Kaufberatung Renault Scénic

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Kaufberatung Renault Scénic

— 27.08.2003

Heck-Antrieb

Das extravagante Heck kennzeichnet die gesamte Mégane-Familie. Jetzt steht mit dem Scénic der jüngste Spross beim Händler. Was hat der Kompaktvan noch zu bieten?

Der 1,4-Liter-Vierzylinder ist zu schwach

Ein schöner Rücken kann entzücken. Oder auch nicht. Am Renault Mégane jedenfalls scheiden sich seit einem Jahr die Design-Geister. Das Heck ist manchen zu eigenwillig geformt. So jammerten vor allem die eher konservativen Deutschen. Trotzdem: Der Erfolg gibt den Franzosen und ihrem Chefdesigner Patrick Le Quément recht. Auch beim Scénic halten sie an dem umstrittenen Styling fest.

Kein Wunder: Schon der Vorgänger war ein Trendsetter, der Erfolgsgeschichte schrieb. Und der Neue trumpft mit einer noch größeren Vielfalt auf. Drei Ausstattungs- sowie vier Designlinien stehen zur Wahl. Im Januar setzt Renault sogar noch einen drauf. Dann startet erstmals ein Grand Scénic mit sieben Sitzplätzen.

Etwas bescheidener als beim Mégane fällt die Motoren-Palette mit drei Benzinern und zwei Dieseln aus. Der 1,4-Liter-Vierzylinder (98 PS) ist allerdings eindeutig zu schwach. Immerhin bringt der Van leer 1390 Kilo, voll beladen fast 1,9 Tonnen auf die Waage. Wer einen Benziner favorisiert, ist mit dem 1.6 16V (113 PS) gut beraten. Das kurz übersetzte Fünfgang-Getriebe versucht, die Durchzugsschwäche des Vierzylinders zu kompensieren. Erkauft wird das allerdings mit einem höheren Geräuschpegel ab mittleren Drehzahlen. Das stört aber nur bei häufigen Autobahnfahrten. Die Fahrleistungen reichen im täglichen Verkehr sonst vollkommen aus.

Confort-Ausstattung ist empfehlenswert

Für 1200 Euro Aufpreis gibt es die Krönung – den 2.0 16V mit 135 PS. Der Zweiliter arbeitet nicht nur deutlich leiser und ohne Dröhnfrequenzen, sondern auch merklich souveräner. Ebenfalls okay: 8,0 Liter Super im Normverbrauch. Und nur der 2.0 16V ist auch mit der Vierstufen-Automatik (1100 Euro) lieferbar.

Bei den Dieseln spielt die schwächere Version mit 82 PS die Rolle des Allrounders. Der Normverbrauch liegt bei günstigen 5,0 Litern. Die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h und 15,7 Sekunden bis Tempo 100 können dagegen nicht begeistern. Das kann der 120 PS starke Top-Diesel 1.9 dCi deutlich besser. Mit stolzen 300 Newtonmetern Drehmoment scheint er die Berge zu ebnen und rennt maximal 188 km/h.

Wie den stärksten Benziner gibt es den 1.9 dCi leider erst ab der Ausstattung Confort, dem mittleren Niveau. Serienmäßig ist hier unter anderem ein CD-Radio samt Fernbedienung am Lenkrad, was die äußerst fummelige Radio-Bedienung erspart. Kaum Wünsche lassen zudem die anderen Features der Confort-Ausstattung offen. Mehr braucht es nicht, weniger sollte es aber auch nicht sein.

Ablagefächer gibt's wie Sand am Meer

Ein Highlight im Scénic: die vielen Ablagefächer. Das kennen wir bereits vom Vorgänger. Ab der Grundausstattung laden acht Fächer zum munteren Verstauen ein: auf dem Boden des Fonds und der Front pro Seite sowie unter den Vordersitzen je eins, eins an der Seite des Kofferraums und natürlich eins zwischen den beiden Vordersitzen.

Damit nicht genug. Zusätzlich kann das Versteck-Spiel gegen Aufpreis erweitert werden. Es gibt Schubladen unter den äußeren Fondsitzen, abschließbare Fächer in den zwei vorderen Armlehnen (beides Serie ab Confort) sowie das Vario-Modul (300 Euro bei Confort, Serie bei Luxe). Diese Ablagebox zwischen den Vordersitzen fasst 15 Liter und lässt sich um 30 Zentimeter in der Länge verschieben. Sehr praktisch.

Der Fond ist ebenfalls sehr variabel. Alle drei Sitze der zweiten Reihe können einzeln umgeklappt oder demontiert werden. Interessant für vier: Bleibt der mittlere in der Garage, wandern die äußeren Sitze wie beim Ford Focus C-Max nach innen. Weil sich auch die Rückenlehnen um bis zu 35 Grad nach hinten neigen, reisen Mitfahrer wie Gott in Frankreich. Doch egal ob Zweier- oder Dreier-Bestuhlung – in jedem Fall fällt die Kopffreiheit etwas knapp aus. Zumindest bei Mitfahrern ab 1,90 Meter Länge. Andere können das besser.

Alle Ausstattungen im Überblick

Doch keiner der Konkurrenten bietet so pfiffige Extras. Optional steht ein Fahrrad-Innenträger in der Preisliste (99 Euro). Die umständliche Montage am Dach oder Heck ist damit passé. Und wie wäre es mit einer automatischen Reifendruckkontrolle, die schmutzige Finger vermeidet und gleichzeitig die Sicherheit erhöht? Gibt es für 200 Euro Aufpreis. Genauso viel kostet das separat zu öffnende Heckfenster. Auch das bietet sonst keiner der Mitbewerber. Das Heck des Scénic hat eben was Besonderes.

Fazit und Technische Daten

Fazit Der 1,6-Liter-Benziner wie auch der 1.5 dCi sind Motorisierungen der Vernunft, im Alltag durchaus ausreichend. Nur bei häufigen Langstrecken macht der Griff zu den stärksten Benzin- und Dieselmotoren Sinn. Confort und Expression empfehlen sich als Ausstattungs- und Designlinien.

Die Konkurrenten des Franzosen-Van

Der Scénic trifft ab dem 23. Oktober auf den ebenfalls fünfsitzigen Ford C-Max. Wer mehr (Sitz-)Platz braucht, greift zur Konkurrenz – oder wartet auf den siebensitzigen Grand Scénic (ab Januar 2004).

Wie gefällt Ihnen der Reanult Scénic?

Spätestens beim Design von neuen Autos scheiden sich bekanntlich die Geister. Ob ein Auto letztendlich ankommt, das wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, und vergeben Sie eigene Noten für den oder die Test-Teilnehmer. Den Zwischenstand sehen Sie direkt nach Abgabe Ihrer Bewertung.

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