KBA-Jahrespressebericht 2003

Mehr Autos, mehr Rückrufe, mehr Diesel Mehr Autos, mehr Rückrufe, mehr Diesel

KBA-Jahrespressebericht 2003

— 06.12.2002

Mehr Autos, mehr Rückrufe, mehr Diesel

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat für fast jede Frage eine Zahl als Antwort. Das aktuelle Zahlenwerk umfasst 49 Seiten automobile Statistik.

44,8 Millionen Autos, 127 Rückrufe

Die Beamten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) sind schon schnell. So veröffentlichen die Flensburger bereits im Dezember ihren Jahrespressebericht fürs abgelaufene Jahr und nennen den sogar 2003. Flott, flott, würde sich auch mancher von seiner Zulassungsstelle wünschen, bei der er aufs An-, Ab- oder Ummelden warten muss, wie der ADAC neulich ermittelt hat. Aber beim KBA kommen auch nicht alle naselang Bürger vorbei. Ist schon etwas ruhiger an der Förde.

Unruhig können nur die eine Million Autofahrer gewesen sein, die ein Rückruf ereilte. Davon gab es in diesem Jahr 127 Stück, 14 mehr als 2001. Eine Steigerung um zwölf Prozent. Und während die Zahl der bekannt gewordenen Rückrufe von 1992 bis 1997 mit durchschnittlich 52 pro Jahr ziemlich konstant blieb, gibt es seit 1997 jährlich einen Zuwachs. Wer nun meint, das läge alles an der Elektronik, der sieht sich getäuscht. Nur 17 Aktionen bezogen sich auf elektronische Komponenten, in den meisten Fällen ging es um mechanische Fehler. Das KBA räumt aber ein, dass bei relativ neuen Modellen die Hersteller einen Rückruf in Eigenregie über die Händler und die Kundendaten durchführen. Davon erfährt das KBA dann nichts.

Sorgfältig dokumentiert wurde jedoch die Zunahme des Fahrzeugbestands. Zugelassen sind jetzt 53,9 Millionen Fahrzeuge, 5,3 Millionen Anhänger und 1,6 Millionen Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen, beispielsweise Mofas. Den größten Anteil am Bestand haben wie immer die Pkw mit 44,8 Millionen (83 Prozent). Das bedeutet: Auf 1000 Einwohner kamen zu Beginn 2002 knapp 540 Pkw, die im Durchschnitt 7,2 Jahre alt waren. Das ist das höchste Fahrzeugalter der vergangenen zehn Jahre und spiegelt die schlechte Konjunktur wieder: Fahrzeugkäufe werden weiter aufgeschoben, der Fahrzeugbestand wird immer älter.

105.000 historische Fahrzeuge

Noch ein paar Kostproben aus dem Zahlen-Dickicht? Die meisten Pkw waren natürlich im bevölkerungsreichsten Bundesland zugelassen: Nordrhein-Westfalen meldet 9.518.936 Stück. Dahinter folgen Bayern (7,0 Mio.), Baden-Württemberg (5,9), Niedersachsen (4,3) und Hessen (3,4). Am wenigsten Autos sind mit 294.415 in Bremen zugelassen. Hamburg liegt mit 826.158 Pkw noch vor dem Saarland mit 629.244 Stück. Nur unwesentlich mehr hat Mecklenburg-Vorpommern mit 889.928, Berlin mit rund 1,23 Millionen liegt nur knapp hinter Thüringen (1,26 Mio.) und Sachsen-Anhalt (1,3).

Das Historien-Kennzeichen mit dem "H" hinter der Zahlenkombination tragen aktuell 105.000 Fahrzeuge, die alle älter als 30 Jahre sind. Jedes zwölfte Auto ist sogar älter als 50 Jahre, fast jedes zwanzigste Fahrzeug ist sogar 60 Jahre und älter. Ein Saisonkennzeichen wurde an 1,25 Millionen Kraftfahrzeuge vergeben. Fast sechzig Prozent sind Motorräder, knapp 30 Prozent Cabrios.

Auf dem Vormarsch ist auch der Dieselmotor. Mehr als eine Million Pkw mit Selbstzünder wurden neu zugelassen, der Anteil an der Gesamtzahl beträgt mehr als 37 Prozent – so viel wie nie zuvor. Alternative Antriebstechniken wie Elektro oder Gas waren mit 2534 und 9001 Einheiten weit abgeschlagen. Erfreulich ist die Entwicklung der Katalysator-Autos. Ihr Anteil betrug 96,1 Prozent. Bei den verbliebenen 3,9 Prozent handelt es sich um Autos, die älter als 20 Jahre sind. Da sich hier eine Umrüstung meist nicht lohnt oder aber der Status eines Oldtimer-Modells das Ziel ist, wird sich diese Zahl kaum weiter reduzieren. Für die Alltags-Fahrzeuge gilt damit quasi ein 100-Prozent-Anteil schadstoffreduzierter Motoren.

400 Brezelkäfer und 27.000 Enten

Ein besonderes Augenmerk wirft der Report 2003 auf ausgewählte Autos der 50er, 60er und 70er Jahre. So sind beispielsweise noch rund 85.000 Käfer zugelassen, davon 400 Exemplare der ersten Serie, also mit Brezelfenster. Noch seltener ist nur der Audi NSU 1200 C, der bis 1973 gebaut wurde. 350 Stück sind zugelassen; wie viele ohne Anmeldung in Garagen und Scheunen schlummern, kann das KBA natürlich nicht schätzen.



Immer wieder beliebt ist die Farb-Statistik. Nach wie vor liegt grau in allen Schattierungen – und damit auch silber – ganz vorn im Trend. Mehr als 41 Prozent aller Neuzulassungen sind silber-grau. Dahinter folgt schwarz mit 21 und blau mit 20 Prozent. Gänzlich aus der Mode sind grün (6,5 Prozent), rot (5,1) und weiß (3,2). Die Farbe spielt bei der Fahndung und Identifizierung von Kraftfahrzeugen eine wichtige Rolle. Deshalb wird seit Januar 1978 bei allen Neufahrzeugen und wieder zugelassenen Gebrauchtwagen die Nummer der Farbreihe in die Fahrzeugpapiere eingetragen und in das "Zentrale Fahrzeugregister" aufgenommen.

Zuletzt die Schreckens-Statistik aus Flensburg, das Verkehrszentralregister, gemeinhin als Sünderkartei bezeichnet. Positiv: Die Zahl der registrierten Verstöße hat um 1,6 Prozent abgenommen. Insgesamt sind derzeit 6,718 Millionen Autofahrer mit Verurteilungen und Bußgeldentscheidungen erfasst. In 220.000 Fällen hat das KBA die zuständige Führerscheinstelle informiert, wenn ein Fahrer in die kritischen Punktezonen geriet. Verkehrssünder sind zu 82 Prozent Männer. Sie fallen vor allem mit Fahrten unter Alkoholeinfluss sowie Geschwindigkeitsübertretungen auf. Frauen werden dagegen häufig wegen Verstössen gegen die Vorfahrtsregeln verwarnt.

Immer noch nicht genug? Dann hilft nur ein Ausdruck des Jahrespresseberichts beim KBA. Einfach unter dem Menüpunkt "Aktuell" den Jahrespressebericht als pdf-Datei laden.

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