Keilriemen-Kontrolle

Was quietscht denn da? Was quietscht denn da?

Keilriemen: Keilrippenriemen wechseln

— 12.02.2016

Alle Infos zum Keilriemen

Quietscht der Keilriemen auf der Keilriemenscheibe, herrscht Handlungsbedarf. Alle Infos zum Spannen, Wechseln und Kaufen von Keilriemen.

Gerade in den ersten Minuten nach dem Kaltstart kann es zu einem quietschenden Keilriemen kommen.

Wenn unter der Haube der Keilriemen quietscht, sollte man bald etwas unternehmen. Nicht nur, weil der Lärm unangenehm für die Ohren ist. Unter Umständen kann es für den Motor auch gefährlich werden. Denn Ursache für den kreischenden Lärm ist ein rutschender Keilriemen (auch Antriebsriemen oder Treibriemen genannt). Wenn der Keilriemen alt und schon etwas überdehnt ist, sitzt er zu locker auf den Keilriemenscheiben, wodurch das Quietschen entsteht. Bei Regen und Kälte verstärkt sich das Durchrutschen, denn der feuchte Riemen hat nun noch weniger Haftung an der Riemenscheibe. Dauert das Quietschen nur kurz, vielleicht sogar direkt nachdem man durch eine Wasserlache gefahren ist, besteht kein Grund zur Sorge. Dann ist der Keilriemen feucht geworden und rutscht deshalb. Kommt es jedoch häufiger zu der typischen Geräuschentwicklung, vor allem nach dem Starten und auf den ersten Kilometern, dann sollte der Keilriemen neu gespannt oder ausgetauscht werden.
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Funktion des Keilriemens

Keilriemen mit V-Profil: Bei den vermeintlichen Zähnen handelt es sich um Aussparungen, die die Elastizität erhöhen.

Der Keilriemen gehört zu den Antriebsriemen und dient als Antrieb der Nebenaggregate. Der Riemen selbst wird angetrieben durch die Rotation der Kurbelwelle des Motors. Er hat einen V-förmigen Querschnitt und überträgt die Motorkraft durch die Reibung der seitlichen Flanken auf die Keilriemenscheibe. Eine Weiterentwicklung des Keilriemens ist der Keilrippenriemen. Längs zum Riemen verlaufen hier an der Unterseite Rippen. Sie greifen in die Rillen der Riemenscheibe. So lassen sich kleinere Radien (Umschlingungswinkel) als beim V-förmigen Riemen realisieren. Vom Keilriemen angetrieben wird die Lichtmaschine (Generator), die wiederum den Strom für die Bordelektrik liefert. Bei einigen Autos treibt der Keilriemen zusätzlich auch die Servolenkung, den Lüfter, die Wasserpumpe, die Hydraulikpumpe oder den Klimakompressor an. Keilriemen bestehen aus widerstandsfähigem Gummi, zur Stabilisierung gibt es im Innern eine Textil- oder Stahlseileinlage. So können sehr hohe Drehmomente übertragen werden. Teilweise werden die Nebenaggregate auch von mehreren Keilriemen angetrieben.

Wenn der Keilriemen gerissen ist

Durch die permanente Beanspruchung des Riemenantriebs kommt es im Laufe der Zeit zum Verschleiß. Im Winter steigt der Strombedarf eines Autos, wodurch sich der Widerstand der Lichtmaschine erhöht. Das kann dazu führen, dass sich der Keilriemen ausdehnt und die Spannung nachlässt. Die Folge: Der Keilriemen quietscht. Mit und auch ohne vorheriges Quietschen kann der Keilriemen plötzlich reißen. Aus dem Motorraum ist dann ein lauter Knall zu vernehmen. Da der Keilriemen die Lichtmaschine nicht mehr antreibt, leuchtet in der Folge die Batteriekontrollleuchte auf – die Autobatterie wird nicht mehr geladen. Treibt der Keilriemen auch die Pumpe der Servounterstützung der Lenkung an, kann der Wagen nur noch unter Anstrengung gelenkt werden. Das größte Problem entsteht aber, wenn der Keilriemen auch die Wasserpumpe antreibt. Reißt der Riemen, zirkuliert das Kühlwasser nicht mehr durch den Motor, was schnell zur Überhitzung führt. Die Weiterfahrt ist riskant. Wenn es nicht anders geht, muss das Thermometer des Kühlwassers permanent im Auge behalten werden. Denn durch die Überhitzung des Motors drohen schwere Schäden wie ein Defekt der Zylinderkopfdichtung oder sogar ein Kolbenfresser.

