Keine Zulassung für Rüttelstreifen

Keine Zulassung für Rüttelstreifen

— 31.07.2009

Rüttelt die Bürokraten wach!

Der Kampf gegen den Sekundenschlaf stockt. Der Grund: Kompetenz-Gerangel. Dabei haben sich Kosten für das Fräsen der Rüttelstreifen schon nach einem Vierteljahr amortisiert.

Schon die Zahl müsste unsere Politiker um den Schlaf bringen: Jeder vierte Verkehrsunfall geht nach Schätzungen der Deutschen Verkehrswacht auf Sekundenschlaf zurück. Das gefährliche Nickerchen am Steuer (wissenschaftlich: "Mikroschlaf") übermannt Autofahrer vor allem jetzt in der Urlaubszeit nach stundenlanger Reise. Doch viele Unfälle könnten vermieden und Menschenleben durch Wachrütteln des Fahrers buchstäblich in letzter Sekunde gerettet werden – wenn endlich die Bürokraten aufwachten! Die Bilanz eines Pilotversuchs der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) auf einem 35 Kilometer langen Teilstück der A 24 mit seitlich eingefrästen Rüttelstreifen ist eindrucksvoll: Die Zahl der Toten und Schwerverletzten sank um 15 Prozent.

Eine günstige und einfache Möglichkeit wird nicht genutzt

Guter Schnitt: Die Kosten für das Fräsen der Rüttelstreifen haben sich schon nach einem Vierteljahr amortisiert.

Die Zahl der Unfälle, bei denen jeweils ein Fahrzeug nach rechts von der Fahrbahn abgekommen war, ging sogar um 43 Prozent zurück. Und die Kosten in Höhe von insgesamt 170.000 Euro fürs Fräsen waren schnell eingefahren: Der volkswirtschaftliche Schaden auf der Teststrecke verminderte sich um 690.000 Euro – jährlich! Doch eine bundesweite Umsetzung lässt auf sich warten. "Ländersache", heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium. Patrick Döring, verkehrspolitischer Sprecher der FDP im Bundestag, lässt das nicht gelten: "Die Bundesregierung muss endlich mehr Druck machen. Eigentlich ist es ein Skandal, dass eine so günstige und einfache Möglichkeit nicht genutzt wird, um Leben und Gesundheit der Autofahrer zu schützen." In Baden-Württemberg scheinen die Bürokraten aufgeweckter zu sein. Im Südwesten sollen Rüttelstreifen sogar auf Landstraßen eingefräst werden. Staatssekretär Rudolf Köberle (CDU) zu AUTO BILD: "Wenn durch Sekundenschlaf verursachte Unfälle verhindert werden, ist der erforderliche Aufwand gerechtfertigt." Rüttelt die Bürokraten wach!

Autor: Einar Koch

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