Ratschläge geben. Wir haben alle Corsa mit allen Ausstattungsversionen getestet. Auch den 1.2 16V Easytronic, den Corsa mit neuem automatisiertem Schaltgetriebe.

Motoren und Ausstattung

Die Spanne der Motorisierungen reicht von 58 bis 125 PS. Da sollte für die meisten Ansprüche etwas dabei sein. Und die werden immer höher: 42 Prozent der Corsa-Käufer lassen sich vom "Comfort"-Paket verwöhnen. Die Klimaanlage gar will schon jeder zweite Corsa-Fahrer. Deshalb sollten selbst jene, die sie für überflüssig halten, in Erwägung ziehen: Gebrauchtwagen-Interessenten werden in einigen Jahren vermutlich noch eindringlicher nach ihr fragen, als es heute schon der Fall ist.

Serienmäßig bei allen Corsa: ABS, vier Airbags,voll verzinkte Karosserie und eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung. Und relativ viel Platz sowie ein hervorragendes, komfortables Fahrwerk. Damit fährt der Corsa narrensicher durch jede Kurve - auch ohne ESP, das Opel für den Kleinen nicht anbietet. Ausnahme: Bei Ausrüstung mit rollwiderstandsarmen Eco-Reifen leidet das Fahrverhalten. Ansonsten ist es sehr erwachsen für die Klasse. Diese bereichert im Herbst übrigens der neue VW Polo. Dann wird die Qual der Wahl wieder ein bisschen größer.

Minimal: 1.0 (58 PS) und 1.2 (75 PS)

Corsa 1.0 Die Idee klingt einleuchtend: Ein Zylinder, der nicht da ist, kann auch keinen Sprit verbrauchen. Funktioniert sie im wirklichen Leben? Im Test genügten dem Spar-Corsa 5,7 Liter Super für 100 Kilometer - ein Super-Ergebnis für einen Benziner. Was die Sparfüchse am Computer natürlich nicht störte: Ein Dreizylindermotor mit 973 Kubikzentimetern genügt kaum, um den über eine Tonne schweren Opel flott voranzutreiben.

Der Motor reagiert unwillig auf Gaspedalbewegungen und wirkt weder im unteren noch im oberen Drehzahlbereich temperamentvoll. Durchzugskraft ist besonders subjektiv so gut wie nicht vorhanden. Gerade noch reisetauglich: die Spitze von 155 km/h. So wäre die Stadt das natürliche Revier für den Corsa 1.0. Doch da stört seine schlechte Laufkultur, besonders im Leerlauf.

Corsa 1.2 Der Vierzylinder mit 1,2 Liter Hubraum kostet 1500 Mark mehr als die Basis - eine lohnende Investition. Zwar könnte man sich einen Kleinwagen mit immerhin 75 PS dynamischer vorstellen, doch reicht die gebotene Leistung für fast alle Fälle: Mit 170 km/h schwimmt der Corsa auf der Autobahn flott mit, Beschleunigung (0-100 km/h in 13,1 Sekunden) und Durchzug genügen den meisten Ansprüchen.

Brav setzt der Motor Gaspedalbewegungen in Vortrieb um, auch bei hohen Drehzahlen. Der Verbrauch liegt deutlich höher als beim Dreizylinder, hält sich aber in erträglichen Grenzen: 6,6 Liter auf 100 Kilometer. Als fast schon Opeltypisch muss der raue Motorlauf gelten - in diesem Vergleich ist der Corsa 1.2 aber zweifellos das kultivierteste und harmonischste Auto.

Sportlich: 1.4 (90 PS) und 1.8 (125 PS)

Corsa 1.4 Nur 15 PS mehr, und der Corsa mutiert vom braven Pflichterfüller zum sportlichen Spaßmacher. Satter Antritt, flottes Drehvermögen - solchen Herausforderungen widmet sich der 1.4 mit Begeisterung. Nur 11,4 Sekunden braucht er von null auf 100 km/h, stellt damit den 1.2 deutlich in den Schatten. Noch klarer wird die Überlegenheit beim Durchzug: Im fünften Gang genügen 13,7 Sekunden, um von 80 auf 120 km/h zu beschleunigen (1.2: 18,7 Sekunden). Und das alles mit sparsamen 6,9 Litern auf 100 Kilometer.

Corsa 1.8 125 PS im Kleinwagen - eine verheißungsvolle Ansage. Und dieser Corsa enttäuscht nicht: Ein Tritt aufs Gas, und der Opel hechtet los. Bäriger Durchzug und ausgelassene Drehfreude machen den Kleinen auf der Autobahn sogar zum Konkurrenten von staunenden Mittelklasse-Fahrern. Bei 204 km/h ist abrupt Schluss: Der Drehzahlbegrenzer gebietet Einhalt. Auch ganz gut so. Denn der nur mit hartem Sportfahrwerk lieferbare 1.8 liegt bei dem Tempo zwar sicher, er muss aber konzentriert auf Spur gehalten werden.