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Keilriemen regelmäßig kontrollieren

Ein schlecht gespannter Keilriemen muss nicht immer quietschen. Zur Kontrolle mit einem Finger am Riemen ziehen – bei ausgestelltem Motor!

Verhindern lässt sich eine solche Panne durch eine regelmäßige Kontrolle und dem eventuell fälligen Austausch des Keilriemens. Generell sollte sich der Keilriemen nicht mehr als ein bis zwei Zentimeter bewegen, wenn man fest mit dem Finger an ihm zieht. Außerdem prüfen sollte man, ob der Keilriemen spröde oder rissig geworden ist. Diese Schäden erkennt man am besten, wenn man den Keilriemen mit den Fingern biegt und dehnt. Gleichzeitig darauf achten, ob sich Einlaufspuren gebildet haben. Schleift der Riemen an einer Stelle, sind die Außenränder häufig verhärtet oder glatt geschliffen und glänzen unter Lichteinfall. In der Nähe der Riemenscheiben finden sich gelegentlich auch Spuren von Gummiabrieb. Teilweise sind auch ganze Stücke des Keilriemens rausgebrochen. Bei jeder Form von Beschädigung oder entsprechenden Hinweisen wie Gummispuren, sollte der Keilriemen gewechselt werden.

Das Ersatzteil ist genormt und kostet in der Regel zwischen fünf und zwanzig Euro. Wer einen neuen Keilriemen kaufen muss, ist nicht auf das Original-Ersatzteil vom Hersteller angewiesen. Keilriemen kann man in jedem Fachhandel und im Internet kaufen. Dort erhält man sie meist günstiger als im Autohaus. Sowieso konstruiert der Autohersteller den Keilriemen nicht selbst: Zulieferer wie Continental zählen zu den größten Produzenten. Beim Kauf zu beachten ist die Größe des Keilriemens. Dazu gibt es Unterschiede bei der Materialstruktur des Keilriemens. Der Fachverkäufer findet aus den Daten im Fahrzeugschein den passenden Keilriemen heraus.

Keilriemen spannen und wechseln

Ist der Grund für das Quietschen nur ein locker sitzender oder rutschender Keilriemen, so reicht es ihn zu spannen. Das Nachspannen empfiehlt sich aber nur, wenn der Keilriemen weder porös noch verschlissen ist und dazu keine Risse aufweist. Mit etwas Geschick lässt sich ein Keilriemen auch selbst wechseln oder spannen. In den meisten Fällen wird der Keilriemen über die Lichtmaschine gespannt. Diese ist an einer Schiene montiert. Zum Spannen die Schraube an der Schiene lösen und die Lichtmaschine vom Motor wegschieben, bis die gewünschte Spannung des Keilriemens erreicht ist. Anschließend wird die Schraube unter Spannung wieder angezogen. Wenn der Keilriemen gewechselt werden muss, wird die Verschraubung der Lichtmaschine gelöst um die Spannung aus dem Riemen zu nehmen. Dann lässt sich der alte Riemen einfach abziehen und der neue wieder auf die Riemenscheiben auflegen. Unbedingt beachten, dass der Riemen auf allen Scheiben in der richtigen Position aufliegt und in der Flucht steht. Sonst droht ein erhöhter Verschleiß oder ein baldiges Reißen des neuen Keilriemens.

