Kaufberatung Rover Streetwise

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Kaufberatung Rover Streetwise

— 07.11.2003

Mit der Lizenz zum Rempeln

Sieht aus wie ein Offroader, ist aber keiner: Mit dem Streetwise stellt Rover einen höher gelegten und robust gestylten Rover 25 vor – als Stadt- und Freizeitfahrzeug für den rauen Alltagseinsatz.

Um rund 7,5 Zentimeter höher gelegt

Nischenprodukte heißt das Zauberwort. Sport Utility Vehicles (SUV), Sport Activity Vehicles (SAV), Coupé-Cabrios oder Mini- oder Micro-Vans knappsen den althergebrachten Karosserievarianten wertvolle Marktanteile ab – und die Nischen werden zahlreicher und größer.

Rover versteht sich als Hersteller von Nischenprodukten par excellence. So entstand als Reaktion auf Marktforschungen in Longbridge/Birmingham eine fast neue Fahrzeuggattung. Die Idee: Für den täglichen Einsatz im harten Stadtleben braucht es ein robustes Auto, das auch mal Rempler verzeiht, eine kräftige, geländewagenartige Optik aufweist und auch über eine erhöhte Sitzposition verfügt. Allradtechnik dagegen ist teuer, wird nur selten genutzt und muss daher auch nicht sein. Dafür sollte sich die Handlichkeit an einem Kompaktwagen orientieren.

Das Resultat hört auf den Namen Streetwise, wird in Großbritannien als "On-Roader" beworben und basiert auf dem Rover 25. Für 1700 Euro Aufpreis wurde dieser um rund 7,5 Zentimeter höher gelegt, das Fahrwerk entsprechend angepasst, rundum wurden Plastik-Teile gegen Parkrempler angebracht, und aufs Dach kam eine Dachreling, die rund 65 Kilogramm tragen kann. Für ein besseres Platzangebot im Fond wich die Dreier-Sitzbank des 25 zwei Einzelsitzen, in deren Mitte sich eine Ablage befindet. Wer dennoch lieber eine Dreierbank möchte, kann diese für 200 Euro Aufpreis bestellen.

Zielgruppe: Frauen zwischen 25 und 45

Als Zielgruppe sieht Jürgen Voss, Geschäftsführer von MG Rover Deutschland, überwiegend Frauen zwischen 25 und 45 Jahren, die nach einem robusten, praktischen, individuellen und schicken Fahrzeug suchen, das auch mal einen kräftigen Knuff verträgt. Eine erste Händlerresonanz stimmt ihn optimistisch: "300 Vorbestellungen liegen schon vor."

Optisch gibt sich der Streetwise durch Höherlegung, Kunststoffbeplankung und die markante Front als Mix aus martialischem Dschungelkämpfer und sportlich orientiertem Mehrzweckfahrzeug mit urbanem Chic. In der Praxis nehmen die Kunststoffanbauten selbst engen Parkhäusern ihren Schrecken, die höher gelegte Karosserie mit den hübschen 16-Zöllern verträgt auch hohe Randsteine ohne Probleme. Dazu kommt die vor allem von Frauen für die bessere Übersicht geschätzte hohe Sitzposition.

Der Innenraum des Streetwise wirkt trotz Alu-Optik der Mittelkonsole schon etwas angejahrt, basiert er doch auf dem Rover 25. Doch dafür entschädigen die sehr bequemen Vordersitze, die es wahlweise mit Stoffbezug (Monaco) oder mit Teillederbezug (Sebring) gibt. Der Fahrersitz ist serienmäßig höhenverstellbar. Der Fond hat serienmäßig eine Zweier-Bank, die ebenfalls gut gepolstert ist. Zwischen den beiden Sitzen findet man eine seltsam geformte Konsole mit zwei Ablagemöglichkeiten, die auf- oder umklappbar wirkt, aber starr ist. Weitere Ablagen, etwa in den Türen, sucht man vergeblich.

Zwei Benziner und ein Turbodiesel

Die Rückbank lässt sich asymmetrisch umklappen und verfügt über eine Durchladevorrichtung. Die hinteren Sitzauflagen sind jedoch nicht nach vorne klappbar, sodass kein völlig ebener Ladeboden entsteht. Eng geht es im Fond jedoch nicht zu: Knie- und Ellenbogenfreiheit lassen auch bei längeren Strecken nicht zu wünschen übrig. Das gilt sowohl für die drei- als auch für die fünftürige Variante. Da es keine Einstiegshilfe beim Dreitürer gibt, empfiehlt sich für einen besseren Fond-Zugang der Fünftürer (500 bzw. 700 Euro Aufpreis).

Das höher gelegte Fahrwerk wurde gegenüber dem Rover 25 gestrafft. Das schränkt den Federungskomfort zwar etwas ein, reduziert dafür aber die Seitenneigung in Kurven erfreulich. ESP ist leider nicht einmal gegen Aufpreis zu haben. Zum Glück schiebt der Streetwise im Grenzbereich nur unproblematisch über die Vorderräder. Auf jeden Fall ist das Sicherheitspaket mit gerade einmal zwei Airbags für die beiden Frontpassagiere nicht auf der Höhe der Zeit.

Zur Markeinführung startet der Streetwise mit zwei Motoren: einem 1,4-Liter-16V mit 103 PS, der zum Mitschwimmen im Verkehr ausreicht, aber nicht gerade durch Drehfreude glänzt. Bei Bedarf macht er den Streetwise bis zu 174 km/h schnell. Normverbrauch: 7,3 Liter im Schnitt. Mit mehr Drehfreude und vor allem Durchzugskraft wartet der 2,0-Liter-Turbodiesel mit 101 PS auf, der zwar unter einer leichten Anfahrschwäche leidet, ab 2000 Umdrehungen aber vehement zur Sache geht. Allerdings wirkt er sehr knorrig, nagelt vor allem nach dem Kaltstart recht kräftig und ist nicht sehr leise. Den besten Eindruck macht ein 1,6-Liter-Motor mit 109 PS, der gut am Gas hängt und dem Streetwise großstädtisches Temperament einhaucht. Sein Einsatz auf dem deutschen Markt ist allerdings noch nicht sicher.

Basis- und Serienausstattung

Bereits ab Werk bietet der Rover Streetwise unter anderem Glas-Schiebehebedach (elektrisch), Alu-16-Zöller, CD-Tuner mit sechs Lautsprechern, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und elektrische Fensterheber.

Fazit, Technische Daten und Zeugnis

Fazit Offroad-Styling ohne Allradantrieb – früher hätte man den Streetwise einen Blender genannt. Doch wem es vor allem um die robuste Machart und die hohe Sitzposition geht, findet im Streetwise eine hübsch zurechtgemachte Alternative zu teureren SUV.

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