Auf Serpentinen, wo der Corsa federleicht durch engste Kurven fegt, fühlt er sich deutlich wohler. Dort machen Wind und Motor auch weniger Lärm. GSi-Freaks der alten Schule beklagen, dass der Corsa Sport fünftürig lieferbar ist und zu wenig leistet: Ein Renault Clio Sport hat 169 PS. Seine Spitze von 180 km/h erreicht er problemlos, offenbart dann aber auch Schwächen des Kleinwagens: laute Windgeräusche ab etwa 150 km/h. Knapp darunter, bei 140 oder 4500/min, nervt Dröhnen vom Motor. Die Unterhaltskosten bleiben noch im Rahmen.

Diesel: 1.7 DI (65 PS) und 1.7 DTI (75 PS)

Corsa 1.7 DI Bei einem Kleinwagen-Diesel zählt vor allem eines: der Verbrauch. Wie sieht es da mit der Existenzberechtigung des 1.7 DI aus? Sehr gut - der Dreizylinder-Benziner verbraucht schon wenig, der Diesel noch weniger: 4,9 Liter auf 100 Kilometer. Dabei fühlt er sich deutlich kräftiger an als der 1.0, zieht besser durch und läuft mit maximal 162 km/h auch etwas schneller. Gegenüber dem Vierzylinder 1.2 gerät er aber ins Hintertreffen, weshalb er als Alternative zum 58-PS-Basis-Corsa gelten muss.

Keine guten Vorzeichen für Wirtschaftlichkeit des DI - er kostet 3580 Mark mehr. Dazu kommen höhere Unterhaltskosten - Geld, das kaum je wieder hereinzufahren ist. Schade, wenn die Spararbeit im lauten, unkultivierten Diesel-Corsa nicht mit günstigeren Ausgaben fürs Auto belohnt wird.

Corsa 1.7 DTI Mit stolzen 25.400 Mark belastet der Corsa 1.7 DTI die Haushaltskasse - 3000 Mark mehr als der gleich starke Benziner und 920 Mark mehr als der Turbodieselkollege 1.7 DI. Von dem unterscheidet er sich nur durch einen etwas höheren Ladedruck. Was für den DTI spricht: Mit 165 Nm stemmt er so viel Drehmoment wie der GSi, satter Durchzug ist also garantiert.

Bei Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung herrscht Patt zwischen 75-PS-Benziner und -Diesel. Souverän gewinnt der DTI dagegen die Sparmeisterschaft: 5,0 Liter auf 100 Kilometer, immerhin 1,6 Liter weniger als der Konkurrent aus dem gleichen Hause. Trotzdem kommt wenig Freude auf - auch der DTI macht eine Menge Krach. Wegen des hohen Drehmoments braucht man hier aber seltener hohe Drehzahlen, was den Lärmpegel etwas senkt.

Unser Favorit: 1.2 16V Comfort

Die klare Empfehlung nach gründlichem Studium aller Motor- und Ausstattungsversionen: der Corsa 1.2 16V Comfort. Der bietet solide, langstreckentaugliche Fahrleistungen und nützliche Extras. Ans Herz legen möchten wir Ihnen zusätzlich vier Türen - Kindersitze oder nur Einkaufstüten sind durch Fondstüren einfach leichter bugsiert.

Eine Überlegung wert auch die Easytronic, die für 985 Mark ein deutliches Plus an Antriebskomfort bringt. Wenn häufig die Fahrer(innen) wechseln, machen sich auch elektrische Spiegel (355 Mark) bezahlt. Damit kommt unser Wunsch-Corsa auf 26.940 Mark. Ohne Klimaanlage, die Sie bei unseren Temperaturen in erster Linie für den Wiederverkauf benötigen.

Alles ist möglich

Die Basis-Version hat alles, was man zum (Über-)Leben braucht: eine komplette Sicherheitsausstattung mit ABS und vier Airbags. Dazu eine Servolenkung, die sogar geschwindigkeitsabhängig funktioniert und den Corsa spielerisch durch den Stadtverkehr wieseln lässt.

Comfort lockt mit nützlichen und verzichtbaren Extras: Ein Brillenhalter muss nicht unbedingt sein. Elektrische Fensterheber und fernbedienbare Zentralverriegelung versüßen den Auto-Alltag dagegen ungemein. Beides zusammen kostet 1470 Mark - da kann man auch noch die 580 Mark für das Comfort-Paket drauflegen und hat dann noch Sinnvolles wie Lenkradhöhenverstellung und geteilt umklappbare Rücksitzbank.

Elegance heißt Luxus: Aluräder, Klimaanlage oder Lederlenkrad haben wir alle gern. Doch wer kann schon bei einem Kleinwagen 4400 Mark zusätzlich zum Comfort-Preis, also insgesamt 6450 Mark für Extras, ausgeben? Vor dem Sport-Paket sei gewarnt: Hier geht es nicht nur um flotte Optik. Opel nimmt das Thema ernst und liefert (außer beim 1.2) ein Fahrwerk, das es in sich hat: Es bringt eine tiefer gelegte Karosse, weniger Seitenneigung und knackige Handlichkeit, aber auch deutliche Komforteinbußen. Das ist echter Sport, der GSi (nur für 125 PS/ Dreitürer) bietet nur mehr Luxus.

Den kompletten Artikel samt Ergebnistabelle und Kaufempfehlung erhalten Sie zum Preis von 1,00 Euro über unser Heftarchiv. Klicken Sie auf diesen Link, und Sie gelangen zum Download-Bereich.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.