Kaufberatung Opel Corsa

Kaufberatung Opel Corsa Kaufberatung Opel Corsa

Kaufberatung Opel Corsa

— 08.10.2003

Putz Blitz

Neue Motoren, neue Ausstattungspakete, neue Optik – Opel putzt den Corsa richtig heraus. Aber welchen nehmen? automobil TEST gibt Entscheidungshilfe.

Auffrischung nach drei Jahren Laufzeit

Diana Ross hat's getan. Auch Joan Collins und sogar Liz Taylor – sie alle haben sich unter das Messer eines Schönheitschirurgen gelegt. Um durch ein Facelift ein Stück ihrer Jugend zurückzuerlangen, um attraktiver zu werden.

Beim Opel Corsa lief es ähnlich. Die Traumkarriere begann 1982 mit einem kometenhaften Aufstieg auf Platz eins, zum begehrtesten Kleinwagen Deutschlands. Fast zwei Jahrzehnte ließ er sich von dort nicht mehr vertreiben. Ein voller Erfolg, sieht man von Flops wie dem Stufenheckmodell TR ab. Doch die dritte Generation hat es nicht mehr so leicht. Die Konkurrenz, auch aus dem eigenen Haus (siehe Meriva-Kaufberatung Heft 10/2003), wird stärker. Nach drei Jahren Laufzeit war deshalb eine Auffrischung nötig.

Zu erkennen ist der aktuelle Corsa vor allem an der Front. Die neu geformten Stoßfänger haben nun drei Lufteinlässe (statt einem) und werten den Kleinwagen genauso auf wie die Klarglasscheinwerfer – ab Ausstattung Cosmo (1650 Euro Aufpreis) sogar mit Ellipsoidtechnik.

Gleich vier neue Triebwerke am Start

Viel wichtiger als die optischen Spielereien sind die technischen Verbesserungen. Zum Beispiel die Motoren. Gleich vier brandneue Triebwerke wollen Technik-Trends setzen und vor allem sparsam sein. Die Rechnung dürfte aufgehen. Opels Zauberformel lautet Twinport.

Bereits der Einstiegsmotor profitiert von dieser Technik. Der Dreizylinder, mit nun 60 PS und nicht mal einem Liter Hubraum, knurrt im unteren Drehzahlbereich sympathisch los, wechselt bei hohen Touren die Tonlage und klingt dann hell singend wie eine Nähmaschine. Wer sich an den Vibrationen im Leerlauf nicht stört und sein Einsatzgebiet auf die Stadt beschränkt, liegt mit dem Einstiegsmotor richtig. Und fährt sparsam. Laut EU-Norm-Verbrauch sollen dem Dreizylinder 5,3 Liter Super auf 100 Kilometer reichen. Nochmal 0,1 Liter weniger benötigt die Version mit dem Easytronic. Für die Stadt hervorragend, da es vom häufigen Ein- und Auskuppeln im Stop-and-Go-Verkehr entbindet. Ein manueller Schalteingriff ist trotzdem möglich. Nachteil: die langatmigen Schaltpausen.

15 PS und 690 Euro darüber rangiert der 1.2 mit 75 PS. Er muss noch ohne Twinport auskommen. Ist der Vierzylinder deshalb weniger interessant? Nicht unbedingt. Doch wer die Leistungsdaten mit dem 1,4-Liter mit 90 PS vergleicht, stellt schnell fest, dass außer einem Kostenvorteil von 975 Euro nicht mehr viel für die 75-PS-Variante spricht. Denn der stärkere Neuling ist nicht nur deutlich spritziger, sondern auch sparsamer. Und selbst bei voller Beladung geht ihm so schnell nicht die Puste aus. Mit 179 km/h Höchstgeschwindigkeit verlieren lange Strecken ihren Schrecken. Der Verbrauch: 5,9 Liter Super.

1,7-Liter-Diesel als GSi im Angebot

Die Diesel wären somit überflüssig, würde sich speziell der 1.7 CDTI nicht so gut in Szene setzen. Mit seinen 100 PS und 240 Newtonmetern ist er die Wucht. Ab 2000 Touren legt er sich so vehement ins Zeug, dass es eine wahre Freude ist. Erst ab 4500 Touren lässt das Temperament nach. Bei der Spitze (188 km/h) muss er sich lediglich dem 1,8-Liter (202 km/h) geschlagen geben.

Kein Wunder also, dass der Diesel erstmals als GSi, die sportlichste der fünf Ausstattungslinien, angeboten wird. Mit Sportspiegeln, Heckspoiler sowie geändertem Kühlergrillgitter gibt sich der GSi auf Anhieb zu erkennen, fordert aber auch mit mindestens 2425 Euro den größten Aufschlag. Kostenbewusste Sportler greifen deshalb zur Ausstattung Sport (1280 Euro). Die verzichtet zwar auf einige Showeffekte, rangiert im Preis aber deutlich darunter.

Doch zu bescheiden sollte man bei der Wahl der Ausstattung nicht sein. Der Basis-Corsa dürfte wohl kaum jemanden zufrieden stellen. Weder Zentralverriegelung oder elektrische Fensterheber, noch nicht mal Leselampen oder gar ein Radio sind Serie. Kein Wunder, dass sich bislang fast 74 Prozent der Käufer für die Enjoy-Linie entschieden haben. Damit liegt man richtig, sie ist eindeutig die vernünftigste Wahl.

Geteilt klappbare Rückbank kostet Aufpreis

Das hat auch Opel erkannt und für den Enjoy noch ein extra Design-Paket geschnürt. Für 730 Euro gibt's nicht nur andere Instrumenteneinsätze und geänderte Polster, sondern auch Radiofernbedienung, Nebelscheinwerfer und schicke Leichtmetallfelgen. Unbedingt empfehlenswert: das Cool-Paket. Es beinhaltet Klimaanlage, elektrisch beheiz- und verstellbare Außenspiegel und auch ein Radio. Preis: 1295 Euro. Da bislang alle Positionen einzeln geordert werden mussten, spart man über 360 Euro.

Lücken bleiben jedoch auch nach dem Facelift. So lässt sich beispielsweise ab Enjoy die Rückenlehne geteilt, die Sitzbank aber nur am Stück nach vorn klappen. Soll auch sie geteilt umlegbar sein, sind 180 Euro extra fällig. Unverständlich. Zudem stören deren wackelige Befestigungen sowie eine verbleibende Stufe im Laderaum. Dass auch noch die Kopfstützen ausgebaut werden müssen und ohne festen Platz im Fahrzeug liegen, ist wenig durchdacht. Gerade von Opel sind wir in der letzten Zeit doch mehr Innovationen gewohnt. Auch ohne Facelift wirkt mancher Konkurrent hier frischer.

Fazit, Technische Daten und Zeugnis

Fazit Unser Favorit: der Corsa 1.4 Twinport als Enjoy. Wer weniger ausgeben will, sollte den 1.0 Twinport wählen. Beide Motoren bremsen den 1.2 und die Diesel aus, der 1.8 ist zu teuer im Unterhalt. Wichtig: Die karge Basisausstattung meiden.

Welcher Corsa gefällt Ihnen am besten?

Testwerte sind harte Fakten. Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen aber nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und vergeben Sie eigene Noten für den oder die Test-Teilnehmer. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

Die Konkurrenten des Opel Corsa

Während der Citroën C3 und insbesondere der Nissan Micra mit einer unverwechselbaren Optik auffallen, setzen Opel und Ford eher auf konservative Blechkleider.

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