Das Nachspannen oder Wechseln ist allerdings nicht bei allen Fahrzeugtypen möglich. Bei einigen Motoren treibt der Keilriemen nämlich gleich mehrere Nebenaggregate an. Ein Tausch oder Nachspannen ist hier aufwendig und zum Teil auch nur mit Spezialwerkzeug möglich. Dann muss ein Mechaniker ran. Relativ neu sind sogenannte Elast-Riemen. Sie halten ihre Spannung selbstständig und benötigen keine Zusätzliche Spannvorrichtung, was die Herstellungskosten senkt. Zum Wechsel des Riemens (etwa alle 120.000 Kilometer) ist ein Spezialwerkzeug notwendig, da hier ein sehr hoher Kraftaufwand nötig ist. Auch wenn das Längenmaß übereinstimmt, darf ein Elast-Riemen niemals durch einen nicht dehnbaren Standardriemen ersetzt werden. Er ließe sich entweder nicht montieren oder würde die erforderlichen Kräfte nicht übertragen.

Viele Autos verfügen über eine Spannrolle, die den Keilriemen automatisch spannt. Ein manuelles Nachspannen ist hier nicht möglich. Beginnt der Keilriemen unangenehm zu quietschen, kann hier auch ein Defekt an der Spannrolle die Ursache sein, die dann getauscht werden muss, gemeinsam mit dem Keilriemen. Ab einer fortgeschrittenen Kilometerzahl ist es kein Fehler, beim Wechsel des Keilriemens auch die Spannrolle zu erneuern.

Keilriemenwechsel in der Werkstatt

Bei einigen Autos führt der Keilriemen über zahlreiche Scheiben. Hier muss in der Werkstatt nachgespannt werden.

Auch wenn die reinen Materialkosten für einen Keilriemen gering sind, kann der Austausch in einer Werkstatt teuer werden. Gerade bei neueren Fahrzeugen ist der Raum unter der Motorhaube vollgestopft. Viele Aggregate sind so eng verbaut, dass es schwer wird, den Keilriemen auszuwechseln. Abdeckungen und ein Teil der Motorperipherie müssen demontiert werden, um Zugang zum Keilriemen zu gewährleisten. In der Regel ist für die meisten gängigen Fahrzeugmodelle ein Arbeitsaufwand von ein bis zwei Stunden zu veranschlagen, das bedeutet je nach Stundensatz zwischen 50 und 150 Euro für den Arbeitslohn. Bei älteren Autos ist der Austausch häufig schon nach einer halben Stunde erledigt, weil dort die Keilriemen besser zugänglich sind.

Keilriemenspray gegen das Quietschen

Zu Preisen zwischen fünf und zehn Euro werden so genannte Keilriemensprays angeboten. Sie sollen das nervige Quietschen unterbinden. Die Wirkung ist jedoch umstritten, Erfahrungen und Meinungen gehen weit auseinander. Manche Schrauber empfehlen stattdessen, eine Kerze an den sich drehenden Keilriemen zu halten oder ein Stück Handseife an den Seiten des Riemens entlang laufen zu lassen. Davon ist jedoch dringend abzuraten. Denn zum einen ist es überaus gefährlich an rotierenden Bauteilen bei laufendem Motor zu arbeiten. Zum anderen ist die Wirkung meist nur von kurzer Dauer.

Keilriemen und Zahnriemen – wo liegt der Unterschied?

Gut zu erkennen: die Zahnung auf Riemen und Antriebsrädern des Zahnriemens.

