KBA-Statistik

KBA-Statistik

— 31.01.2005

Rückrufzahlen sind Dunkelziffern

Die Autohersteller wenden sich bei Rückrufaktionen immer öfter ans Kraftfahrt-Bundesamt. Einen Mängel-Rekord bedeutet das aber nicht.

Rückrufe sind ein schwieriges Thema. Manche Hersteller lassen sie unter den Tisch fallen, andere räumen wenigstens auf Nachfrage von AUTO BILD einen Fehler ein. Und wer von vornherein auf Nummer sicher gehen will, bittet das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg um Hilfe: Die Behörde liefert die Daten aller Halter, die ein möglicherweise defektes Auto über Deutschlands Straßen steuern und damit sich und den Verkehr gefährden.

Jetzt vermeldet das KBA 137 unterstützte Rückrufaktionen im Jahr 2004 – auf den ersten Blick ein dramatischer Anstieg gegenüber 2003 um 41 Prozent. Von einer Explosion der Rückrufe insgesamt spricht die Behörde allerdings nicht, im Gegenteil: Diese "erfreuliche Tatsache" werde als "Indiz dafür gewertet, daß die Nutzung dieser Anschriften mehr und mehr als Mittel zur wirksamen und effektiven Beseitigung von erheblichen Mängeln für die Verkehrssicherheit anerkannt wird". Heißt im Klartext: Die Autobauer werden nicht immer schlampiger – sondern ehrlicher.

Trotzdem: Schon im November 2004 befürchtete der ADAC für das laufende Jahr einen Rückrufrekord. Mit ein Grund: Da die Fahrzeuge immer mehr Elektronik enthielten, wachse gerade in diesem Bereich die Gefahr von Defekten. Gleichzeitig kritisierte der Autoclub, daß es noch immer keine klar gesetzlich geregelte Rückrufpflicht gebe – und damit die tatsächliche Zahl der unplanmäßigen Werkstatt-Termine im Dunkeln bleibt.

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