Nicht zu verwechseln ist der Keilriemen mit dem Zahnriemen. Während der Keilriemen zum Antrieb von Nebenaggregaten dient, synchronisiert und treibt der Zahnriemen in erster Linie die Nockenwelle an. Die Gemeinsamkeit: Oft ist der Zahnriemen anstelle des Keilriemens für den Antrieb der Wasserpumpe zuständig. Der Zahnriemen wird aus einem Kunststoffverbundmaterial hergestellt und hat auf der Innenseite eine kräftige Zahnung, damit er auf den ebenfalls gezahnten Antriebsrädern absolut schlupffrei läuft. Dies ist notwendig, damit die Öffnungszeiten der Ventile nicht aus dem Takt kommen. Während der Keilriemen bei Inspektionen regelmäßig gespannt oder gewechselt werden sollte, muss der Zahnriemen ab einem gewissen Alter oder einer bestimmten Kilometerleistung vorsorglich gewechselt werden. Denn wenn der Zahnriemen reißt, geht dies meist mit großen Schäden für den Motor einher.
Lesen Sie auch: Alle Infos zum Zahnriemenwechsel

Und was ist mit dem Damenstrumpf?

So wie der Seidenstrumpf zumeist modernen Mikrofaserstrumpfhosen gewichen ist, so hat er auch als Pannenhelfer ausgedient. Bei Fahrzeugen, die Mitte des vergangenen Jahrhunderts hergestellt wurden, konnte ein gerissener Keilriemen noch durch einen Damenstrumpf notdürftig ersetzt werden. Bei modernen Fahrzeugen ist das nicht mehr möglich.
Modell Leistung Keilrippenriemen* Keilrippenriemensatz (mit Umlenkrollen und Spanner)*
VW GOLF IV 1.4 75 PS 15 Euro 74 Euro
VW GOLF V/VI 1.4 80 PS 13 Euro 57 Euro
Ford FIESTA 1.2 82 PS 15 Euro 57 Euro
Opel CORSA D 1.2 80 PS 12 Euro 65 Euro
Renault TWINGO 58 PS 8 Euro 83 Euro
VW PASSAT VARIANT 2.0 TDI 140 PS 13 Euro 73 Euro
VW PASSAT B6 VARIANT 2.0 TDI 140 PS 13/18 Euro 73/87 Euro
VW GOLF V/VI 1.4 TSI 122 PS 17 Euro 86 Euro
Mercede C 180 122 PS 23 Euro 88 Euro
VW POLO III 60 PS 13 Euro 54 Euro
VW LUPO 1.0 50 PS 14 Euro 54 Euro
VW GOLF IV 1.6 101 PS 27 Euro 60 Euro
Opel CORSA D 1.4 87 PS 13 Euro 60 Euro
Toyota AYGO 1.0 68 PS 23 Euro
Benz A 140 82 PS 15 Euro 98 Euro
Fiat 500 1.2 69 PS 10 Euro 43 Euro
VW GOLF VI PLUS 1.4 TSI 122 PS 17 Euro 86 Euro
Skoda FABIA 1.2 60 PS 20 Euro 86 Euro
Opel CORSA-D 1.2 69 PS 13 Euro 59 Euro
VW TIGUAN 2.0 TDI 4-MOTION 140 PS 13 Euro 73 Euro
VW POLO IV 1.4 80 PS 15 Euro 55 Euro
VW GOLF III 75 PS 13 Euro 53 Euro
VW POLO V 1.4 86 PS 15 Euro 55 Euro
Benz A 160 102 PS 15 Euro 98 Euro
VW POLO V 1.2 69 PS 20 Euro 102 Euro
VW GOLF VI 1.6 TDI 105 PS 13 Euro 73 Euro
Benz A 150, 160 95 PS 14 Euro 86 Euro
Citroen C1 1.0 68 PS 23 Euro
Audi A4 AVANT 2.0 TDI 143 PS 18 Euro 62 Euro
Ford KA 1.2 69 PS 10 Euro 43 Euro
VW GOLF V 1.4 75 PS 13 Euro 57 Euro
VW Up 1.0 60 PS 11 Euro 33 Euro
*Die angegebenen Preise beziehen sich auf Produkte von Markenherstellern

Autor: Brigitte Oesterle

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